
H&M könnte von der Börse genommen werden Die Gründerfamilie kauft immer mehr Aktien, vielleicht steht eine Streichung der Börsennotierung bevor
Die H&M-Gruppe, der umgangssprachliche Name von Hennes & Mauritz AB — dem schwedischen Giganten, der unter anderem hinter H&M und COS steht — ist in den Mittelpunkt von Spekulationen geraten, die darauf hindeuten, dass das Unternehmen bald von der Börse zurückgezogen werden könnte, was eine mögliche Rückkehr in Privatbesitz bedeuten könnte. Eine solche Veränderung wäre monumental für ein Unternehmen, das seit 1974 an der schwedischen Börse notiert ist. An der Spitze dieser Transformation steht die Gründerfamilie Persson, die, wie von BoF berichtet, ihren Anteil an dem Unternehmen seit Jahren methodisch erhöht hat, was eine Welle von Spekulationen, Anlegerbedenken und eingehenderen Analysen der Zukunft von H&M ausgelöst hat. Seit 2016 hat die Familie Persson ihren Aktienanteil erheblich erhöht, indem sie über ihre private Holdinggesellschaft Ramsbury Invest investiert hat. In den letzten neun Jahren haben sie mehr als 63 Milliarden schwedische Kronen, was etwa 6,6 Milliarden US-Dollar entspricht, für den Erwerb zusätzlicher Unternehmensanteile ausgegeben. Dadurch stieg der direkte Anteil der Familie von 35,5% im Jahr 2016 auf heute fast 64,0%, was einem Anstieg von 28,5 Prozentpunkten entspricht. Einschließlich der Anteile, die von Mitgliedern der Großfamilie gehalten werden, kontrollieren die Perssons heute rund 70,0% des Kapitals und etwa 85,0% der Stimmrechte, eine Zweidrittelmehrheit, die ihnen praktisch unbegrenzte Entscheidungsbefugnisse einräumt. Diese „Wiederaufnahme“ von Familienanteilen scheint auf den Wunsch zurückzuführen zu sein, unabhängig von externen Investoren zu agieren und das Unternehmenswachstum der Familie aus den Augen der Öffentlichkeit zu nehmen — aber so einfach ist das nicht.
Trotz der zunehmenden Machtkonzentration bestreiten die Perssons seit über einem Jahr jegliche Absicht, H&M von der Börse zu nehmen, und behaupten, dass der Anhäufung von Aktien über ihre Familienholding ihr Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens widerspiegele. Dennoch hat die fortgesetzte Anhäufung von Aktien ohne eine klare strategische Aussage bei den Anlegern Bedenken geweckt und erfordert mehr Transparenz. Wenn die Käufe fortgesetzt werden und die Familie 90% des Unternehmens erwirbt, würde die Konzentration der Aktien es ihnen ermöglichen, die Entfernung des Unternehmens von der Börse zu beantragen. Derzeit sind nur 20,0% erforderlich, um diesen Schwellenwert zu erreichen. Laut dem von BoF zitierten Analysten Niklas Ekman ist die Motivation jedoch wahrscheinlich nicht finanzieller, sondern emotionaler Natur. Die Familie übt bereits fast die vollständige Kontrolle über die Gruppe aus und hat sie jahrzehntelang als Familienunternehmen geführt: Stefan Persson, der 77-jährige Patriarch, der 16 Jahre als CEO und über zwei Jahrzehnte als Vorsitzender tätig war, wurde von seinem Sohn Karl-Johan abgelöst, der heute Vorsitzender des Vorstands und bis 2020 ehemaliger CEO war. Wenn die Privatisierung voranschreiten würde, wäre das sehr kostspielig. Analysten schätzen, dass zum aktuellen Aktienkurs mindestens 70 Milliarden schwedische Kronen oder etwa 7,3 Milliarden US-Dollar erforderlich wären, um alle verbleibenden Aktien zu erwerben.
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Eine solche Operation würde wahrscheinlich eine erhebliche Verschuldung erfordern, was sich auf die Investitions- und Innovationsfähigkeit des Unternehmens auswirken sowie den Cashflow und die allgemeine finanzielle Gesundheit des Unternehmens beeinträchtigen könnte — was die allmähliche, langfristige Akkumulation von Aktien erklären könnte, durch die die finanzielle Belastung im Laufe der Zeit verteilt wird. Je weniger Aktien verfügbar sind, desto schwieriger wird es, die verbleibenden Aktionäre vom Verkauf zu überzeugen, zumal sie möglicherweise einen höheren Preis verlangen. Insgesamt scheinen die Schritte der Familie Persson, wie Interviews mit verschiedenen schwedischen Börsenexperten zeigen, ziemlich unklar, insbesondere angesichts der vielen Herausforderungen, vor denen H&M steht. Die Aktien der Gruppe, die vor rund zehn Jahren ihren Höhepunkt erreichten, haben seitdem fast 60,0% ihres Wertes verloren, sodass H&M eine Marktkapitalisierung von rund 220 Milliarden schwedischen Kronen hat. Dies sind große Zahlen, aber sie sind im Vergleich zum Erzrivalen Inditex, der Muttergesellschaft von Zara, deren Aktie im gleichen Zeitraum um etwa 60,0% gestiegen ist, blass. Die Leistung der beiden Gruppen ist in vielerlei Hinsicht diametral entgegengesetzt. Und angesichts der Tatsache, dass H&M das einzige Unternehmen im Stockholmer Hauptindex ist, das keine Unternehmensbeteiligungen offenlegt, und da Persson Jr. häufig die kurzfristige Gewinnsucht des Marktes kritisiert, bleibt die Atmosphäre des Geheimnisses bestehen. Eine Frage bleibt jedoch offen: Spielt der Persson-Clan ein gefährliches Spiel?













































