Francis Ford Coppola ist offenbar pleite Zumindest sagt er das, weshalb er angefangen hat, seine Uhren zu verkaufen

Es gibt einige Namen in der Filmbranche, die als unantastbar gelten und von einer Aura der Feierlichkeit umgeben sind, die ihresgleichen sucht. Francis Ford Coppola steht vielleicht ganz oben auf dieser Pyramide und wird von vielen als der größte Regisseur aller Zeiten angesehen. Als eigentlicher Vater von Sofia Coppola und konzeptioneller Vater von Projekten wie Der Pate, Apocalypse Now und Bram Stokers Dracula scheint der italienisch-amerikanische Filmemacher mit einigen finanziellen Problemen konfrontiert zu sein. Aus diesem Grund hat er beschlossen, einige der seltensten Uhren aus seiner persönlichen Sammlung zu versteigern.

Francis Ford Coppolas Uhrenauktion

@italianwatchspot The insane F.P.Journe x Francis Ford Coppola #journe #watchmaking #coppola som original

Laut der New York Times gab Coppola zu, dass er sich derzeit aufgrund der exorbitanten Kosten seines neuesten Films Megalopolis in einer komplizierten finanziellen Phase befindet. Das Projekt, das fast ausschließlich mit eigenen Mitteln und Produktionsschätzungen von über 100 Millionen US-Dollar gedreht wurde, lieferte nicht die erwarteten Ergebnisse: Mit einem weltweiten Brutto von rund 14 Millionen US-Dollar ist der Film zu einem weiteren Kapitel in der langen Geschichte des Regisseurs geworden, die von künstlerischer Leidenschaft und finanziellem Ruin geprägt war. Wie er selbst erklärte: „Ich brauche etwas Geld, um das Schiff über Wasser zu halten“, ein Bild, das perfekt den aktuellen Zustand eines Mannes zusammenfasst, der immer am Rande kreativer und finanzieller Risiken gesegelt ist.

Unter den zum Verkauf stehenden Artikeln befinden sich einige sehr wertvolle Modelle, darunter zwei Patek Philippes, eine Blancpain und eine IWC, sowie eine Uhr, die Coppola 2014 persönlich zusammen mit der Schweizer Maison F.P. Journe entworfen hat. Das Modell mit dem Namen FFC ist ein Unikat im Wert von rund einer Million Dollar. Es verfügt über ein durchbrochenes Zifferblatt, auf dem ein mechanischer Zeiger die Stunden durch die Bewegung seiner Finger anzeigt. Laut dem Auktionshaus Phillips, das den Verkauf am 6. Dezember abwickeln wird, wird der Startpreis knapp über einer Million Dollar liegen — eine Zahl, die ironischerweise weniger als ein Prozent des Budgets von *Megalopolis* ausmacht.

Die Filmindustrie heute

Obwohl die Geschichte etwas satirisch — oder besser gesagt tragikomisch — klingt, ist sie in der Tat ein ziemlich genaues Spiegelbild des heutigen Hollywoods. Eine Krise, die so allgegenwärtig ist, dass selbst einer der legendärsten Namen des Kinos persönliche Gegenstände verkauft, nur um weiterzumachen. Natürlich muss gesagt werden, dass das Herzensprojekt *Megalopolis* nicht nur die Erwartungen des Regisseurs nicht erfüllte, sondern auch Teil eines viel größeren Trends in der zeitgenössischen Unterhaltungsindustrie wurde.

Aufgrund der Streaming-Plattformen ist das Publikum — das ohnehin von einer fast nicht existierenden Aufmerksamkeitsspanne geplagt ist — zunehmend weniger motiviert, physisch ins Kino zu gehen. Kinos sind inzwischen zu einer Nische geworden, zu einer Art Mekka für Enthusiasten, aber nicht mehr zu einer üblichen Option, um einen Samstagabend zu verbringen.

Und wie Megalopolis haben viele andere Titel — von den großen Franchises wie Marvel und Mission: Impossible — die noch vor fünf Jahren Kassenrekorde gebrochen hätten — bis hin zu Projekten beliebter Regisseure wie Wes Anderson oder Bong Joon-ho, die Gewinnschwelle nicht erreicht, oder sie haben dies mit so geringen Margen getan, dass sie kaum als echter Gewinn angesehen werden können. Könnte Coppolas Fall das letzte Gefecht des Kinos sein, wie wir es kennen?

Was man als Nächstes liest