
Social-Media-Nutzer haben Metas Brille als „perverse Brille“ bezeichnet Eine Debatte, die sich wie ein Meme über den Schutz der Privatsphäre anfühlt
Die zunehmende Verbreitung von Videos, die mit Datenbrillen gedreht wurden, in sozialen Netzwerken — insbesondere solche von Meta, die in Zusammenarbeit mit der EssilorLuxottica-Gruppe produziert wurden — sorgt in bestimmten Nutzernischen für Unzufriedenheit. Insbesondere fragen sich viele, ob Aufnahmen, die mehr oder weniger diskret mit der im Bild integrierten Mikrokamera gemacht und später online geteilt wurden, in einigen Fällen eine Verletzung der Privatsphäre der gefilmten Personen darstellen können.
@_brycepeters_ People and more specifically men who wear Ray-Ban meta glasses in public, I will automatically label you as a pervert the moment I see you in them. There is no instance at all where those are acceptable to wear in a gym, and I will automatically think that you’re secretly filming people even if you’re not. There’s only 2 types of people who wear those in public and especially to the gym, perverts and losers #metaglasses original sound - Bryce Peters
Auf Instagram und TikTok kursieren zahlreiche Videos, in denen normale Menschen gefilmt werden, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, und unfreiwillig zum Gegenstand von Kurzinterviews, Streichen oder ähnlichem werden. Dies ist eine Praxis, die seit langem Kritik und Diskussionen ausgelöst hat und die Einführung intelligenter Brillen offenbar noch verstärkt hat. Das Problem ist so stark vertreten, dass intelligente Brillen in letzter Zeit von einigen als „perverse Brillen“ bezeichnet wurden.
Ist die Smart-Glass-Kamera zu schwer zu erkennen?
@hopeyoufindyourdad Stay safe out there ladies
original sound - Andra
Intelligente Brillen haben oft ein Aussehen, das von herkömmlichen Brillen nicht zu unterscheiden ist: Die perfekt in den Rahmen integrierte Mikrokamera misst nur wenige Millimeter und ist daher schwer zu erkennen, insbesondere bei Versionen mit dunkleren Oberflächen.
In den Nutzungsbedingungen der Datenbrillen von Meta, die in Zusammenarbeit mit Ray-Ban und Oakley zwei Modelle entwickelt haben, wird beispielsweise klargestellt, dass die Brille nicht für schädliches Verhalten verwendet werden darf — wie Belästigung, Datenschutzverletzungen oder die Erfassung sensibler Daten. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass während der Aufnahme eine LED aufleuchtet, die speziell dafür entwickelt wurde, Personen in der Nähe zu signalisieren, dass die Kamera in Betrieb ist.
Dieser Transparenzmechanismus scheint jedoch ziemlich einfach zu umgehen zu sein: Das Licht kann ohne große Schwierigkeiten abgedeckt werden, zum Beispiel mit Aufklebern, die für diesen Zweck entworfen wurden und leicht online verfügbar sind; außerdem gibt es zahlreiche Tutorials, die zeigen, wie die LED deaktiviert oder weniger sichtbar gemacht werden kann. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass im Internet ausführliche Leitfäden kursieren, nach welchen Hinweisen gesucht werden muss, um zu verstehen, ob die Person, mit der Sie sprechen, eine intelligente Brille trägt oder nicht.
Gibt es Gesetze zum Schutz von „Smart-Glass-Opfern“?
meta glasses are mankind’s worst invention https://t.co/UQqW8Q47vM
— fahmeedx (@fahmeedx) April 2, 2026
Bis heute gibt es in den meisten Teilen der Welt keine ausdrücklichen Regeln, die es verbieten, Menschen ohne deren Zustimmung an öffentlichen Orten zu filmen. In englischsprachigen Ländern ist diese Praxis beispielsweise generell erlaubt, es sei denn, es handelt sich um ein Verhalten, das auf tatsächliche Formen der Belästigung zurückgeführt werden kann.
Die Situation ist komplexer, wenn Videos online verbreitet werden: In diesen Fällen kann man sich auf Gesetze zum Datenschutz und zum Schutz personenbezogener Daten verlassen, insbesondere wenn die Inhalte kommerziellen Zwecken dienen. Die Durchsetzung dieser Schutzmaßnahmen ist jedoch aufgrund eines regulatorischen Rahmens, der für normale Bürger nicht immer einfach anzuwenden ist, recht schwierig.
In weiten Teilen der Europäischen Union hat jeder, der in einem Video erscheint, ohne seine Zustimmung gegeben zu haben, — zumindest theoretisch — die Möglichkeit, dessen Entfernung zu beantragen. In der Praxis wird diese Option jedoch selten verfolgt, da sie häufig Fähigkeiten und finanzielle Ressourcen erfordert, über die nicht jeder verfügt. Einzelne digitale Plattformen bieten immer noch Tools an, mit denen Nutzer Inhalte melden können, in denen sie ohne Zustimmung erscheinen. Die Entfernungsverfahren sind jedoch oft langsam und das Ergebnis ist nicht immer garantiert.