Werden Subs die neuen OnlyFans sein? Der ehemalige Besitzer und Gründer Tim Stokely von OnlyFans hat eine neue Plattform eröffnet

Als es 2016 auf den Markt kam, gelang es OnlyFans, in relativ kurzer Zeit zahlreiche Nutzer anzulocken. Ein echter Erfolg war jedoch die Covid-19-Pandemie. Im Jahr 2019 veröffentlichten rund 100.000 Menschen Inhalte auf der Plattform, aber innerhalb eines Jahres war diese Zahl auf etwa eine Million angewachsen. Schätzungen zufolge übersteigt die Anzahl der aktiven Ersteller auf OnlyFans heute eineinhalb Millionen. Obwohl dieser Markt weiter expandiert, weist die Plattform mehrere Probleme auf, die von denjenigen, die sie professionell nutzen, zunehmend nicht gemocht werden. Einer der am meisten kritisierten Aspekte von OnlyFans ist die mangelnde interne Sichtbarkeit, die den Erstellern geboten wird, was die meisten Nutzer dazu zwingt, sich auf andere Kanäle zu verlassen, um ihre Profile zu entdecken und zu erreichen. Es ist kein Geheimnis, dass das Unternehmen seinen Ruhm den expliziten Inhalten verdankt, die von Models und Sexarbeiterinnen veröffentlicht wurden, obwohl auch andere Arten von Material auf der Plattform geteilt werden. Wer jedoch neue Abonnenten gewinnen möchte, ist fast immer gezwungen, in anderen sozialen Netzwerken, insbesondere auf Instagram, präsent zu sein. Es ist allgemein bekannt, dass YouTuber auf diesen Plattformen kostenlose Fotos oder kurze Videos teilen, um Follower auf die auf OnlyFans verfügbaren kostenpflichtigen Inhalte aufmerksam zu machen. Wie die New York Times bereits 2021 betonte, ist es fast unerlässlich, ein gewisses Maß an Online-Sichtbarkeit zu genießen, um eine solide Nutzerbasis auf das eigene OnlyFans-Profil zu lenken und so zu hoffen, Einnahmen zu erzielen.

Auf OnlyFans mangelt es nicht an Konkurrenz. Tatsächlich ist der Markt bereits ziemlich gesättigt. Für einen aktiven Creator auf OnlyFans hängt der Erfolg von einer Kombination von Faktoren ab, die nicht immer leicht zu kontrollieren sind — von früheren Bekanntheiten bis hin zu der Zeit, die man bereit ist, dieser Aktivität zu widmen, und vielen anderen Variablen. Darüber hinaus sind diejenigen, die bei OnlyFans arbeiten, immer noch verschiedenen Risiken ausgesetzt, obwohl Online-Sexarbeit im Allgemeinen sicherer ist als offline. Die offensichtlichste und häufigste Gefahr ist das soziale Stigma: Auf OnlyFans werden selbst diejenigen, die keine explizit sexuellen Inhalte veröffentlichen, häufig mit Sexarbeit in Verbindung gebracht, mit allen damit verbundenen Konsequenzen wie Beleidigungen und Diskriminierung. Darüber hinaus gibt es in fast allen westlichen Ländern Gesetze, die den Verkauf oder Kauf sexueller Dienstleistungen einschränken oder verbieten, was die Anerkennung von Rechten für Beschäftigte in der bezahlten Sexindustrie erheblich einschränkt. Und die Folgen sind real: Es gibt Schöpfer, die unter anderem Schwierigkeiten haben, Hypotheken und andere Finanzdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus riskieren diejenigen, die einen anderen Job haben und OnlyFans nutzen, um „über die Runden zu kommen“, oft, in einem Shitstorm zu landen, wie es kürzlich einer italienischen Vorschullehrerin passiert ist, die wegen unangemessenem Verhalten entlassen wurde.

Aufgrund dieser Probleme im Zusammenhang mit der Creator Economy, insbesondere in Bezug auf explizite Inhalte, gründete Tim Stokely — Gründer von OnlyFans und CEO bis 2021, als er das Unternehmen verließ — Subs, eine neue Plattform, die aus dem Zuhören der Kritik und Bedürfnisse vieler Mitarbeiter von OnlyFans hervorgegangen ist. Obwohl sie letzterem in Bezug auf die Funktionen ähnelt (Inhalte für Erwachsene können auch auf Subs geteilt werden), verfolgt die neue Plattform laut Stokely andere Ziele und zielt darauf ab, einzelnen YouTubern mehr Freiheit, Sichtbarkeit und Verdienstmöglichkeiten zu bieten. Wie in der US-Ausgabe von Wired dargelegt, besteht die Absicht darin, markenfreundlich zu sein. Mit anderen Worten, Stokely will die Schöpfer nicht entfremden, wie es bei OnlyFans der Fall zu sein scheint.

Subs bietet Tools, die auf OnlyFans nicht verfügbar sind, und ermöglichen es den Erstellern, nicht unbedingt in anderen sozialen Medien präsent zu sein, um Benutzer weiterzuleiten. Zu diesem Zweck hat die Plattform viele Funktionen, die bereits auf anderen Websites zu finden sind, in einem Bereich integriert, z. B. die Möglichkeit, Videoaufsätze anzusehen, den Feed zu durchsuchen, Anrufe zu tätigen oder KI zu verwenden, um gezielte Vorschläge zu erhalten. Ziel ist es, auf einer einzigen Plattform das zu kombinieren, was YouTuber heute gezwungen sind, auf mehreren Kanälen zu verteilen. Darüber hinaus garantiert Subs (zumindest auf dem Papier) ein ausgewogeneres Management der Urheber und umfassendere Monetarisierungsinstrumente, wie z. B. die Aufteilung der Einnahmen unter den Mitarbeitern und Anreize für Nutzer, die andere einladen, der Plattform beizutreten. Wired weist jedoch darauf hin, dass Stokelys Projekt trotz seiner langjährigen Erfahrung in der Branche eine ziemliche Herausforderung darstellt. Die Gegenreaktion gegen Plattformen wie OnlyFans ebnet allmählich den Weg für die Eröffnung neuer Online-Räume, aber ob diese tatsächlich besetzt werden können — um die großen Namen aus ihren dominanten Positionen zu verdrängen — bleibt abzuwarten: Gibt es noch Platz für ein großes neues soziales Netzwerk?

Was man als Nächstes liest