Das Dumpffieber hat auch Labubus erreicht Im Handumdrehen von Labubu nach Lafufu

Der Markt für Fälschungen hat auch das bei Mode-Insidern beliebteste Sammlerstück erreicht: Labubu. Diese Figuren, die der Fantasie des Hongkonger Künstlers Kasing Lung entsprungen und vom chinesischen Spielzeuggiganten Pop Mart vertrieben wurden, haben inzwischen die Schwelle des Hypes überschritten. Heute sind sie keine einfachen Spielzeuge mehr, sondern Kultaccessoires, Ausstellungsstücke und Status- und Stilsymbole. Die jüngste Zusammenarbeit zwischen dem kleinen Monster, der japanischen Marke Sacai, und der koreanischen Band Seventeen, die für über 31.000 US-Dollar versteigert wurde, bestätigte, wie fest Labubu in das Reich der Luxus-Sammlerstücke vorgedrungen ist. In Mailand wurden die Warteschlangen vor dem Pop Mart-Flagshipstore in Porta Venezia so intensiv, dass zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung die Anwesenheit von Strafverfolgungsbehörden erforderlich war; einigen Online-Nutzern zufolge eskalierte es sogar zu Panikszenen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Labubu-Zahlen heute nicht nur schwer zu finden, sondern auch zunehmend unerschwinglich sind. Angesichts der steigenden Nachfrage und der limitierten Auflagen sind die Preise auf dem Gebrauchtmarkt sprunghaft angestiegen, wobei einige Zahlen leicht über 1.500 USD lagen. Bei Vinted war ein Plüsch aus der Kollektion „Dress Be Latte“ für 2.549€ gelistet. Wie so oft in der Luxuswelt treibt die wahrgenommene Knappheit die Begierde an und führt wie ein Dominoeffekt unweigerlich zum falschen Markt. In den letzten Monaten ist, wie auch von Dao Insights berichtet, die Zahl der im Umlauf befindlichen gefälschten Labubu sprunghaft angestiegen.

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Dabei handelt es sich nicht nur um billige Nachahmungen, die auf Märkten zu finden sind — es gibt inzwischen einen wachsenden Markt für 1:1 -Superfakes, deren Repliken kaum von den Originalen zu unterscheiden sind, komplett mit scheinbar authentischen Pop-Mart-Etiketten. Einige Verkäufer behaupten sogar, echte Modelle erhalten zu haben, um ihre Kopien zu formen. Diese „Homeland“ -Versionen sind bei denjenigen, die die offizielle Version 3.0 nicht in die Finger bekommen können, am gefragtesten. Sie werden für rund 430 RMB (fast 60$) für ein Sechserset verkauft, was dem offiziellen Preis von 594 RMB sehr nahe kommt. Auf der anderen Seite gibt es die „Shanzhai“ -Fälschungen, Versionen mit modifiziertem Design, die oft geringfügige Namens- oder Detailänderungen aufweisen, um urheberrechtliche Probleme zu vermeiden. In diesen Fällen wird Labubu in „Lafufu“ umbenannt, und der Preis sinkt auf etwa 190 RMB für sechsstellige Beträge in der günstigsten Version oder 360 RMB für qualitativ hochwertigere. In den sozialen Medien — insbesondere auf TikTok — vergleichen Internetnutzer die Originale ironischerweise mit den Lafufu-Versionen, da die gefälschten Modelle oft starke Deformitäten aufweisen, wodurch die Figuren noch „monsterhafter“ erscheinen.

Wie Dao Insights betont, sind Fälschungen auf Großhandelsmärkten leicht zu finden, obwohl sie aufgrund der jüngsten behördlichen Inspektionen zunehmend in den Untergrund geraten. Einige Journalisten besuchten geheime Fabriken mit fünf Produktionslinien, die in drei Schichten am Tag betrieben wurden. Ein anderer Händler gab an, dass niemand die Fabriken betreten darf und dass die Lieferungen mit einem Maß an Geheimhaltung abgewickelt werden, das mit dem Drogenhandel vergleichbar ist. Nur vertrauenswürdige Kunden erhalten Zugang zu den Lagerhäusern in Yiwu, Provinz Zhejiang. Viele vermuten, dass diese Aktivitäten an dieselben OEM-Fabriken (Original Equipment Manufacturer) gebunden sind, die offiziell für Pop Mart produzieren. Ein Szenario, das in der ersten Jahreshälfte nach dem Skandal der „chinesischen Hersteller“ zu einem wichtigen Gesprächsthema in der Luxuswelt wurde.

In der Zwischenzeit stammen weitere Beweise dafür, dass Labubu-Figuren heute als Halbluxusartikel angesehen werden, aus der Welt der Authentifizierung. Die Plattform CheckCheck gab 2024 bekannt, dass sie das erste in den USA ansässige Unternehmen ist, das Authentifizierungsdienste für Labubu anbietet. Ein Schritt, der Bände über die Positionierung dieser Objekte auf dem heutigen Weltmarkt spricht: Es handelt sich nicht mehr nur um sammelbares Spielzeug, sondern um trendige Accessoires, die oft an Designertaschen befestigt sind oder sogar auf Stadionbühnen und roten Teppichen zu sehen sind. In China ist der Labubu-Wahnsinn sogar so weit gegangen, dass die Puppen ausgeliehen werden, und die Nutzer sind bereit zu zahlen, nur um ein seltenes Stück bei Veranstaltungen oder Fotoshootings zu präsentieren. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass das moderne Sammeln unter einer ähnlichen Dynamik wie das Modesystem funktioniert, das aus Hype, Knappheit, Statussymbolen und unweigerlich aus Fälschungen besteht. Es scheint, dass die Parallele niemanden mehr erschreckt, auch wenn die Labubu-Obsession zunehmend aus den Fugen gerät.

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