
Jeder hasst Mobiltelefone, doch Apple hat noch nie so viele verkauft Die Dichotomie digitaler Abhängigkeiten
Blödes Telefon, Doom Scrolling, Rohdampf, digitale Entgiftung. In den letzten fünf Jahren haben zahlreiche Trends unser Verhältnis zu Smartphones bestimmt — Objekte, die sich in etwas mehr als einem Jahrzehnt von der größten technologischen Revolution zu einer der Hauptquellen von Unbehagen und Abhängigkeit entwickelt haben. Während sich das Gespräch bis vor Kurzem um Millennials und die Generation Z drehte, ist es heute die Generation Alpha, die die Diskussion leitet. Laut McCrindle verbringen sie durchschnittlich 7 Stunden und 22 Minuten am Tag vor einem Bildschirm. Doch während die Generation Z die Nutzung von Telefonen abzulehnen scheint und ständig Trends hervorruft, sich von der digitalen Welt zu „trennen“, hat Apple gerade das profitabelste Quartal seit Jahren verzeichnet — und das, ohne ein neues iPhone auf den Markt zu bringen.
Tim Cook erklärte, dass die letzten Monate des Jahres 2025 mit der Einführung des iPhone 17 Air und Pro einen neuen Verkaufsrekord für das in Cupertino ansässige Unternehmen bedeuten werden. Wie die New York Times berichtete, waren Analysten jedoch nicht so optimistisch. Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Handelszöllen, die durch die Produktion in China verursacht wurden, und die begrenzte Integration künstlicher Intelligenzsysteme hatten Zweifel aufkommen lassen. Trotzdem erzählen die Zahlen eine andere Geschichte: Der Quartalsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8% und übertraf zum ersten Mal 100 Milliarden US-Dollar, während die Gewinne um 86% stiegen. All dies zu einer Zeit, in der das kollektive Narrativ kulturell darauf bedacht zu sein scheint, genau das Produkt aufzugeben, das Apple zu dem gemacht hat, was es heute ist.
Bald gibt es Smartphones möglicherweise nicht mehr
@sineadbovell Smartphones and the Internet (as we currently know it) will eventually go away. An agent- first world changes what we need from our devices and how much we need to look at screens. Which changes who and what will need to be on the Internet in its current form. This isn’t me personally building this and making it happen. The trend lines and investments have, for years, pointed to what changes are on the horizon. The biggest smartphone providers in the world have been investing in what they believe will be the next device. AI companies like OpenAI are also acquiring device companies. These changes aren’t going to happen overnight. I’m talking YEARS from now. But we are at the beginning of the end of the smartphone era. I’ve written and posted at length about the challenges that need to be solve with ai agents, along with the ethics and security vulnerabilities.
original sound - Sinead Bovell
Der Widerspruch ist klar. Einerseits ist die Gesellschaft besessen von Distanzierung, von einer „Rückkehr zur Realität“, von der Zeit, die außerhalb der Bildschirme verbracht wird. Auf der anderen Seite zeigt der Markt keine Anzeichen einer Verlangsamung — je mehr wir versuchen, uns von unseren Telefonen zu befreien, desto mehr nutzen wir sie am Ende dafür. Und in dieser Spannung gedeiht Apple weiter, auch wenn es den Anschein hat, dass das Cupertino-Imperium möglicherweise nicht mehr lange intakt bleibt, zumindest nicht so, wie wir es uns vorstellen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass der ultimative Big-Tech-Riese kein Interesse daran zu haben scheint, stark in KI zu investieren.
Wired erklärt, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft möglicherweise aufwachen, ohne das Gefühl zu haben, auf ein Display schauen zu müssen. Bildschirme — Symbole einer Ära ständiger Verbindung und Ablenkung — könnten verschwinden und durch Wearables und künstliche Intelligenzen ersetzt werden, die sich in unserer gesamten Umgebung ausbreiten. Häuser, Autos und Objekte werden in der Lage sein, unsere Bedürfnisse zu antizipieren, und Sprache wird zur Hauptform der Interaktion werden. Es wird der Beginn der „De-Screening-Ära“ sein, ein Wandel, der die Art und Weise, wie wir Technologie erleben, für immer verändern wird.
Wie wird KI in Zukunft aussehen?
the more i study AI, the more i realise most people dont understand it. It's more than chatgpt or image generation. It's everywhere, even in something as simple as your keyboard, learning your typing habits ..
— a (@notaluagain) November 2, 2025
Sogar Bloomberg weist darauf hin, dass Apples stiller Rückzug aus dem KI-Rennen kein Zufall ist. Während Wettbewerber wie Google, Meta und Microsoft immer komplexeren Sprachmodellen nachjagen, konzentriert sich Apple auf die unmerkliche Integration von KI in seine Ökosysteme. Eine unsichtbare KI, die sich nicht zeigt, sondern den Nutzer begleitet. Analysten zufolge zielt diese Strategie darauf ab, den „technologischen Sättigungseffekt“ zu vermeiden, der den wachsenden Wunsch nach Einfachheit vor allem bei jüngeren Generationen schürt.
Die Wahrheit ist, dass wir uns, ob es uns gefällt oder nicht, nicht auf eine Welt ohne Technologie zubewegen, sondern auf eine Technologie ohne sichtbare Welt. Telefone mögen verschwinden, aber künstliche Intelligenz wird überall sein, genau wie in Orwells 1984. Allgegenwärtig, still und doch ständig aktiv, und den Schätzungen von Wired zufolge werden wir 2040 daran gewöhnt sein, in einer intelligenten Umgebung zu leben, in der jede Geste und jedes Wort interpretiert und in Daten übersetzt werden und KI bis zur Unwahrnehmbarkeit in unseren Alltag integriert sein wird.
Es wird nicht mehr nötig sein, ein Gerät in unseren Händen zu halten, da das Gerät überall sein wird. Bildschirme werden fast nicht mehr existieren. Darin liegt der wahre Widerspruch unserer Zeit: Während wir davon träumen, zu Freiheit und Trennung zurückzukehren, nähern wir uns einer Ära, in der die Verbindung vollständig, dauerhaft und ununterbrochen sein wird. In welcher Staffel von Black Mirror werden wir uns wiederfinden?












































