
Befinden sich Musik-Streaming-Plattformen in einer Krise? Wie Abonnement-Müdigkeit die Art und Weise verändert, wie wir Musik hören
Im Gegensatz zu Video-Streaming-Diensten haben Musik-Streaming-Plattformen wie Spotify oder Apple Music fast identische Kataloge, da sie Vereinbarungen mit denselben Plattenfirmen unterzeichnet haben. Der Unterschied zwischen einem Dienst und einem anderen liegt hauptsächlich in bestimmten Funktionen: Tidal hat sich dafür entschieden, sich auf eine höhere Audioqualität zu konzentrieren, während Spotify beabsichtigt, in den Podcast- und Hörbuchmarkt zu expandieren. Die Zahl der Abonnenten dieser Dienste erreichte 2023 weltweit 713 Millionen Nutzer mit einem Marktwert von über 17 Milliarden Euro, doch viele haben aufgrund des Anstiegs der Abonnementpreise langsam genug vom Musik-Streaming. Dies geht aus einer Studie des US-Unternehmens Bango hervor, über die auf der Website Digital Music News berichtet wurde: Die Studie, die auf einer Stichprobe von 2200 Personen basiert, die kostenpflichtige Streaming-Dienste nutzen, zeigt, dass 60% der Nutzer mindestens ein Abonnement aufgrund steigender Kosten gekündigt haben, während 66% angeben, dass sie sich die Abonnements nicht mehr leisten können. Verbraucher bevorzugen es heute, zwischen Musik-, TV-, Gaming- oder anderen Streaming-Diensten zu wählen. Verschiedenen Experten zufolge wird die „Abonnement-Müdigkeit“ dazu führen, dass Streaming-Dienste mit anderen Plattformen für den Videokonsum fusionieren, um dem allgemeinen Rückgang der Abonnements entgegenzuwirken. In den USA haben Amazon Prime-Abonnenten bereits heute Anspruch auf eingeschränkten Zugriff auf Amazon Music, während YouTube Premium-Abonnenten YouTube Music auch werbefrei nutzen können. In Australien hat das Mobilfunkunternehmen Optus Amazon Music in einige Arten von Abonnements aufgenommen.
Könnten Everything-Apps die Lösung sein?
Spotify is increasing their subscription price to $10.99
— Culture Crave (@CultureCrave) July 21, 2023
Its first ever price increase since launch in 2011 pic.twitter.com/4hYaKVe66v
Es wird erwartet, dass die Bündelung von Diensten (bekannt als Superbündelung) in den kommenden Jahren mehr Marktanteile gewinnen wird, ähnlich wie in Asien. Laut der Studie von Bango glauben 77% der Befragten, dass dieser Ansatz die beste Reaktion auf steigende Abonnementpreise ist. Die sogenannte „Everything-App“, eine Anwendung, mit der Benutzer viele verschiedene Dinge tun können, ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema im westlichen Technologiesektor, insbesondere im Silicon Valley. Die Hauptreferenz bezieht sich auf äußerst erfolgreiche Plattformen in China wie Weibo und WeChat, Produkte, die gleichzeitig eine breite Palette von Diensten anbieten, von Instant Messaging über digitale Zahlungen bis hin zu sozialen Medien. Mit WeChat, das von 1,2 Milliarden Menschen weltweit genutzt wird, können Nutzer Lebensmittel bestellen, Nachrichten austauschen, eine Hypothek beantragen, ein Fahrrad mieten und auf ihr Homebanking zugreifen. Weibo und WeChat werden auch „Super-Apps“ genannt, weil sie als Hauptplattformen dienen, auf die andere externe Dienste angewiesen sind, die über kleinere Apps miteinander verbunden sind.
Während es in China neben WeChat mit Alipay eine weitere Super-App gibt, ist Grab in Südostasien sehr beliebt. Sie ermöglicht es Benutzern, Essen zu bestellen, Transportmittel zu mieten und Zahlungen zu tätigen. In Indonesien ist ein ähnlicher Dienst namens Gojek sehr beliebt. Es wird nicht einfach sein, die Kluft zwischen den am häufigsten verwendeten Anwendungen im Westen und den asiatischen Super-Apps zu überbrücken, und es ist nicht sicher, ob dieses Modell aufgrund der sozialen und kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern überall funktionieren kann. Es ist kein Zufall, dass sich Super-Apps gerade in Asien durchgesetzt haben, wo sich das Internet spät, aber sehr schnell verbreitete und schnell viele Entwicklungssektoren beeinflusste. In Asien hat das Internet seine „Desktop-Phase“ fast vollständig übersprungen und sich direkt über Smartphones verbreitet, wodurch eine wahrhaft „mobile first“ -Art der Netzwerkkonzeption geschaffen wurde. Um zu verstehen, ob westliche Streaming-Dienste wirklich dazu bestimmt sind, sich zusammenzuschließen und das asiatische Modell so weit wie möglich nachzuahmen, müssen wir auf den ersten Start eines inländischen Weibo warten. Und es scheint, dass das erste Experiment von Elon Musk signiert wurde.













































