5 Dinge, die Sie von der New York Fashion Week FW26 erwarten können Eine Saison voller Debüts, aber vielleicht überschattet von der turbulenten Situation in den USA

Nach der klassischen Off-Calender-Show von Ralph Lauren, mit der die Feierlichkeiten gestern inoffiziell eröffnet wurden, beginnt heute offiziell die New York Fashion Week FW26, die zusammen mit der Londoner Ausgabe einen einzigen Kalender für Damen- und Herrenmode bietet — anders als in Mailand und Paris.

Dies wird eine interessante Ausgabe, sowohl wegen der verschiedenen Debüts, die wir in Kürze besprechen werden, als auch, weil der New Yorker Kalender endlich mit jungen Marken gefüllt ist, die im Laufe der Jahre eine „neue Garde“ gebildet haben, darunter unter anderem mit Spannung erwartete Shows von Khaite, Coach, Eckhaus Latta, Fform und Sandy Liang.

Es ist vielleicht eine Schande, dass eine Ausgabe, die die allmähliche Erholung des New Yorker Kalenders nach Jahren fortschreitender Entleerung und der Auswanderung amerikanischer Marken nach Paris bestätigt, vor dem Hintergrund einer der turbulentesten und dunkelsten Perioden der jüngeren Geschichte der USA stattfinden muss, die von ICE-Razzien, der erneuten Virulenz des Falls Jeffrey Epstein und den endlosen Kontroversen rund um die Trump-Regierung geprägt war.

Trotz dieser düsteren Umstände kann Mode immer noch die Hoffnung einer anderen, fortschrittlichen kreativen Gemeinschaft verkörpern, die uns daran erinnert, dass eine bessere Zukunft möglich ist, gerade weil wir immer noch in der Lage sind, davon zu träumen. Aus diesem Grund kann die heute beginnende Fashion Week als Beweis dafür dienen, dass in Amerika immer noch Herzen schlagen, jenseits von Techno-Oligarchie, Rechenzentren und ideologischer Propaganda.

Hier sind also 5 Dinge, auf die Sie sich bei der New York Fashion Week FW26 freuen können.

1. Rachel Scotts Debüt bei Proenza Schouler

Jetzt, da die beiden Gründer der Marke Loewe erfolgreich in Paris leiten, ist Proenza Schouler in den kompetenten Händen von Rachel Scott. Die Designerin erwarb sich ihren Ruf, Diotima jahrelang zu leiten, und erst im vergangenen September — nachdem sie gerade der Marke beigetreten war — kreierte sie eine Kollektion, die im Showroom präsentiert wurde und noch nicht vollständig „ihre“ war, sondern eher als Zusammenarbeit zwischen ihr und dem bereits bestehenden Team funktionierte.

Bereits im vergangenen September sahen wir, wie Scott in ihren Schneidereien und Drapierungen neue Proportionen aus einer Perspektive einführte, die intimer und weniger „konstruiert“ ist als die ihrer Vorgängerinnen. Heute werden wir zum ersten Mal ihre volle Vision sehen, und es verspricht ein starker Auftakt für die Fashion Week zu werden.

2. Nicola Brognanos Rückkehr zur Szene mit 7 for All Mankind

Nach der nie vergessenen kreativen Leitung bei Blumarine und einer saisonalen Kapsel mit Envision im Jahr 2024 hat Nicola Brognano den Ozean überquert und verspricht, 7 For All Mankind einen Hauch von italienischem Flair zu verleihen. Die Marke wurde Anfang der 2000er Jahre dank ihrer Jeanslinie berühmt und konzentriert sich heute, trotz aufsehenerregender Kampagnen mit Chloé Sevigny, mehr auf praktische und sehr „saubere“ Designs — daher wird sie sicherlich von dem Stil profitieren, den Brognano über den Atlantik gebracht hat.

3. Die allererste Runway-Show von Cult Gaia

Cult Gaia ist eine merkwürdige Marke. In Amerika war es sehr erfolgreich, was auch auf eine überwältigend starke Präsenz in den sozialen Medien zurückzuführen ist. Gleichzeitig reichte dieser Erfolg nicht aus, um die Marke in Europa wirklich beliebt zu machen, wo sie eher für ihre Sichtbarkeit in den sozialen Medien bekannt ist als für Produkte, die tatsächlich gekauft, verkauft oder sogar auf der Straße gesehen wurden.

Es hilft nicht, dass die Marke im Laufe der Jahre verschiedene Kontroversen ausgelöst hat, die von den Urheberrechtsproblemen rund um die Ark-Tasche über den Rechtsstreit mit Steve Madden bis hin zu den Boykotten in arabischen Ländern gegen Gründerin Jasmin Larian und der mangelnden Transparenz der Produktionsethik reichten. Dennoch ist ihre Präsenz im kulturellen Bereich der amerikanischen Mode unbestreitbar, und ihr Eintrag in den offiziellen Kalender der New York Fashion Week wird sicherlich den Moment markieren, an dem Europa beginnt, sie ernst zu nehmen.

4. Das innovative Format von N4XT//NYFW Collections

Das NYFW Collections Program von N4XT Experiences ist eine Plattform zur logistischen Unterstützung unabhängiger Designer. Sie bietet eine Reihe von vorab vereinbarten Veranstaltungsorten in der Stadt an — wie die New York Public Library, Chelsea Factory oder High Line Nine —, an denen Designer Shows veranstalten können, ohne die Miete des Veranstaltungsortes oder die Kosten für Straßengenehmigungen, Backstage-Setup, Ausrüstungsverleih usw. zu bezahlen, wobei nur Ausgaben im Zusammenhang mit PR, Sicherheit, Haar- und Visagisten, Models, etc. übernommen werden. und tatsächliche kreative Produktion.

Für diese Saison umfasst die Plattform große Namen wie Area, Sergio Hudson, Altuzarra, Fform, Public School und Zankov. Der interessante Aspekt ist, dass ähnliche Initiativen in Europa oft viele Designer an einen Ort bringen, wohingegen Marken hier unterschiedliche Räume (verzeihen Sie den Begriff) erhalten, die weniger eng sind als die, die oft für Low-Budget-Shows auf unserer Seite des Ozeans vorgesehen sind.

5. Veronica Leonis neue Kollektion für Calvin Klein Collection

Dritte Ausstellung für Veronica Leoni in der Calvin Klein Collection. Und wir sind nicht nur interessiert, weil Leoni eine weitere italienische Designerin ist, die eine herausragende Position im New Yorker Programm innehat, sondern weil ihre Ausstellungen für die Calvin Klein Collection vielleicht die einzigen sind, denen sowohl in den USA als auch in Europa vergleichbare Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es muss zugegeben werden, dass Paris und Mailand der amerikanischen Mode, die oft als abgelegenes und autarkes Ökosystem angesehen wird, keine große Aufmerksamkeit schenken.

Ihre ersten beiden vielbeachteten Ausstellungen waren solide, aber vielleicht nicht besonders auffällig. Sie standen am Ende des ruhigen Luxustrends, doch die Erwartungen sind nach wie vor hoch. Wie wird dieser neue Ausflug aussehen? Die gesamte Modepresse und die Kritiker warten gespannt darauf.

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