Können Smartphones erkennen, ob wir depressiv sind? Auch hier könnte KI einen Unterschied machen

Die Diagnose psychischer Störungen über Smartphones ist ein schnell wachsendes Feld mit hohen Erwartungen, insbesondere in einer Zeit, die von einer Zunahme psychischer Erkrankungen und der Dringlichkeit, Lösungen zu finden, geprägt ist. Die anhaltende Debatte bietet verschiedene Erkenntnisse darüber, wie Smartphones nicht nur als potenzielle Ursache für diese Probleme, sondern auch als Teil der Lösung betrachtet werden können. Seit langem gibt es eine wissenschaftliche Diskussion, die darauf abzielt, einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Smartphones und der Zunahme psychischer Probleme bei jungen Menschen zu definieren. Obwohl dies ein komplexes Phänomen ist, das von zahlreichen Variablen beeinflusst wird, die schwer zu isolieren sind, glauben immer mehr Wissenschaftler, dass Smartphones eine entscheidende Rolle dabei gespielt haben, Jugendliche psychisch anfälliger zu machen. Viele Experten argumentieren sogar, dass die Leugnung des Zusammenhangs zwischen Mobilgeräten und psychischer Gesundheit die Bemühungen zur Förderung eines achtsameren Umgangs mit diesen Tools weiter behindern könnte.

@connectwithgrowth Most people are prisoners of their phones: that’s why they’re called ‘’cell’’ phones. Speaker: Simon Sinek #phoneaddiction #socialmedia #relationships origineel geluid - GROWTH

Mehrere Forschungsgruppen und klinische Unternehmen untersuchen auch die Möglichkeit, Smartphones selbst zu verwenden, um frühe Anzeichen psychischer Erkrankungen zu erkennen, was sowohl die Diagnose als auch die Prävention erleichtert. Dieser Bereich, an den sehr hohe Erwartungen gestellt werden, erhielt zwischen 2020 und 2022 weltweit über 10 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln. Insbesondere die Entwicklung künstlicher Intelligenzsysteme, die theoretisch in der Lage sind, Depressionen mithilfe spezieller Apps zu diagnostizieren, indem große Datenmengen im Zusammenhang mit der Gesundheit und dem Verhalten des Patienten analysiert werden, ist sehr spannend. In Zukunft könnten Smartphones zusammen mit tragbaren Geräten wie Smartwatches — dank ihrer weit verbreiteten Verwendung — zu einem wichtigen Diagnoseinstrument werden, insbesondere für Menschen, die in Gebieten leben, in denen die Quantität und Qualität der psychiatrischen Dienste unzureichend sind.

Wie Smartphones psychische Störungen diagnostizieren könnten

Allgemeiner gesagt könnten Smartphones in Zukunft einen Unterschied bei der Erfassung von Daten und Informationen machen, auf die selbst Ärzte kaum zugreifen würden. Tatsächlich ändern sich die Symptome einer Depression sehr schnell und werden von den Patienten nicht immer bemerkt und gemeldet. Zusammen mit der Anamnese eines Arztes könnten bestimmte Daten — wie die Schlafstunden —, die über Smartphones aufgezeichnet wurden (und daher nicht von der Person gefiltert wurden), stattdessen ein vollständigeres Bild der psychischen Gesundheit einer Person vermitteln. Eines der Forschungsziele in diesem Bereich besteht gerade darin, die Datenerfassung über mobile Geräte zu erweitern und zu diversifizieren und Systeme künstlicher Intelligenz darin zu schulen, anhand derselben Informationen Anzeichen einer psychischen Störung zu erkennen. Dieser Ansatz ist nicht ganz neu: Seit einiger Zeit sammeln und analysieren einige soziale Netzwerke, darunter Facebook, große Datenmengen, um Gesundheitsdienstleister auf potenzielle selbstverletzende Verhaltensweisen der Nutzer aufmerksam zu machen.

Heute stehen auch zahlreiche Apps für psychische Gesundheit zum Herunterladen zur Verfügung, darunter einige sehr beliebte und beliebte Apps wie Bearable, die sich jedoch darauf beschränken, die Entwicklung der Symptome im Laufe der Zeit aufzuzeichnen. Diese sind daher eher digitale Tagebücher, die es den Nutzern ermöglichen, ihre Ernährung in Bezug auf die Störung, an der sie leiden, nachzuverfolgen und zu zeigen, wie sich der Lebensstil auf die Symptome einer bestimmten psychischen Erkrankung auswirkt. In den kommenden Jahren ist es stattdessen das Ziel, Apps zu entwickeln, die nicht nur die Symptome einer bestimmten psychischen Störung aufzeichnen, sondern auch deren Auftreten mit relativer Genauigkeit vorhersagen können. In diesem Bereich wird der Optimismus in Bezug auf den Fortschritt der Systeme der künstlichen Intelligenz jedoch durch Bedenken hinsichtlich der Risiken einer Verletzung der Privatsphäre der Nutzer ausgeglichen. Gleiches gilt für die missbräuchliche Verwendung dieser Daten durch private Unternehmen, die mit weniger Sorgfalt damit umgehen könnten als Spezialisten. Nach Ansicht mehrerer Experten wird die Einführung solcher Systeme im klinischen Bereich nur möglich sein, wenn die Technologie die Anamnese unterstützt, ohne die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Arzt und Patient zu ersetzen.

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