Erling Haalands Deepfake-Memes kommen dem norwegischen Stürmer zugute So tragen einfache, augenzwinkernde Videos zur Beliebtheit des Fußballspielers bei

Eines muss ich heute tun... suche meinen Namen auf Google“, schrieb Erling Haaland am Freitag, den 10. Juli 2026, auf X. Bei der Suche nach dem Namen des Stürmers der norwegischen Fußballnationalmannschaft der Männer erscheint auf der Suchergebnisseite eine Reihe illustrierter Ruderspiele der Wikinger. Es ist ein Hinweis auf die Nachahmung des Rudersports, mit der norwegische Fans und Spieler bei der laufenden Fußballweltmeisterschaft in Nordamerika auffallen — eine Art, Norwegens Siege zu feiern, die das Team bis ins Viertelfinale geführt haben.

Aufgrund seiner Beliebtheit ist Haaland seit langem Gegenstand ironischer Videos und Memes sowie verschiedener Werbekampagnen — all dies hat dazu beigetragen, dass er auch bei einem breiten Publikum weithin bekannt wurde. Die sozialen Netzwerke haben dann den Rest erledigt: Im Fall von Erling Haaland tragen die Fans zunehmend dazu bei, die Erzählung rund um den Fußballer zu verstärken, indem sie künstliche Intelligenz nutzen, um Inhalte zu erstellen, in deren Mittelpunkt der norwegische Stürmer steht. Dies hat zur Erstellung von Videos, Bildern und erfundenen Inhalten geführt, die als glaubwürdig wahrgenommen werden, da sie dem Bild entsprechen, das die Öffentlichkeit mit demselben Sportler verbindet.

Das Erling Haaland Meme

Kürzlich ging ein Video, das Erling Haaland beim Essen an einem Tisch neben einem Spiegel zu zeigen schien, in sozialen Netzwerken viral. Irgendwann dreht sich der Fußballer um, sieht sein eigenes Spiegelbild und bekommt Angst: Viele Nutzer teilten den Inhalt weiter, auch nachdem sich die Nachricht verbreitet hatte, dass es sich um eine Fälschung handelte — weil die Szene in gewisser Weise dem Bild von Haaland in der Öffentlichkeit entsprach: ein spontaner, echter Charakter, weit entfernt von der typischen Formalität von Prominenten.

Der Originalclip, aus dem der Inhalt erstellt wurde, wurde Mitte Juni vom chinesischen Comedy-Duo Jin Long und Qiu Qiu auf TikTok veröffentlicht. Das Video wurde dann mithilfe von KI modifiziert und der ursprüngliche Protagonist durch eine Darstellung des norwegischen Fußballspielers ersetzt.

Das Phänomen verstehen, das als „fortgesetzter Einfluss“ bekannt ist

Ähnliche Phänomene sind bereits in den letzten Jahren aufgetreten. Neuere Forschungen haben jedoch einen immer noch unterschätzten Aspekt hervorgehoben: Selbst wenn ein mit künstlicher Intelligenz generiertes Video eindeutig falsch ist und als solches identifiziert wird, kann es dennoch die Art und Weise beeinflussen, wie Menschen eine bestimmte Persönlichkeit oder eine bestimmte Situation wahrnehmen.

Die möglichen Folgen von Deepfake-Videos auf die öffentliche Debatte geben Anlass zu ernster Besorgnis. Bisher konzentrierte sich ein Großteil der Aufmerksamkeit der Forscher auf das Risiko, dass diese Tools dazu verwendet werden könnten, den Ruf der Menschen zu schädigen, falsche Inhalte zu verbreiten oder politische Meinungen zu beeinflussen, indem erfundene Informationen als real dargestellt werden. Inzwischen wissen wir jedoch, dass selbst ein als falsch identifiziertes Video Auswirkungen auf das Publikum haben und die Art und Weise beeinflussen kann, wie Menschen ein Thema, eine Veranstaltung oder eine Person des öffentlichen Lebens bewerten — dieses Phänomen wird als „fortgesetzter Einfluss“ bezeichnet.

Der Fall Haaland zeigt jedoch, dass dieser Trend in bestimmten Zusammenhängen auch positive Auswirkungen auf die Wahrnehmung eines Prominenten haben kann: Allgemeiner gesagt ist die Tendenz der Menschen, Dinge leichter zu glauben, die einer bereits entwickelten Idee nicht widersprechen, und Dinge, die sie als vertraut empfinden, weil sie ihnen schon einmal begegnet sind, allgemein bekannt und umfassend dokumentiert. Das erklärt, warum viele Nutzer, obwohl sie mit einem eindeutig falschen Deepfake konfrontiert wurden, wie dem, auf dem Haaland vor seinem eigenen Spiegelbild Angst hatte, ihn weiterhin teilten, was dazu beitrug, die Wahrnehmung eines spontanen und sympathischen Fußballspielers zu verstärken.

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