
Der Marktwert von Hermès übertraf kurzzeitig den von LVMH Die Vorherrschaft dauerte nur einen Tag, aber sie bedeutet viel
In der Luxuswelt war die Geschichte von Hermès und LVMH schon immer eine der faszinierendsten und wettbewerbsfähigsten. Und heute wurde ein neues Kapitel hinzugefügt: Nach den enttäuschenden Ergebnissen von LVMH, die zu einem Rückgang des Aktienwerts der Gruppe um 8,4% führten, hat Hermès zum ersten Mal die Marktkapitalisierung von LVMH übertroffen. Jetzt hat der Mega-Konzern Hermès erneut leicht überholt — doch es ist bezeichnend, dass sich eine im Vergleich zum kommerziellen Titan relativ kleine Marke sozusagen in derselben Schwergewichtsklasse befindet. Am Dienstag, dem 15., erreichte die Bewertung von Hermès tatsächlich 243,65 Milliarden Euro und übertraf damit kurzzeitig die 243,44 Milliarden Euro von LVMH, was die historische Familienmarke Dumas zum wertvollsten Unternehmen im Pariser CAC40-Index macht. Die Ursachen für die Kämpfe von LVMH sind bekannt: die geringere Nachfrage aus China und den USA sowie natürlich der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China. Nicht dass Hermès vor der Börsenkrise gefeit gewesen wäre — ganz im Gegenteil. Die Marke ist weit von dem hohen Aktienkurs vom 14. Februar entfernt und hatte am 7. April, fünf Tage vor der Tarifankündigung, einen relativ schlechten Handelstag, obwohl sie sich jetzt zu erholen scheint. Dennoch ist ihre relative Widerstandsfähigkeit angesichts eines makroökonomischen Sturms, der viel größeren Gruppen Schwierigkeiten bereitet, bemerkenswert. Die Überholung der Marktkapitalisierung ist umso sinnvoller, wenn man bedenkt, dass die beiden Unternehmen in einen erbitterten Kampf um die Kontrolle über die Marke verwickelt waren, als Arnault vor über zehn Jahren versuchte, Hermès zu kaufen.
Die Rivalität zwischen den beiden Unternehmen hat historische Wurzeln. Sie reichen bis ins Jahr 2010 zurück, als Bernard Arnault versuchte, heimlich immer größere Anteile an Hermès zu erwerben, um eine Mehrheitsbeteiligung zu erlangen. Dieser Versuch löste eine heftige Reaktion der Familie Hermès aus, die sich zusammenschloss, um den Betrieb durch eine Umstrukturierung des Unternehmens zu blockieren. Nach einer Reihe rechtlicher Ereignisse und aggressiver Maßnahmen war LVMH gezwungen, seine Anteile zu verkaufen, und Hermès blieb unabhängig — eine Episode, die nicht nur ein feindlicher Übernahmeversuch war, sondern letztendlich die Managementstruktur der Marke nachhaltig veränderte. In jedem Fall verzeichnete LVMH 2024 einen Umsatz von 84,7 Milliarden € und einen Betriebsgewinn von 19,6 Milliarden €. Hermès war zwar viel kleiner, erzielte aber einen Umsatz von 15,2 Milliarden € und einen Betriebsgewinn von 6,2 Milliarden €. Deutlich niedrigere Zahlen als der LVMH-Riese, aber proportional gesehen erzielte die kleine französische Marke deutlich höhere Gewinnmargen bei einem viel stabileren Wachstum.
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Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass das von Hermès hergestellte Modell, dessen Produkte keiner künstlichen Verknappung unterliegen, sondern wirklich schwer zu kaufen sind — und sehr teuer — sind und dennoch Optionen für jede Preisklasse bieten (der emblematischste Fall ist der Mini-Twilly-Schal), eines der gesündesten in der gesamten Modeindustrie ist. Die Knappheit ikonischer Produkte wie Birkin oder Kelly hat dem Unternehmen eine erhebliche Preissetzungsmacht verschafft, ein entscheidender Vorteil, der zu seinem stetigen Wachstum beiträgt. LVMH hingegen sieht sich mit dem konfrontiert, was Analysten von BoF den „Konglomeratrabatt“ nennen, was eine niedrigere Bewertung seiner Aktien im Vergleich zu denen einzelner Marken wie Louis Vuitton bedeutet. Letzteres generiert zwar massive Gewinne, aber eine völlig andere Marke wie Sephora hat niedrigere Margen, was möglicherweise zum Druck auf den Gesamtwert des Konglomerats beigetragen hat. Die Entwicklung des ersten Quartals von LVMH, das in den Bereichen Mode und Lederwaren unter den Erwartungen lag, hat die Herausforderungen der Gruppe deutlich gemacht — so sehr, dass einige vorschlagen, Arnaults Imperium in separate Makrodivisionen aufzuteilen.











































