
Die Liste der besten Marken der Welt ist hier Der Best Global Brands Report von Interbrand ist da
Zum vierzehnten Mal in Folge bleibt Apple die stärkste Marke der Welt. Dieser Satz klingt vertraut, fast vorhersehbar, beschreibt aber besser als jede Analyse den Stand der globalen Markenbildung im Jahr 2025. Laut dem neuesten Best Global Brands 2025-Bericht von Interbrand hat der Gesamtwert der 100 stärksten Marken der Welt 3,6 Billionen US-Dollar erreicht, was einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Doch hinter dieser Zahl steckt eine Wahrheit, die über die Wirtschaft hinausgeht: Heute wird die Macht von Marken nicht mehr an materiellen Gütern gemessen, sondern an ihrer Fähigkeit, den Alltag zu kolonisieren.
Die Top 10 sprechen für sich. Nach Apple belegen Microsoft (10%) und Amazon (7%) das Podium, gefolgt von Google und Samsung, die jedoch einen Rückgang von 10% verzeichneten. Toyota, Coca-Cola, Instagram, McDonald's und Mercedes-Benz komplettieren die erste Hälfte des Rankings. Eine Liste, die ein wichtiges Detail hervorhebt: Acht der zehn besten Marken sind Amerikaner, und fast alle gehören zum Tech-Universum. Die einzige europäische Marke ist Mercedes, die rückläufig ist, während Samsung die einzige asiatische Marke ist, ebenfalls rückläufig.
Mode hat gegen Technologie verloren
Die Dominanz der Technologie ist heute so allgegenwärtig, dass die Mode — einst die Hüterin von Prestige und Traumcodes — fast aus dem Blickfeld verschwunden zu sein scheint. Unter den fünfundzwanzig führenden Namen ist Louis Vuitton die einzige Modemarke, die hier vertreten ist, und verzeichnet einen Rückgang von 5%. Sie müssen bis zur vierundzwanzigsten Position scrollen, um Chanel zu finden, während Gucci, Hermès und Dior noch weiter unten rangieren. Zum ersten Mal seit Jahren spielt die Luxusbranche im globalen Narrativ des Markenwerts eine untergeordnete Rolle.
Dieses Fehlen ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch symbolisch. Jahrzehntelang baute die Mode ihre Kraft auf dem Imaginären auf, auf der Idee, eine mögliche Welt darzustellen. Heute hat jedoch die Technologie ihren Platz eingenommen: NVIDIA (116%), YouTube (61%) und Instagram (27%) sind nicht nur Dienstleistungsunternehmen — sie prägen den täglichen Lebensrhythmus der großen Mehrheit des globalen Publikums. Vor allem NVIDIA als treibende Kraft hinter der Revolution der künstlichen Intelligenz, deren Chips das Rückgrat der Entwicklung neuer KI-Modelle bilden.
Wie wird man zur mächtigsten Marke der Welt?
Apple regiert weiter, weil es gelungen ist, beide Dimensionen miteinander zu verbinden: den symbolischen Reiz von Luxus und die funktionale Stärke der Technologie. Ihre Sprache ist ästhetisch, fast religiös, aber ihre Infrastruktur ist real, greifbar und in das tägliche Leben eingebettet. Wie der Bericht hervorhebt, verkauft es nicht nur Produkte, sondern auch Erlebnisse, Identität und Zugehörigkeit. Es ist dieselbe Logik, die Interbrand bei den widerstandsfähigsten Unternehmen identifiziert: bei Unternehmen, die in der Lage sind, einen „Wettbewerbsgraben“ aufzubauen, einen symbolischen Graben, der sie vor Marktvolatilität und digitaler Standardisierung schützt.
Dem Bericht zufolge wachsen die Marken am schnellsten, die in der Lage sind, ihre Rolle im Leben der Menschen in fünf Dimensionen zu festigen: Identität, Leistung, Erfahrung, Ökosystem und Führung. Es bedeutet, erkennbar, zuverlässig, ansprechend, integriert und konsistent zu sein. In einer Welt, in der die Kundenreise zunehmend durch Algorithmen vermittelt wird, werden nur diejenigen überleben, die als unverzichtbar wahrgenommen werden.
Für die Mode könnte dieser Wandel die bisher größte Herausforderung sein. In einem Markt, der zunehmend von Daten, künstlicher Intelligenz und digitalem Vertrieb dominiert wird, müssen Luxusmarken ihre kulturelle Funktion über die Ästhetik hinaus wiederentdecken. Denn wenn der Wert an der Fähigkeit einer Marke gemessen wird, die Realität zu gestalten, reicht Storytelling allein nicht mehr aus. Der Bericht von Interbrand fängt letztlich eine Welt ein, in der Technologie zur neuen universellen Sprache der Macht geworden ist. Sie ersetzt die Vorstellung von Luxus durch die Vorstellung von Effizienz — und verwandelt Begehren in Funktion und Kultur in Algorithmen.













































