
Erholt sich China endlich? In der ersten Hälfte des Jahres 2025 stieg Chinas BIP um 5,1 Prozent
Die Nachricht, auf die die gesamte Luxusbranche über ein Jahr gewartet hatte, ist endlich da: China wächst wieder. Nach Angaben des National Bureau of Statistics stieg Chinas BIP im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1%, was eine Erholungsphase bestätigt, die einen entscheidenden Wendepunkt für den Luxussektor darstellen könnte, der seit Ende 2023 Probleme hat. Chinas Erholung basiert hauptsächlich auf zwei wichtigen Säulen: auf der einen Seite auf der allmählichen Erholung des Inlandsverbrauchs und auf der anderen Seite auf dem Exportsektor mit der Lockerung des Handelskriegs, der zwar immer noch andauert, aber zu Abkommen über den Rohstoffaustausch geführt hat. Gleichzeitig zeigt der Inlandsmarkt ermutigende, wenn auch immer noch gemischte Signale. Die Einzelhandelsumsätze, die hauptsächlich auf den Online-Handel zurückzuführen sind, stiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 5%, wobei Kategorien wie Haushaltsgeräte und technische Produkte deutliche Verbesserungen verzeichneten. Einige traditionell starke Sektoren wie Bekleidung und Kosmetik wuchsen nicht im gleichen Tempo und verzeichneten bescheidenere Zuwächse. Es handelt sich also nicht mehr um ein tiefrotes Szenario wie in den letzten Monaten, aber es ist auch unrealistisch zu erwarten, dass große Luxuskonzerne sofort zu ihrem früheren Umsatzniveau zurückkehren werden. Erleben wir also den Beginn eines neuen Tages für die Modeindustrie oder ist es nur eine Fata Morgana?
*CHINA 2Q GDP GROWS 5.2% Y/Y; EST. +5.1%
— Spencer Hakimian (@SpencerHakimian) July 15, 2025
Our tariffs aren’t impacting China at all.
Um dies zu beantworten, müssen wir über die Oberflächenzahlen hinausschauen. Laut WWD hängt das Ergebnis größtenteils mit dem sogenannten „Frontloading“ der Exporte zusammen, bei dem Vorbestellungen ausländischer Unternehmen getätigt wurden, was durch das grundlegende Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und China über Seltene Erden und Halbleiter gefördert wurde. Die Federal Reserve (die US-Zentralbank) bestätigte, dass die übertriebene Glätte der chinesischen Daten im Vergleich zu den Vorjahren zwar abgenommen hat, das Wachstumsmodell jedoch weiterhin unausgewogen ist. Was das Land belastet, ist nicht nur die geopolitische Unsicherheit, sondern auch der Deflationsdruck und eine Binnennachfrage, die sich noch nicht vollständig konsolidiert hat. In diesem Zusammenhang kommt die von Think China gemeldete Entscheidung der chinesischen Regierung, einen Teil ihrer US-Staatsanleihen vom vergangenen Juni zu verkaufen, ins Spiel: ein eher politischer als wirtschaftlicher Schritt, der als Signal des Willens interpretiert wird, das finanzielle Engagement in den Vereinigten Staaten zu reduzieren. Trotzdem scheinen die direkten Auswirkungen auf den Inlandsmarkt begrenzt zu sein. Pekings Priorität scheint weiterhin darin zu bestehen, eine stärkere Erholung aufzubauen, die weniger von Exporten abhängig ist, wobei der Schwerpunkt auf einem nachhaltigen Wachstum der Kaufkraft der Bürger und der Stabilisierung der Binnenmärkte liegt.
@vivinqiang721 My aestheic goal is this one #fashion #styletips #chinesefashion 吃货 - 彤彤
Das Szenario der Erholung im Luxussegment wird durch das Verbraucherverhalten weiter verschärft, das im vergangenen Jahr weitgehend unverändert geblieben ist: Ein zunehmender protektionistischer Trend führt dazu, dass sich sowohl treue als auch aufstrebende Kunden von großen internationalen Luxus-Maisons abwenden und lokale und in China hergestellte Marken bevorzugen, die heute als näher, authentischer und zugänglicher wahrgenommen werden. Diese Veränderung, die sich bereits in den Verkaufsdaten des Einzelhandels abzeichnet, spiegelt nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen kulturellen Wandel wider, der mit dem Wunsch zusammenhängt, eine Konsumidentität zu festigen, die weniger vom Import westlicher Waren abhängig ist. Lynn Song, Chefökonom bei ING, betonte: „Auch wenn die Verbraucher auf Preisanreize in Form von Trade-in-Maßnahmen reagieren, besteht nach wie vor ein allgemeines Gefühl der Vorsicht bei der Ausweitung der diskretionären Ausgaben. Die Stabilisierung der Vermögenspreise und die Wiederherstellung des Lohnwachstums sind nach wie vor wichtige Meilensteine für eine nachhaltigere Wiederherstellung des Vertrauens.“ Mit anderen Worten, ohne eine konkrete Verbesserung der Kaufkraft und ohne klare Signale wirtschaftlicher Stabilität könnte der große Luxusboom nicht auf das Vorkrisenniveau zurückkehren, was Raum für einen noch stärker fragmentierten Markt und noch negativere Bilanzen lässt. Die Zeit wird zeigen, was die Ergebnisse des zweiten Quartals zeigen werden.













































