Befinden wir uns in einer sexuellen Rezession? Drei Tipps, um zu versuchen, es zu verlangsamen

Nach der Pandemie konzentrierten sich viele Anthropologen auf die Einflüsse, die die Erfahrung des Gesundheitsnotstands auf die Gewohnheiten der Bevölkerung ausübte — insbesondere in der westlichen Welt. Unter diesen fanden auch Veränderungen im Sexualleben reichlich Platz. Umfangreiche nationale Studien wurden vier Jahre nach der Einführung der ersten Einschränkungen veröffentlicht. In Frankreich soll laut einer Umfrage des Institut Français d'Opinion Publique die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs von 1970 bis heute um 26% gesunken sein. Das Gleiche gilt für die Zahl der sexuell aktiven Personen, die allein in den letzten achtzehn Jahren um 15 Prozentpunkte gesunken ist. Darüber hinaus haben in Frankreich 39% der Frauen und 55% der Männer das Gefühl, nicht genug Sex zu haben. Die fragliche Umfrage, die von der Sexspielzeugfirma Lelo in Auftrag gegeben wurde, ist Teil einer umfassenderen Studie. Die Forscher sind sich jedoch einig, dass die Pandemie eine zentrale Rolle dabei gespielt hat, den Umgang vieler Menschen sowohl mit sexuellem Vergnügen als auch mit romantischen Beziehungen zu verändern. Die französische Zeitung Le Monde hat daher eine Reihe von Tipps zusammengestellt, um dieser möglichen sexuellen Rezession zu begegnen — hier sind die drei wichtigsten.

 

1. Lass dich nicht vom Lauf der Zeit entmutigen

@steven Why men love p*rn more than their partner!!! Relationship therapist guru @Esther Perel original sound - Steven Bartlett

Im Allgemeinen treten in einer Beziehung umso mehr Wunschkrisen auf, je länger die Zeit vergeht. Statistisch gesehen sind Paare, die das Gewicht der Jahre nicht spüren, sehr selten, aber dies wird als völlig normaler Trend angesehen. Laut der Journalistin Maïa Mazaurette, Autorin des Artikels in Le Monde, der in ihrer Kolumne häufig sexuelle Themen behandelt, muss Sexualität wie alles andere erneuert werden, wie etwa eine Diät oder eine Bibliothek: Sie sollte daher offen für äußere Einflüsse sein, in Bezug auf Fantasien oder das Experimentieren mit neuen Praktiken — sowohl individuell als auch zu zweit. Es ist auch wichtig, nicht zu vergessen, dass der Geist auch eine erogene Zone ist und sich mit Fantasien beschäftigen muss. Dies gilt insbesondere für das Üben der Selbststimulation: Wenn es keine andere Person gibt, die die Erregung steigern kann, muss man lernen, das Verlangen auf andere Weise zu stimulieren.

 

2. Erhöhen Sie die Offline-Präsenz

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Betrachtet man die Kurve der sexuellen Häufigkeit im Westen, fiel der Rückgang mit der Verbreitung von Smartphones und sozialen Medien zusammen. Insbesondere für jüngere Bevölkerungsgruppen hat der potenzielle ständige Zugang zum Internet die täglichen Erfahrungen und Entwicklungsprozesse beeinflusst — auf allen Ebenen, auch im sexuellen Bereich. Laut Le Monde haben es im Durchschnitt zwei von fünf Personen vermieden, mindestens einmal Sex zu haben, um anderen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Online-Leben nachzugehen. In diesem Sinne ist es wichtig, sich darin zu schulen, über den Verlauf des eigenen Sexuallebens nachzudenken, ob in einer Beziehung oder nicht. Ein Rückgang der Libido, der durch ein soziales Ungleichgewicht verursacht wird — was wiederum auf eine obsessive Beziehung zur Technologie, oft zu sozialen Medien, zurückzuführen ist — ist kein so seltenes Problem: Am nützlichsten ist es, mit dem Partner darüber zu sprechen, sofern er direkt involviert ist, und danach zu streben, sich selbst besser zu verstehen, ohne Angst zu haben. Daher sollte die Bedeutung der Arbeit an den eigenen Wünschen nicht vernachlässigt werden, möglicherweise sogar mit Unterstützung eines therapeutischen Pfades.

 

3. Konzipieren Sie Sex offener

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„Wenn wir an Sex denken, kommt uns sofort die vaginale Penetration in den Sinn, weil sie aus sozialer und kultureller Sicht als die Quintessenz der sexuellen Praxis angesehen wird“, heißt es in dem Buch Vengo prima io der Sexologin Roberta Rossi. Obwohl sich „vollständiger Geschlechtsverkehr“ aus wissenschaftlicher Sicht auf Penetration bezieht, sollte dies nicht als „ultimativer Sex“ angesehen werden. Wie von Le Monde selbst vorgeschlagen, muss man sich stärker bewusst sein, dass sexuelle Aktivität auch ohne vaginale Penetration befriedigend sein kann. Diese Praxis sollte nicht als „Endpunkt“ betrachtet werden, genauso wie alle anderen Praktiken kein bloßes „Vorspiel“ sind. Sex besteht aus verschiedenen Arten von Stimulation und Interaktionen, die alle gleichermaßen gültig und wichtig sind und nicht als etwas verstanden werden sollten, das durch einen mehr oder weniger vordefinierten Verlauf gekennzeichnet ist. Wie das französische Magazin Slate argumentiert, hat die Globalisierung auch die Sexualität standardisiert, auf Kosten von Besonderheiten und spezifischen Praktiken.

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