
Was meinst du damit, Jeff Bezos will Condé Nast kaufen? Gerüchten zufolge steht Lauren Sánchez Bezos ein sehr redaktionelles Hochzeitsgeschenk bevor
Als in den letzten Wochen bekannt wurde, dass Lauren Sánchez-Bezos der Coverstar der Juli-Ausgabe der Vogue sein würde, reagierten viele Mode-Insider skeptisch und stellten eine gewisse politische Inkonsistenz in Anna Wintours Entscheidungen fest. Tatsächlich hatte die langjährige Redakteurin Donald Trump zuvor von der Met Gala ausgeschlossen und Kamala Harris offen unterstützt, sowohl während ihrer Vizepräsidentschaft als auch während ihrer Präsidentschaftskampagne im vergangenen Jahr. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass es Wintour selbst war, die persönlich das Dolce & Gabbana-Kleid auswählte, das von Bezos' neuer Frau getragen wurde, was die Verbindung umso merkwürdiger machte. Die Verbindung zwischen Bezos und Vogue geriet zunächst in den Hintergrund, als in den sozialen Medien über die verschwenderische Hochzeit in Venedig und die Ankündigung von Wintours Rücktritt als Chefredakteur der US-Ausgabe des Magazins nach einer beeindruckenden 37-jährigen Amtszeit berichtet wurde. Doch hinter diesen Zufällen scheint sich ein wichtiger roter Faden abzuzeichnen. Gerüchten der Daily Mail zufolge plant Jeff Bezos angeblich, Condé Nast als Hochzeitsgeschenk für Lauren Sanchez, eine ehemalige Journalistin mit konservativen politischen Neigungen, zu erwerben. Die britische Boulevardzeitung schreibt, dass die Möglichkeit, dass Bezos den Verlagsriesen kauft, zu einem zentralen Thema in den Vogue-Büros geworden ist. Trotz offizieller Dementis der Familie Newhouse — seit 1959 Eigentümer von Condé Nast durch Advance Publications — sind mehrere interne Quellen nach wie vor vom Gegenteil überzeugt. Bestimmte Anzeichen deuten darauf hin, dass das Unternehmen möglicherweise bereits den Grundstein für einen möglichen Verkauf legt, darunter eine kürzliche Welle weltweiter Entlassungen, von denen in den letzten Monaten auch die italienische Division von Condé Nast betroffen war.
if Jeff Bezos is really buying out Condé Nast and Vogue…we really can burn it all down now
— Jewls (@julianosjournal) July 10, 2025
Das direkte Interesse von Lauren Sanchez wird auch durch die von Yahoo News veröffentlichten Berichte bestätigt, in denen in den letzten Tagen hervorgehoben wurde, dass die ehemalige Journalistin und derzeitige Ehefrau von Bezos nicht die Absicht hat, im Hintergrund zu bleiben, falls die Übernahme von Condé Nast zustande kommen sollte. Im Gegenteil, Sanchez soll bereits konkrete Anfragen gestellt haben, eine herausragende Rolle innerhalb der Vogue zu übernehmen, mit dem erklärten Ziel, die redaktionellen Strategien und Geschäftspartnerschaften des Magazins zu beeinflussen. Es ginge nicht darum, Wintours Titel als Chefredakteurin anzunehmen, sondern sich als eine Art „Schattenmanagerin“ zu positionieren, eine Schlüsselfigur hinter den Kulissen, die bereit ist, direkten Einfluss auszuüben. Laut einem auf Substack veröffentlichten Artikel von Rob Shuter (der als „Englands bester Klatschkolumnist“ bezeichnet wird) soll sogar Sanchez' Auftritt auf der Pariser Fashion Week Teil einer präzisen Strategie gewesen sein, die als Botschaft an die gesamte Modeindustrie diente.
@selloutartist Is this the end of Vogue? #vogue #fashion #jeffbezos #laurensanchez #fashiontiktok #fashionhistory #luxuryfashion #greenscreen original sound - Yagmur Tok
Schließlich ist Bezos in der Verlagswelt kein Unbekannter: 2013 erwarb er die Washington Post für 250 Millionen US-Dollar und beendete damit vier Generationen des Familienbesitzes von Graham. Schon damals löste die Übernahme unter Journalisten und Mitarbeitern erhebliche Kontroversen und Bedenken aus, da sie die mögliche Einmischung eines Eigentümers mit starken kommerziellen Interessen befürchteten. Anfang dieses Jahres eskalierten die Spannungen innerhalb der Washington Post weiter, nachdem Bezos eine bedeutende redaktionelle Änderung angekündigt hatte und erklärte, der Meinungsbereich der Zeitung werde sich fast ausschließlich auf individuelle Freiheiten und freie Märkte konzentrieren. Dieser Schritt, der weithin als konservative Wende angesehen wurde, die mit der traditionellen redaktionellen Haltung der Post kollidierte, löste interne Gegenreaktionen aus, die im dramatischen Rücktritt des Chefredakteurs David Shipley gipfelten. Shipley war einer der Hauptgegner der umstrittenen Entscheidung von Bezos vom vergangenen Oktober gewesen, eine Unterstützung von Kamala Harris zu blockieren, was Berichten zufolge zum Verlust von 250.000 Abonnenten führte. Angesichts der redaktionellen Leitung von Bezos bei der Post erscheint die Idee seiner Beteiligung an der Zukunft der Vogue besonders heikel, insbesondere angesichts der offen liberalen Positionen, die die Zeitschriften Condé Nast in den letzten Jahren eingenommen haben. Dies macht eine mögliche Übernahme durch Bezos umso umstrittener, was weitere Bedenken hinsichtlich der Zukunft der redaktionellen Unabhängigkeit und der kreativen Freiheit innerhalb der Publikationen aufkommen lässt. Aber ist der Teufel wirklich dabei, Amazon zu tragen?













































