
Dank KI wissen wir nicht mehr, wie man Suchmaschinen benutzt Google ist darüber ziemlich besorgt
Immer häufiger fragen sich die Menschen, ob der Einsatz generativer künstlicher Intelligenz die traditionellen Suchmaschinen zumindest teilweise ersetzt: eine Überlegung, die von vielen Technologieexperten und darüber hinaus geteilt wird. Die Idee, dass Suchmaschinen, wie wir sie bisher kannten, in eine Phase der Krise geraten — insbesondere bei bestimmten Nutzergruppen —, kursierte Ende 2022, kurz nach dem Start von ChatGPT durch OpenAI. Es wurde befürchtet, dass sich eine wachsende Zahl von Nutzern allmählich daran gewöhnen würde, direkt über Chatbots nach Informationen zu suchen und Google vollständig zu umgehen, wodurch das Modell, auf dem ein erheblicher Teil des Web-Ökosystems basiert, untergraben würde. Es überrascht nicht, dass Google diese Veränderung sofort als konkrete Bedrohung für sein Suchsystem und damit für die Nachhaltigkeit seines Geschäftsmodells wahrnahm. Als Reaktion darauf hat das Unternehmen stark in die Entwicklung generativer KI-Technologien investiert. Der Übergang zu diesem neuen Paradigma ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden: Einerseits muss Google seine traditionelle Suchmaschine unweigerlich weiter unterstützen und innovieren; andererseits ist es in gewisser Weise gezwungen, Unternehmen wie OpenAI nachzujagen, die völlig andere Arten der Interaktion mit Informationen anbieten.
google ai is awesome because it kills the planet and doesn't work
— bald ann dowd (@ali_sivi) June 4, 2025
Wenn wir darüber nachdenken, scheint die klassische Suchergebnisseite von Google heute einer vergangenen Ära anzugehören, die an eine Webstruktur gebunden ist, die hauptsächlich auf Hyperlinks basiert. Die fortschrittlichsten Modelle der künstlichen Intelligenz sind nun in der Lage, über diese Logik hinauszugehen, indem sie Informationen aus mehreren Quellen sammeln und sie zu direkten Antworten zusammenfassen. Ein konkretes Beispiel ist AI Overview, ein von Google selbst eingeführtes System, das mithilfe künstlicher Intelligenz Antworten generiert, die oben auf der Seite vor den organischen Ergebnissen angezeigt werden. Diese Entwicklung hatte bereits spürbare Auswirkungen auf das Nutzerverhalten: Es wurde ein Rückgang der Klicks auf herkömmliche Ergebnisse um 30 Prozent beobachtet, da immer mehr Menschen die benötigten Informationen direkt in AI Overview finden, ohne andere Websites besuchen zu müssen. Eine Veränderung dieser Größenordnung hat erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Webwirtschaft, deren Traffic weitgehend von der Sichtbarkeit durch Suchmaschinen abhängt. Websites aller Art, von E-Commerce-Plattformen bis hin zu Nachrichtenagenturen, verlassen sich seit Jahren auf SEO-Optimierungsstrategien, um ihr Ranking auf Suchergebnisseiten zu verbessern. Es ist jedoch nicht mehr klar, ob diese Techniken wirklich effektiv bleiben werden, da sich der Zugangspunkt zu Informationen allmählich hin zu automatisierten Systemen verlagert, die in der Lage sind, Antworten ohne Zwischenhändler zu geben.
@thechainsawdotcom Google’s new ‘AI Overview’ feature is an absolute mess. #google #ai #tech #technology #internet original sound - The Chainsaw
Obwohl dieser Ansatz nicht ganz neu ist, ist die Tatsache, dass selbst Google jetzt bei der Werbung für ihn an vorderster Front steht, angesichts seiner beherrschenden Stellung im Bereich der Online-Suche von Bedeutung. Letztes Jahr haben wir uns gefragt, ob KI, die auf Internetsuchen angewendet wird, nur eine Blase ist: Die Antwort lautet höchstwahrscheinlich nein. Ein weiteres Google-Projekt, das in diese Richtung geht, ist der KI-Modus, eine Funktion, die die Kommunikationsfunktionen von Chatbots in die Suchmaschine integriert. Das Tool ist derzeit nur in den USA verfügbar und ermöglicht es Nutzern, auf gesprächige Weise mit Google zu interagieren, Fragen zu stellen und Erklärungen zu erhalten, ähnlich wie in einem normalen Chat. Doch neben der Ersetzung von Suchmaschinen durch KI zeichnet sich ein weiterer Trend ab, der unsere Interaktion mit Informationen im Web wahrscheinlich ebenso tiefgreifend beeinflussen wird: Dies ist der Fall bei sogenannten KI-Agenten, Tools, die komplexe Aktionen unabhängig im Namen der Nutzer ausführen können. Diese Systeme können beispielsweise eine Einkaufsliste erstellen und eine Online-Bestellung abschließen, basierend auf einer einfachen Angabe, was gekocht werden soll — zusammen mit der Generierung des entsprechenden Rezepts. In diesem Zusammenhang hat Google kürzlich ein experimentelles Projekt namens Project Mariner vorgestellt, das offenbar genau in diese Richtung geht. Angesichts dieser Entwicklungen ist es keine Überraschung, dass der Einsatz traditioneller Suchmaschinen an Boden verliert. Beispielsweise ging im April 2024 — zum ersten Mal seit 22 Jahren — die Anzahl der Google-Suchanfragen über Safari zurück. Im gleichen Jahr fiel der Marktanteil von Google bei der Online-Suche zum ersten Mal seit 2015 unter 90%. All diese Signale deuten darauf hin, dass wir einen tiefgreifenden und strukturellen Wandel erleben: Stehen wir wirklich am Beginn einer neuen Phase in der Entwicklung des Internets und der Art und Weise, wie wir mit Suchmaschinen interagieren?












































