Mode macht 5% des italienischen BIP aus Vielleicht ist es an der Zeit, den Zustand von Made in Italy neu zu bewerten

Das Jahr 2024 war mangels besserer Konditionen ein schreckliches Jahr für die Luxus - und Modeindustrie. Die Luxuskrise hat die Umsätze großer Marken erheblich beeinträchtigt, und Giganten wie LVMH und Kering verzeichneten das ganze Jahr über weiterhin Verluste. In einer so trostlosen und düsteren Landschaft tauchen gute Nachrichten jetzt wie eine Oase in der Wüste auf. Laut einem neuen Bericht von Cassa Depositi e Prestiti ist der Modesektor nach wie vor eine der treibenden Kräfte der Volkswirtschaft. Er trägt zu 5,1% zum italienischen BIP bei und erwirtschaftet einen Gesamtwert von 75 Milliarden Euro mit über 1,2 Millionen Beschäftigten. Nicht nur auf nationaler Ebene ist Mode führend, auch weltweit bestätigt Italien seine Position als weltweit führender Hersteller von Haute Couture. Es liefert 29% der Materialien an europäische Konzerne und zieht zwei Drittel der Luxus-Maisons für ihre Produktion an. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass Made in Italy mit einer Krise konfrontiert ist. Alarmierende Daten deuten auf zunehmende Schließungen und eine zunehmende Abhängigkeit von Lohnsubventionen in der italienischen Handwerkskette hin. Im Jahr 2023 exportierte der Sektor rund 65 Milliarden Euro, was 10% der nationalen Exporte entspricht, wobei 55% des Umsatzes auf Märkte außerhalb der EU entfielen. Die ersten Monate des Jahres 2024 waren die schlimmsten. Die Exporte gingen um 5,3 Prozent zurück, was einem Verlust von 1,8 Milliarden Euro entspricht. Während es großen Unternehmen gelingt, ihre Gewinne stabil zu halten, haben kleine Unternehmen mehr Probleme, was durch Marktfragmentierung und starken Wettbewerb behindert wird. Im ersten Quartal 2024 war ein Umsatzrückgang von 10% zu verzeichnen, gefolgt von einem weiteren Rückgang von 7% im zweiten Quartal, was sich stark auf wichtige Sektoren der Lieferkette auswirkte.

Trotz der Herausforderungen bestätigt der CDP-Bericht, dass Made in Italy nach wie vor ein globales Erfolgssymbol ist. Drei Grundpfeiler unterstützen den Erfolg der italienischen Handwerkstradition. An erster Stelle steht die überragende Qualität der Materialien, die eine Exzellenz garantiert, die schwer zu replizieren ist. An zweiter Stelle steht die DNA italienischer Luxusmarken: Dank des Talents der Designer und der ausgedehnten Vertriebsnetze verzeichnen Marken wie Prada und Miu Miu weiterhin positive Ergebnisse und wachsen auch in einem global apokalyptischen Szenario. Schließlich stärken die Fähigkeit zur Innovation durch kreative Sammlungen und eine starke Verbindung zum lokalen Kulturerbe die Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Ein klares Beispiel sind die Maisons, die Italien als Kulisse für ihre Couture-Shows gewählt haben: Nach der Veranstaltung von Louis Vuitton am Lago Maggiore im Jahr 2023 hat Dior Rom ausgewählt, um im kommenden Mai seine Cruise-Kollektion zu präsentieren.

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Diese Stärken reichen jedoch nicht aus, um die zahlreichen Herausforderungen auszugleichen, mit denen die Branche im vergangenen Jahr konfrontiert war. Der globale geopolitische Kontext und die Energiewende üben weiterhin Druck auf die Lieferketten aus und verschärfen die Schwierigkeiten weiter. Bedenken Sie, dass die aktuelle Krise neben verschiedenen Wirtschaftskrisen, von denen die westlichen Länder betroffen sind, stark durch einen Rückgang der Nachfrage chinesischer Kunden angetrieben wurde. Darüber hinaus unterstreicht der Wettbewerb zwischen Fast Fashion und Luxus eines der wichtigsten Themen auf dem heutigen Markt: Nachhaltigkeit. Dem Bericht zufolge fordern 76% der Luxuskonsumenten ethische Verpflichtungen von Marken, was die Branche dazu drängt, Ökodesign-Kriterien zu integrieren und Vorschriften einzuhalten, die beispielsweise die Vernichtung unverkaufter Waren verbieten. Während große Konzerne bereits positive Wege eingeschlagen haben, müssen viele kleine und mittlere Unternehmen noch immer eine große Kluft überbrücken. Dies ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass 79% der italienischen Produktion von Mikro-, kleinen und mittleren Unternehmen stammen. Vielleicht ist es an der Zeit, den wahren Protagonisten von Made in Italy mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

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