
Der Aufstieg der „Hyper Goo“ -Ästhetik Das minimalistische, essentielle visuelle Imaginäre ist einem maximalistischeren visuellen Trend gewichen
Seit vielen Jahren zeichnet sich das Design zahlreicher physischer und digitaler Konsumgüter für den Massenmarkt durch eine eher essentielle Ästhetik aus: gedämpfte Farben, minimalistisches Branding, saubere Oberflächen und schlichte Verpackungen. Viele Marken haben ihre Identität auf dieser Bildsprache aufgebaut und bevorzugen beispielsweise die Verwendung von Pastelltönen wie dem berühmten „Millennial Pink“, einem zarten Rosa, das 2010 sehr beliebt wurde. Auch die Modebranche ist teilweise dieser Richtung gefolgt: Dies zeigt die wachsende Beliebtheit des sogenannten „Normcore“, eines Trends, der bewusst etwas anonyme und gewöhnliche Kleidung in den Vordergrund stellte.
All dies hat jedoch letztendlich zu dem geführt, was als „Millennial Blanding“ definiert wurde, d. h. zu einer fortschreitenden ästhetischen Homogenisierung, die dazu geführt hat, dass viele Marken kaum voneinander zu unterscheiden sind. Diese Einheitlichkeit hat jedoch gleichzeitig zur Entstehung einer Bildsprache am anderen Ende des Spektrums beigetragen. Wie die New York Times berichtet, zeichnet sich tatsächlich eine Ästhetik ab, die sich durch lebendige Farben, unregelmäßige Formen, verzerrte Schriften und ein bewusst unperfektes Erscheinungsbild auszeichnet. Diese Bildsprache wurde als „Hyper Goo“ bezeichnet, ein Ausdruck, der an etwas Flüssiges, Organisches erinnert, das seiner Natur nach resistent ist, in regulären Formen enthalten zu sein.
Die neue Bildsprache der Generation Z
Hyper Goo zeichnet sich durch eine Reihe von Elementen aus, die sowohl aus dem digitalen Imaginären als auch aus einer bestimmten Ästhetik stammen, die für Animationen für Kinder typisch ist. Typografische Zeichen wirken beispielsweise geschwollen, weich und bewusst verzerrt, während leere Stellen oft mit Kritzeleien, Texturen und unregelmäßigen grafischen Elementen gefüllt sind. Darüber hinaus besteht die Tendenz, den Kontrast zwischen extrem „flachen“ Oberflächen und digital veränderten Bildern zu bevorzugen. Schließlich werden die Farben an die Grenze der Sättigung gebracht. All dies trägt dazu bei, visuelle Identitäten zu schaffen, die sofort Aufmerksamkeit erregen sollen.
Diese Veränderung im Design ist nicht nur eine ästhetische Entscheidung, sondern unterstreicht auch eine andere Art, Zeitgenossenschaft zu interpretieren. Während der Minimalismus der vergangenen Jahre Sicherheit und Kontrolle vermittelte, scheint Hypergoo stattdessen einen komplexeren, instabileren und sich ständig weiterentwickelnden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kontext widerzuspiegeln. Wie in der New York Times festgestellt, scheint es, dass die Generation Z — aufgewachsen zwischen sozialen Netzwerken, verschiedenen Wirtschaftskrisen, den Erfahrungen der Pandemie und kontinuierlichen technologischen Revolutionen — in diesen fließenden visuellen Imaginären eine genauere Darstellung der Realität erkennt, die sie täglich erlebt.
Wie sich Marken an diese neue Ästhetik anpassen
@softpowerfeelings Is Gen Z branding too trendy and overdone??? Why do all new CPG food brands look the same… asking for a friend! #genzbranding #packagingdesign #designtok #packaging #branding #brandingdesign #greenscreen original sound - pyone
Viele Marken haben den Wandel bemerkt, der durch das Aufkommen von Hypergoo mit sich gebracht wurde, und passen ihre visuelle Kommunikation entsprechend an, um das Interesse jüngerer Verbraucher zu wecken. Dies zeigt sich zum Beispiel in einigen Supermärkten, wo viele Lebensmittelverpackungen — darunter verschiedene Snack- und Getränkemarken — durch detailreiche grafische Kompositionen, fluoreszierende Farbpaletten und sperrige Typografien eine poppige und maximalistische Identität annehmen.
Andere Märkte orientieren sich ebenfalls an diesem Trend. Einige elektronische Geräte der neuen Generation, wie z. B. bestimmte Produkte, die für den Nikotinkonsum bestimmt sind, haben eine zunehmend auffällige Ästhetik angenommen, mit abgerundeten Formen, leuchtenden Farben und kleinen Oberflächen, die von typischen Videospielbildschirmen der 1990er Jahre inspiriert sind — wohingegen dieselben Produkte in der Vergangenheit mit einer schlichten und eleganten Ästhetik vermarktet wurden. Darüber hinaus stellen viele historische Innenarchitekturunternehmen wie Cassina, Zanotta und B&B historische Stücke (auf dem Vintage-Markt sehr gefragt) neu auf, die sich durch eher fließende Formen auszeichnen, wie die Bambole-Linie von Sofas und Sesseln, das Onda-Sofa und das Soriana-Sofa.











































