
Kering hat seinen neuen CEO gefunden Und er kommt nicht aus der Modebranche — sondern aus der Automobilbranche
Kering hat einen neuen CEO. In allen vorläufigen Berichten wird der Italiener Luca de Meo erwähnt, der Renault erst gestern nach fünf Jahren im Unternehmen verlassen hat, das er in den letzten fünf Jahren geleitet hat, und nun bereit ist, die operative Führung des zweitgrößten Luxuskonzerns der Welt zu übernehmen. Luca de Meos Wechsel von der Automobilindustrie in den Luxussektor stellt einen der unerwartetsten und potenziell revolutionärsten Führungswechsel der letzten Jahre dar. Die Ankündigung erfolgt inmitten intensiver Spekulationen, angeheizt von Le Figaro, der behauptet, de Meo werde die operative Führung von Kering übernehmen, der Muttergesellschaft von Gucci, Saint Laurent, Balenciaga, Bottega Veneta und Alexander McQueen, deren geschäftlicher Wohlstand in den letzten Jahren gesunken ist. So sehr, dass die Kering-Aktie mit dem Eintreffen der potenziellen Neuigkeiten um 7,2% stieg, und mehrere Analysten sind bereits der Ansicht, dass sein Profil den aktuellen Bedürfnissen der Gruppe entspricht: ein führendes Unternehmen, das in der Lage ist, komplexe Transformationen zu steuern, globale Aktivitäten zu stärken und Marken in einem wettbewerbsintensiven und sich schnell verändernden Umfeld wiederzubeleben. Laut Luca Solca von Bernstein, der vom WWD interviewt wurde, „braucht Kering Veränderungen, die Leistung hat sich weiter verschlechtert“. Er beschrieb de Meo als eine Führungskraft, die für „Produktinnovation, technologische Innovation, elektrische Transformation, Markenrelaunch und Rückkehr zu Wachstum und Gewinnen“ bekannt ist.
De Meo, der über dreißig Jahre Erfahrung in der Automobilbranche mit Funktionen bei Fiat, Alfa Romeo, Toyota, Volkswagen und Seat verfügt, ist weithin bekannt für seine führende Rolle bei der Modernisierung von Renault. Unter seiner Führung vollzog das Unternehmen eine mutige Wende hin zur Elektrifizierung, startete eine Reihe von Initiativen für Elektrofahrzeuge, strukturierte seine zwanzigjährige strategische Allianz mit Nissan um und konzentrierte sich auf einen Markenrelaunch und technologische Innovationen, um Renault dabei zu helfen, aus einer schwierigen finanziellen Phase herauszukommen und wieder rentabel zu werden. Die Frage, die in aller Munde ist, ist vielleicht philosophisch: Gibt es wirklich einen großen Unterschied zwischen Luxus und Automobil? Sicherlich wird die Modewelt mehr von Ästhetik, Geschichtenerzählen und kulturellen Begierden dominiert als die Automobilwelt, aber vielleicht ist im Wesentlichen eine neue Perspektive auf Kerings Geschäft wirklich erforderlich. Seine Ernennung zum CEO von Kering stellt einen Wendepunkt für die Gruppe dar. Etwas Neues muss ausprobiert werden: Die Gruppe hat eine Phase intensiver kreativer und finanzieller Instabilität hinter sich, insbesondere im Fall von Gucci, dessen Umsatz aufgrund der sich ändernden Verbraucherpräferenzen und der Fluktuation von Führungskräften, die die Erholung verlangsamt haben, seit langem rückläufig war. Seit seinem Aktienhöchststand Mitte 2021 hat Kering rund 78% seines Marktwerts verloren. Allein im Jahr 2025 sind die Aktien der Gruppe um 28% gefallen, was die Desillusionierung der Anleger über ihre Turnaround-Pläne widerspiegelt. In den letzten zwei Jahren hat die Aktie über 60% ihres Werts verloren, ein dramatischer Rückgang für das Unternehmen, das einst als einer der solidesten Akteure im europäischen Luxussegment galt. In der Zwischenzeit hat Kering Schulden in Höhe von über 10,5 Milliarden Euro angehäuft, was seine Bilanz weiter belastet und das Risiko neuer Herabstufungen durch Ratingagenturen erhöht.
@quotidienofficiel Alors que le secteur de l’automobile traverse une mauvaise passe, le nouveau gouvernement Barnier prévoit d'augmenter le malus sur les voitures thermiques et de baisser le bonus sur les électriques. Comment Luca de Meo — directeur général de Renault — et Carlos Tavares — directeur général de Stellantis — vivent-ils la situation ? On leur a posé la question. #sinformersurtiktok #quotidien #tiktokfrance #automobile #auto #carlostavares son original - Quotidien
Um den Schuldendruck zu verringern, hat die Gruppe damit begonnen, einige Immobilien zu verkaufen und ihre Schulden umzustrukturieren, um sie in Finanzspritzen umzuwandeln. Aber in der Wirtschaft kommen Probleme von unten oft von oben, und das Thema Führung wird immer dringlicher. François-Henri Pinault, seit 2005 Vorsitzender und CEO, hatte aktiv an seiner Nachfolge gearbeitet. Wie wir am Freitag erwähnt haben, wird er den Vorstandsvorsitzenden sowie die Kontrolle über Kerings Muttergesellschaft Artemis behalten, während die operative Führung seines Modegeschäfts dem neuen Leiter anvertraut wird. Dennoch ist der Weg, der vor uns liegt, alles andere als einfach. Nicolas Chauvet von Citi Research erklärte gegenüber WWD auch, dass die Trendwende im Luxussegment heute langsamer, teurer und komplexer ist als in der Vergangenheit, da Verbraucher dazu neigen, bereits etablierte Marken zu bevorzugen, während diejenigen, die sich im Wandel befinden, vor Herausforderungen stehen, wieder an Bedeutung zu gewinnen. Laut Chauvet wird eine Kombination aus strategischen Investitionen, kreativer Sorgfalt und operativer Beständigkeit erforderlich sein, um diese Marken wieder zu einem stabilen Umsatz- und Cashflow zu führen. Ein ermutigendes Zeichen ist die kürzliche Ernennung von Demna zum Creative Director von Gucci, eine Rolle, die er nächsten Monat übernehmen wird. Der Architekt von Balenciagas Wiederbelebung wird im September auf der Mailänder Modewoche seine erste Kollektion für Gucci vorstellen. Sein radikaler Stil, gepaart mit de Meos potenzieller Führungskraft, könnte eine neue Ära der synergetischen Zusammenarbeit zwischen Kreativität und Management einläuten.













































