
Der plastische Charme weicher Taschen Fast zusammengebrochen und wunderschön, genau wie der Rest von uns
Während des letzten Modemonats prallten auf dem Laufsteg zwei verschiedene Arten der Taschenkonzeption aufeinander. Auf der einen Seite sahen wir eine Familie strukturierter Taschen mit trapezförmigen oder rechteckigen Formen, die Atmosphären hervorriefen, die manchmal praktisch, manchmal elegant waren, aber immer einer Ästhetik der Vergangenheit Tribut zollen. Auf der anderen Seite sahen wir eine Reihe von Beuteln in verschiedenen Größen (meistens in Richtung Übergröße), die völlig unstrukturiert, weich und geschmeidig waren, oft unter dem Arm getragen und fast am Körper zusammengedrückt waren.
Die Art der Geste — die Tasche wird unter den Arm gedrückt — deutete auf die Absicht hinter dem Trend hin: Wenn sie auf diese Weise gedreht und gefaltet wird, werden die Plastikvolumen der Tasche sichtbar, und was noch wichtiger ist, die Qualität der Materialien fällt auf. Es ist kein Zufall, dass viele der Taschen, über die wir sprechen werden, aus genarbtem Vollnarbenleder gefertigt wurden, dem kostbarsten und „reichsten“ von allen. Die Taschen, die nicht gegen den Körper gedrückt wurden, waren halb geöffnet und leer, um genau die Drapierung des Leders hervorzuheben. Während strukturierte Taschen an Vintage-Ästhetik erinnerten, zielen weiche Taschen darauf ab, sich als modernere und abstraktere Alternative zu präsentieren. Aber lassen Sie uns der Reihe nach vorgehen.
Wo der Wert gesehen werden kann
Es gibt zwei mögliche Gründe, die die Verbreitung dieser Softbags erklären, und beide beziehen sich auf das Wertversprechen der Marken. Anstatt mit bereits bekannten Designs oder „süßen“ Taschen zu beeindrucken, stehen hier die Materialien und das Volumen im Vordergrund. Die Form einer starren Tasche lässt die Materialien, aus denen sie gefertigt ist, nur schwer zur Geltung kommen, wohingegen die opulente Drapierung aus Nappa, Hirschleder oder butterweichem Veloursleder, die sich sanft falten und das Licht reflektieren, alle taktilen Eigenschaften des Produkts zur Geltung bringt. Es ist eine Möglichkeit, den materiellen Wert des Produkts über das bloße Branding hinaus zu betonen und diese Taschen als wertvolle Objekte zu gestalten, die über das Logo allein hinausgehen.
Was das Volumen angeht, machen die großzügige Größe, der Mangel an Struktur und Weichheit diese Taschen nicht nur zu Unisex-Taschen (wenn ein Mann eine Birkin trägt, handelt es sich immer um ein sehr großes Modell, da die kleinen femininer sind), sondern schaffen auch eine sehr markante Silhouette, die sie zu einem klassischen Statement macht, das gerade dank seiner lockeren Masse abstrakte und sofort modernere Formen erzeugt. All dies, ohne optisch zu sperrig zu wirken und mit dem zusätzlichen Vorteil, dass es psychologisch ein Gefühl von Komfort und Leichtigkeit vermittelt.
Änderung der Einstellungen
Eine „komisch geräumige Tasche“ landete vor Jahren im Mittelpunkt einer viralen Szene aus Succession, weil sie auf eine Menge alltäglicher praktischer Bedürfnisse hindeutete, die für die soziale Schicht der anderen Charaktere undenkbar und fast lächerlich waren. Wirklich reiche Menschen müssen schließlich nicht zu viele persönliche Gegenstände tragen: Wenn es zu viele sind, wird sie jemand für sie tragen.
Aber das waren die Zeiten des stillen Luxus und des heimlichen Reichtums, die nun zugunsten eines eklektischeren (und verwirrteren) Stilmixes aus der Mode gekommen sind, bei dem eine gewisse gedämpfte Boho-Ästhetik eine wichtige Rolle spielt. Kurz gesagt, die Einstellungen haben sich geändert. Wenn die extreme Diskretion der Vergangenheit auf die Exzesse jugendlicher Streetwear reagierte, kommt es heute auf ein Gefühl von gelebter Erfahrung, Patina und Stratifizierung an. Auf Accessoires übertragen, wird diese Haltung zu einer Ästhetik des Laissez-faire, des Unpräzisen, des bewusst Deplazierten.
Hier kommt ein weiterer Aspekt ins Spiel, ein fast schon erlebnisreicher Aspekt des Luxusprodukts. Neben dem visuellen Element gibt es auch eine taktile Komponente, die mit dem Material zusammenhängt. Es fühlt sich angenehm an und fühlt sich in all seiner Weichheit am Körper an. Genau aus diesem Grund sehen wir sie so zerquetscht und eng am Körper getragen, eher wie Pakete, die versendet werden müssen als Schultertaschen. Die Botschaft hier ist, dass der Tasche eine innewohnende Qualität innewohnt, die nur durch Berühren und nicht nur durch bloßes Anschauen wahrgenommen werden kann. Ein Duplikat einer solchen Tasche kann es nicht geben, da sie nicht nur die Form, sondern auch die Materialien nachbilden müsste, die sie so weich machen.
Dadurch entstehen auch dynamische und plastische Volumen, die diese Taschen fast zu einer weichen Skulptur machen, die mit dem Körper interagiert — mit dem zusätzlichen Vorteil, dass sie ziemlich chamäleonisch und vielseitig zu stylen sind. Aber wenn man bedenkt, dass während der Fashion Week die beiden Trends aufgetaucht sind — die riesigen unstrukturierten Taschen und die kleinen Taschen mit geometrischem Profil — welcher der beiden Trends wird sich letztendlich durchsetzen?

























































































