
Sollten wir Umweltangst ernster nehmen? Ein echtes Problem mit wenigen Lösungen, das hauptsächlich junge Menschen betrifft
In den letzten Jahren ist es immer häufiger geworden, von „Umweltangst“ zu hören, einer besonderen Form psychischer Belastung, die durch das Bewusstsein für die verheerenden Folgen des Klimawandels verursacht wird. Diejenigen, die darunter leiden — in unterschiedlichem Ausmaß — sind hauptsächlich junge Menschen, und neben Angstgefühlen erleben viele auch Wut, Hilflosigkeit und Frustration. Die Ausbreitung dieser Krankheit ist in der Bevölkerung nicht einheitlich, betrifft jedoch insbesondere diejenigen, die häufig mit Umweltproblemen zu tun haben, sowie diejenigen, die direkt die Folgen extremer Wetterereignisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel erlebt haben. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Form von Angst, die mit dem wachsenden Gefühl zusammenhängt, dass Umweltkatastrophen bei diesem Tempo nicht nur weiterhin auftreten, sondern sich wahrscheinlich noch verschärfen werden. Obwohl Umweltangst in der wissenschaftlichen Literatur nicht offiziell als Störung eingestuft wird (obwohl zahlreiche Studien veröffentlicht wurden), kann sie — wenn sie klinisch erkannt wird — die Fähigkeit zu schlafen, zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen beeinträchtigen, was die Behandlung sehr schwierig macht.
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Die New York Times hat auch die Komplexität hervorgehoben, mit der viele Psychotherapeuten bei der Behandlung von Patienten konfrontiert sind, die unter den Auswirkungen von Umweltangst leiden. Viele Fachleute sind nicht darauf vorbereitet, mit dieser Art von Leid umzugehen, vor allem, weil das Gefühl durch die Tatsache verschärft wird, dass ein Großteil der Gesellschaft dazu neigt, die Umweltkrise herunterzuspielen, sodass diejenigen, die in großer Not sind, nicht über die Instrumente verfügen, um sie zu verarbeiten. Junge Menschen sind das aktivste Segment der Umweltbewegungen. Angesichts des langsamen Tempos institutioneller Antworten auf das Problem erleben viele Menschen jedoch ein so tiefes Gefühl der Hilflosigkeit, dass sie oft Verantwortung für kollektive Trägheit übernehmen, was ihre psychische Belastung weiter verstärkt. „Angesichts der Situation und unter der Annahme, dass sich die Bedingungen in naher Zukunft verschlechtern werden (es gibt keine rechte oder rechtsextreme Partei auf der Welt, die ihre politische Agenda nicht mit einem Hauch von Klimaleugnung würzt), ist klar, dass Umweltangst zu einem fast marginalen, wenn nicht sogar völlig irrelevanten Thema geworden ist“, stellt Rivista Studio fest.
was feeling the climate anxiety real bad so now I’m watching the day after tomorrow to make it worse
— kiara (Ed winter) (@somanypetals) July 30, 2025
In den letzten Jahren haben Wissenschaftler drei Arten von Auswirkungen identifiziert, die die Klimakrise auf die psychische Gesundheit haben kann. Die erste ist genau auf die direkte Exposition gegenüber extremen Wetterereignissen zurückzuführen und äußert sich häufig in bereits bekannten Erkrankungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die zweite bezieht sich auf das Gefühl der Unsicherheit, das durch Medienberichte über die Folgen des Klimawandels hervorgerufen wird: Eine übermäßige Exposition kann zu wachsenden Ängsten um das Überleben der Menschheit und anderer Lebensformen auf dem Planeten beitragen. Die dritte bezieht sich schließlich auf weitreichende psychologische Auswirkungen, die das soziale Gefüge einzelner Gemeinschaften stören und zu schwer einzudämmenden Phänomenen führen können — wie etwa die zunehmende Gewalt gegen sogenannte „Klimamigranten“ oder zunehmende Konflikte um den Zugang zu Ressourcen. Der Begriff „Umweltangst“ ist am weitesten verbreitet, aber auch andere Ausdrücke werden in der Fachwelt verwendet, um auf die psychologischen Folgen des Klimawandels hinzuweisen, wie „Öko-Paralyse“ oder „Solastalgie“.
Der letztere Begriff bezieht sich auf das Unbehagen von Menschen, die in einer Umgebung leben, die einst vertraut war, sich aber heute aufgrund der Folgen menschlicher Aktivitäten grundlegend verändert hat — es überrascht nicht, dass er im Gegensatz zum Begriff „Nostalgie“ steht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass der fortschreitende Klimawandel vollständig vom Menschen verursacht ist: Seit Mitte des 18. Jahrhunderts, mit Beginn der industriellen Revolution, hat die Menschheit schrittweise Milliarden Tonnen Kohlendioxid und andere Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt. Bis in die 1950er Jahre glaubte man, dass diese Substanzen ohne nennenswerte Folgen von den Ozeanen aufgenommen werden könnten. Später wurde jedoch klar, dass sie sich stattdessen in der Atmosphäre anreicherten und zur globalen Erwärmung beitrugen. Aus diesem Grund bezeichnete das New York Magazine 2017 in einem langen Artikel, der der Klimakrise und der Zukunft des Planeten gewidmet war, den fortschreitenden Klimawandel als die Apokalypse, die sich die Menschheit — quasi — selbst geschaffen hat.













































