Also, was ist mit den Tarifen los? Nach dem historischen Treffen mit dem chinesischen Präsidenten beschloss Trump, einige Zölle für das Land zu senken, was keine Selbstverständlichkeit war

In diplomatischer Hinsicht war eines der am meisten erwarteten Treffen des Jahres das Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, den Führern der größten Volkswirtschaften der Welt. Vor Kurzem trafen sie sich in Busan, Südkorea, zu einem Gespräch, das etwa eineinhalb Stunden dauerte, um zu versuchen, die Auswirkungen des anhaltenden Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und China zu beenden — oder zumindest abzumildern. Nach Angaben der Presse haben die Länder eine vorläufige Einigung über die Maßnahmen erzielt, die zur Beilegung zumindest der schwerwiegendsten Streitigkeiten erforderlich sind. Es kann noch nicht behauptet werden, dass der Handelskrieg vorbei ist, aber es scheint, dass es den beiden Staats- und Regierungschefs vorerst gelungen ist, die Eskalation des Konflikts einzudämmen, die den Volkswirtschaften beider Nationen und damit der Weltwirtschaft geschadet hat.

In Bezug auf die zu ergreifenden Maßnahmen müssen jedoch noch viele Punkte geklärt werden. Bisher ist der einzige Führer, der eine Erklärung abgegeben hat, Trump, der seine Absicht angekündigt hat, die Zölle auf alle chinesischen Waren zu halbieren und sie von 20 auf 10% zu senken. Zwischen Februar und März hatte der US-Präsident diese Sanktionen gegen Peking verhängt und dem Land vorgeworfen, nicht genug zu tun, um den Handel mit Fentanyl einzudämmen, einem Betäubungsmittel, das für eine schwere Gesundheitskrise in den Vereinigten Staaten verantwortlich ist und teilweise in China hergestellt wird. Im Gegenzug erklärte Trump, Peking werde größere Anstrengungen zur Bekämpfung des Opioidhandels unternehmen. Die zweite Welle der US-Zölle, die im April gegen China eingeführt wurden, bleibt jedoch in Kraft, obwohl sie im Durchschnitt von 55 auf 45% gesenkt wurden. Dies ist immer noch ein positives Ergebnis für Xi Jinping, da die Gesamtexporte des Landes in die Vereinigten Staaten in den letzten Monaten vorhersehbar stark zurückgegangen waren, was schwerwiegende Auswirkungen auf die Volkswirtschaft hatte.

Die Folgen der von Trump verhängten Zölle

@skynews What did Xi and Trump's meeting tell us about US-China relations? The US president has described the talks with his Chinese counterpart as "amazing", adding he will cut his tariffs on Chinese goods exported. Our asia correspondent Helen-Ann Smith breaks down what happened during the crucial trade meeting. #trump #china #xijingping original sound - Sky News

Als Reaktion auf die von Trump verhängten Zölle hatte China einen Großteil der Exporte sogenannter „Seltener Erden“ in die Vereinigten Staaten blockiert, einer Gruppe von 17 Metallen, die für die Herstellung fortschrittlicher Technologien unerlässlich sind. Obwohl diese Elemente auf der Erde relativ häufig vorkommen, sind sie nicht gleichmäßig verteilt, und ihre Gewinnung ist komplex und kostspielig, was ihren Wert weiter erhöht. China dominiert diesen Markt seit langem, und nach Ansicht vieler Analysten war die Kontrolle über „seltene Erden“ ein strategischer Vorteil im Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten. Ihr plötzlicher Mangel machte sich besonders in den Bereichen Automobil und Militär bemerkbar, zwei wichtige Bereiche für die Wirtschaft des Landes. Im Durchschnitt enthält ein Elektro - oder Hybridauto etwa 500 Gramm Komponenten aus seltenen Erden, die unter anderem für den Motorbetrieb unerlässlich sind. Das Gleiche gilt für den F-35-Kampfflugzeug — das fortschrittlichste Kampfflugzeug, das dem Westen zur Verfügung steht —, der über 400 Kilogramm wiegt, und für viele militärische U-Boote, die bis zu zehnmal höhere Mengen enthalten.

In diesem Zusammenhang war die Trump-Regierung gewissermaßen gezwungen, Kompromisse mit China einzugehen. In diesem Punkt kündigte Trump an, dass die jüngsten Verhandlungen zu einer Einigung geführt haben, die auch das Problem der „seltenen Erden“ lösen wird. Berichten zufolge hat China auch garantiert, dass es den Import von Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten wieder aufnehmen wird: In den letzten Monaten hatte der Stopp der Käufe durch Peking den US-Landwirten enorme Probleme bereitet. Das Problem der Mikrochips scheint immer noch ungelöst zu sein, ein Sektor, in dem die Vereinigten Staaten strenge Exportbeschränkungen nach China verhängt haben. Die Trump-Regierung will Peking — Washingtons wichtigster technologischer Konkurrent — daran hindern, Chips zu verwenden, die in der künstlichen Intelligenz eingesetzt werden, einem Markt, der zu etwa 90% von den Vereinigten Staaten kontrolliert wird, um seine Fähigkeiten in strategisch wichtigen Bereichen, einschließlich des militärischen Sektors, zu verbessern.

Wäre der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China mit der Intensität der letzten Monate fortgesetzt worden, wären die Folgen erheblich gewesen. Die USA kaufen eine Vielzahl von Produkten aus China, darunter viele elektronische und industrielle Komponenten. Insbesondere wurden ganze kommerzielle Sektoren in den USA auf den Zugang zu diesen Waren zu niedrigen Preisen ausgerichtet, und eine solche Produktion ist kurzfristig kaum ersetzbar: In diesem Zusammenhang führten die Zölle zunächst zu einer Verringerung der Gewinnmargen der Unternehmen, was zu höheren Preisen für die Verbraucher führte, was im Laufe der Zeit zur allgemeinen Inflation beigetragen hätte — mit allen damit verbundenen Folgen, nicht nur auf lokaler Ebene. Der Abbau der gegenseitigen Sanktionen zwischen den Vereinigten Staaten und China hat daher vielen Unternehmen Erleichterung verschafft, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, dass die immer noch geltenden Handelsbeschränkungen keine nennenswerten Auswirkungen mehr auf die Volkswirtschaften der beiden Länder haben werden: Langfristig könnten sie die jeweiligen Industriesektoren immer noch in Schwierigkeiten bringen und damit den gesamten Westen destabilisieren.

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