Wo stehen wir mit den Reformen zur Nachhaltigkeit in der Mode in Italien? Etwas scheint sich zu ändern, aber nicht genug

Die italienische Mode- und Textilindustrie befindet sich in einer Phase tiefgreifenden Wandels, die von Faktoren angetrieben wird, die sowohl die Verbraucher betreffen — die unter regelrechter Greenwashing-Müdigkeit leiden (und daher einen allgemeinen Rückgang des Interesses an dem Thema zeigen) — als auch Unternehmen, die sich im vergangenen Jahr dem Greenhushing zugewandt haben (aus Angst vor Gegenreaktionen verzichten sie darauf, ihre Nachhaltigkeitsprojekte der Öffentlichkeit mitzuteilen). Die Zahl der Modemarken, die sich aktiv für Zirkularität und Transparenz einsetzen, ist gesunken, doch die verbleibenden Marken zeigen sowohl in Italien als auch im Ausland Anzeichen ihrer Reife. Für Made in Italy wurden in den letzten Monaten neben öffentlichen und privaten Initiativen zur Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft neue Gesetze zur Förderung nachhaltigerer und widerstandsfähigerer Produktionsmodelle eingeführt — ein lang erwarteter, konkreter Schritt in Richtung einer verantwortungsvolleren Lieferkette. Es scheint, dass die Mode, um sich vor der anhaltenden Krise zu schützen, wieder angefangen hat, über Verantwortung zu sprechen — diesmal mit größerem Bewusstsein.

Unicredit will Italiens Textilsektor dekarbonisieren

Unicredit hat kürzlich eine neue Partnerschaft mit IvyDecarb angekündigt, einem Unternehmen, das auf Emissionsreduzierung für die Fertigungsindustrie spezialisiert ist, um die Dekarbonisierung des italienischen Textilsektors zu fördern. Dekarbonisierung bezieht sich auf die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden — ein Prozess, der darauf abzielt, Produktionssysteme klimaneutraler zu machen. Die Zusammenarbeit zwischen Unicredit und IvydeCarb wird italienischen Textilherstellern eine Plattform bieten, die Produzenten, Käufer, Maschinenlieferanten und Finanzinstitute miteinander verbindet, um nachhaltige Lösungen zu finden und einen ökologischen Wandel einzuleiten. Über den Marktplatz von IvydeCarb wird Unicredit auch Beratungsdienstleistungen und Finanzierungen anbieten, um Investitionen in der gesamten Lieferkette zu unterstützen.

Zirkuläre Mode in Mailand

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Am vergangenen Montag wurde der Milano Circolare eröffnet, eine Veranstaltung, die von der Stadt Mailand in Zusammenarbeit mit Musa Spoke 5 organisiert wurde und sich der Innovation und Forschung im Bereich nachhaltiger Mode und Design widmet. Branchenexperten, Startups, Universitäten, Institutionen und Bürger kamen zusammen, um über die Zukunft der italienischen Lieferkette zu diskutieren. Zu den wichtigsten vorgestellten Projekten gehörten der Circular Catalog — eine digitale Plattform, die allen Unternehmen, Startups und gemeinnützigen Organisationen zugänglich ist, die Dienstleistungen rund um Nachhaltigkeit anbieten — sowie ein dreijähriges Programm von Finanzierungsinitiativen, das von der Stadt für aufstrebende Unternehmen und innovative Projekte im Bereich Nachhaltigkeit bereitgestellt wird.

Und das Made in Italy-Gesetz?

In regulatorischer Hinsicht definiert Italien endlich einen klareren Rahmen für den Schutz und die Transparenz des Made in Italy-Labels. Nach monatelangen Diskussionen hat die IX. Kommission des Senats kürzlich das erste Maßnahmenpaket für den Modesektor im Rahmen des jährlichen Gesetzes über kleine und mittlere Unternehmen verabschiedet. Mit der Maßnahme wird ein neues freiwilliges Zertifizierungssystem für Unternehmen innerhalb der Lieferkette eingeführt, das darauf abzielt, Legalität, Rückverfolgbarkeit und Einhaltung der Vorschriften während des gesamten Produktionsprozesses sicherzustellen — von den führenden Unternehmen bis hin zu den Subunternehmern. Mit diesem Schritt soll der Ruf des italienischen Modesystems gestärkt werden, das derzeit durch Phänomene wie ultraschnelle Mode und unreguliertes Outsourcing in Frage gestellt wird. Die Zertifizierung, die von autorisierten Stellen ausgestellt wird, ermöglicht es Unternehmen, die Einhaltung ethischer und arbeitsrechtlicher Standards durch regelmäßige Inspektionen und die Einrichtung eines öffentlichen Registers gemäß dem Mimit nachzuweisen. Es ist ein wichtiges Signal, das über das einfache Label „Made in Italy“ hinausgeht und darauf abzielt, eine wirklich transparente, nachhaltige und rechtlich einwandfreie Lieferkette aufzubauen — eine, in der die Qualität der Produkte mit der sozialen und ökologischen Verantwortung derjenigen, die sie herstellen, in Einklang steht.

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