
Kering will die Brillenindustrie übernehmen Der Megakonzern möchte möglicherweise Marcolin erwerben
In einer Branche, in der immense Gewinne vom wechselnden Publikumsgeschmack und der sich verändernden Markenwahrnehmung abhängen, ist Brillen nach wie vor ein hochprofitabler Sektor, in dem wichtige Akteure ständig um Marktanteile wetteifern. Der Sektor wird von Lizenzen sowie von historischen Unternehmen dominiert, denen der größte Teil des Marktes gehört. In den letzten Jahren haben sowohl Kering als auch LVMH ihre eigenen Brillenfirmen, Kering Eyewear und Thelios, gegründet, um einen Teil dieses enormen Geschäftsvolumens zurückzugewinnen — aber das stoppt nicht den Hunger nach Akquisitionen. Laut einem aktuellen Bericht der Financial Times gehören Kering und EssilorLuxottica zu den potenziellen Käufern, die Marcolin im Auge haben, ein historisches Unternehmen, das letztes Jahr im Zusammenhang mit der Übernahme von Tom Ford durch Esteè Lauder erörtert wurde.
Marcolin, mit Hauptsitz im Brillenproduktionsviertel Longarone in Venetien, hat das Interesse verschiedener Seiten geweckt, darunter der Konkurrent Safilo sowie die bereits genannten Unternehmen Kering und EssilorLuxottica. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr eine unbefristete Lizenzvereinbarung mit Tom Ford abgeschlossen hat, verfügt über Vereinbarungen mit anderen renommierten Marken wie Pucci, Zegna, Max&Co und kürzlich Christian Louboutin. Der Reiz von Marcolin liegt nicht nur in seinen renommierten Markenpartnerschaften, sondern auch in seiner finanziellen Leistung. Trotz eines Verkaufspreises von 1,3 Milliarden € erreichte Marcolins Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 421,6 Millionen €, wobei der bereinigte Kerngewinn auf 64,6 Millionen € stieg. Die unbefristete Lizenzvereinbarung mit Tom Ford erhöht die Attraktivität des Unternehmens und macht es zu einem attraktiven Angebot für potenzielle Käufer. Die hohe Bewertung des Hauptaktionärs von Marcolin, PAI Partners, hat jedoch alle Akteure, die das Unternehmen in die Finger bekommen wollen, vor eine Herausforderung gestellt.
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— Enzo Buck (@Enz0Buck) February 18, 2024
Obwohl Kering mit seiner wachsenden Brillensparte und EssilorLuxottica, der weltweit größte Brillenhersteller, Interesse bekundet haben, bleiben sie vorsichtig, was zu hohe Ausgaben angeht: Eine Übernahme dieser Größenordnung, die in der Lage ist, die Machtdynamik der Branche zumindest teilweise umzuschreiben, könnte auch von den Rechts- und Finanzbehörden auf den Prüfstand gestellt werden, was zu einem äußerst komplizierten Prozess wird. Es könnte sich jedoch lohnen: Der jüngste Erfolg von Kering mit der Eröffnung einer eigenen Brillenabteilung deutet auf ein strategisches Interesse an einer Ausweitung der Präsenz auf dem Brillenmarkt hin. Im Jahr 2023 erreichte der Umsatz von Kering Eyewear 1,5 Milliarden €, wobei das Betriebsergebnis auf 276 Millionen € stieg, was auf eine solide Grundlage für weitere Investitionen in den Brillensektor hindeutet.













































