
Will sich die Londoner Mode nicht mehr auf London konzentrieren? Der Konjunkturplan des British Fashion Council setzt alles auf neue Talente und Barrierefreiheit
Die Ankunft von Laura Weir an der Spitze des British Fashion Council hat die britische Mode mit Hoffnung überflutet. Nach der Absage im Juni 2025 konzentrierte sich die Veranstaltung ausschließlich auf die Barrierefreiheit für ihre Rückkehr zum Laufsteg, sodass lokale Talente im offiziellen Kalender kostenlos teilnehmen konnten. Jetzt scheint Weir noch höhere Ziele zu verfolgen und den BFC in einen profitablen Inkubator für den gesamten Sektor umzuwandeln: Das Ziel, so der CEO, ist es, den Umsatz des Vereins bis 2030 um 38% zu steigern und insgesamt 18 Millionen Pfund mit einer jährlichen Wachstumsrate von 8,4% zu erreichen.
Barrierefreiheit und nachhaltiges Wachstum
Zur Präsentation des Relaunch-Projekts des British Fashion Council, der London Fashion Week und der Fashion Awards wurde eine gedruckte Publikation mit dem Titel BFC 2030: Access, Creativity, Growth herausgegeben, in der die finanzielle und organisatorische Strategie dargelegt wird, die der Verband in den kommenden Jahren umsetzen wird. London werde auf neue Talente setzen, betonte Weir, werde sich aber nicht darauf beschränken, sie durch die üblichen flüchtigen Werbeinitiativen zu fördern. Es werden Unterstützungspläne eingeführt, um ein nachhaltiges und langfristiges Wachstum sicherzustellen, sowohl für die beteiligten Unternehmen als auch für den Inkubator selbst.
In den letzten Jahren hat Londons Modeszene mehrere Rückschläge erlitten. Neben der Krise, die zum Rückzug von Investitionen führte, haben Ereignisse wie der Brexit und die Covid-19-Pandemie die kreative Landschaft der britischen Hauptstadt und ihrer Außenbezirke radikal erschüttert und viele Designer und Unternehmer dazu veranlasst, woanders, insbesondere nach Paris, umzuziehen. Um den Mangel an staatlicher Unterstützung auszugleichen, erklärte Weir in einem Interview mit dem WWD, werde sich die britische Mode noch stärker auf private Investoren verlassen müssen.
Jenseits von London
In diesem Großprojekt zur Wiederbelebung der britischen Mode taucht ein interessanter Punkt auf: die Dezentralisierung Londons. Was bisher als Dreh- und Angelpunkt nicht nur der Modebranche, sondern der gesamten Kreativbranche des Landes galt, wird nun in Frage gestellt, sowohl in der Modebranche — Weir hat auch ein Projekt ins Leben gerufen, das etablierte Designer an ihre früheren Schulen in ganz England zurückbringt, um junge Studenten zu inspirieren, die weit weg von der Hauptstadt leben — als auch in anderen Künsten, wie die Verlagerung der Brit Awards nach Manchester zeigt.
Menschlichkeit als Kapital
Aus Weirs Strategie zur Wiederbelebung des British Fashion Council geht eindeutig hervor, dass die CEO und ihr Team die Herausforderungen, vor denen die britische Mode derzeit steht, voll und ganz verstehen, dass ein Richtungswechsel erforderlich ist, um sie wiederherzustellen. Der Plan, den die BFC umsetzen wird, ist praktisch und konzentriert sich sowohl auf die Förderung der besten Nachwuchstalente als auch auf die Förderung eines Sektors, der aus menschlicher Sicht floriert. Aus diesem Grund hat Weir über die Entwicklung von Programmen für psychische Gesundheit gesprochen. Anstatt sich auf die explosive Viralität einer kleinen Gruppe von Kreativen zu verlassen, setzt London (oder besser gesagt das Vereinigte Königreich) auf das Wohlergehen einer reichen und vielfältigen Gemeinschaft.







































