
Die Einzelhandelsapokalypse vom Einkaufszentrum zum Kaufhaus Ist das das Ende der großen Verkaufsflächen, wie wir sie kannten?
Während das Einkaufen ins Internet verlagert wurde und die Pandemie unser Verhältnis zu öffentlichen Räumen neu definiert hat, ist der traditionelle Einzelhandel — insbesondere in amerikanischen Einkaufszentren und Kaufhäusern — einem prognostizierten Rückgang ausgesetzt. Ein Dominoeffekt bringt das Einzelhandelssystem, wie wir es kannten, weiterhin zum Einsturz. Von Einkaufszentren, einer amerikanischen Erfindung, bis hin zu Kaufhäusern scheint keine Strategie funktioniert zu haben. Darüber wird schon lange gesprochen: Ladengeschäfte befinden sich in einer Zeit, in der Produkte in erster Linie mit der Idee entwickelt werden, wie sie aussehen werden, wenn sie einmal für den E-Commerce fotografiert wurden. Diese Entwicklung scheint selbst für das, was einst die letzte verbliebene soziale Aktivität zu sein schien, unvermeidlich. Aber in Wirklichkeit ist es ein langer Prozess, der vor langer Zeit begonnen hat und uns erst jetzt erreicht hat.
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Das American Mall wurde in den 1950er Jahren aus dem brillanten Kopf des österreichischen Stadtplaners Victor Gruen geboren, der seine Karriere in den USA entwickelte. Das ursprüngliche Projekt schien modern und ökologisch: Die Idee hinter dem Einkaufszentrum bestand darin, den Autoverkehr einzuschränken, indem alle Geschäfte und Dienstleistungen, die die Verbraucher benötigen — von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Unterhaltung für Kinder — auf einem großen Raum konzentriert wurden. Diese Aktivität fand in der Regel in den Vororten von Städten statt, wie wir auch in Italien gesehen haben — allerdings mit geringerem Erfolg und einem bereits vorhersehbaren Rückgang, da unser langsamerer Lebensstil darauf ausgerichtet ist, zu Fuß zu gehen und in Stadtzentren zu leben. Zur gleichen Zeit entstanden Luxuskaufhäuser in Großstädten (die besten Beispiele sind wiederum amerikanische wie Neiman-Marcus, Macy's, Saks, Bergdorf Goodman), aber sie fanden den fruchtbarsten Boden in Japan, Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Während Einkaufszentren und Kaufhäuser in Ländern mit höherer Kaufkraft weiterhin florieren, sind in Amerika und Europa inzwischen alle großen Geschäfte mit Einkaufsfokus entweder geschlossen oder haben Probleme. In den Vereinigten Staaten haben die von Ketten wie Big Lots, Forever 21 und Macy's angekündigten Schließungen von Anfang 2025 bis heute die Gesamtzahl der geschlossenen Einzelhandelsflächen auf über 100 Millionen Quadratfuß erhöht.
Victor Gruen, Southdale Regional Shopping Center (1956) Edina, MN
— Midwest Modern (@JoshLipnik) May 15, 2020
Southdale was the America’s first enclosed shopping mall. Gruen envisioned the mall as a town center that would help to combat, rather than become synonymous with, suburban sprawl.
Photos via Gruen Associates pic.twitter.com/qVZpHaUshT
In Italien wurde kürzlich das einzige Kaufhaus in der stark touristischen Stadt Venedig geschlossen, das von LVMH geführte Fondaco dei Tedeschi (das 226 Mitarbeiter entließ), während in Amerika die sogenannte Einzelhandelsapokalypse, die bereits in den 1990er Jahren begann, zunehmend zum völligen Verschwinden der Einzelhandelsgiganten zu führen scheint. Der jüngste Fall von Saks unterstreicht diese Fragilität: Die Holdinggesellschaft Saks Global arbeitet daran, ihre Betriebskosten im Rahmen eines umfassenden Umstrukturierungsplans nach der Übernahme von Neiman Marcus um rund 500 Millionen US-Dollar zu senken. Die Initiative umfasst Personalabbau, Ladenschließungen und neue Zahlungsbedingungen für Lieferanten mit dem Ziel, den Betrieb zu rationalisieren und die Rentabilität zu steigern.
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Es gibt viele Faktoren, die zur Einzelhandelsapokalypse geführt haben. Zu den wichtigsten gehören, wie wir gesehen haben, der Aufstieg des Internets und des elektronischen Handels, wichtige globale Wirtschaftsprobleme, die die Geldbörsen der Durchschnittsverbraucher betreffen, und die von Trump weltweit verhängten amerikanischen Zölle. Unter Luxusmodehändlern wächst die Angst — man denke nur daran, wie viele Musterverkäufe von Marken auf der ganzen Welt organisiert werden. Wenn man The Store (1983), einen Film von Frederick Wiseman, der im Kaufhaus Neiman-Marcus in Dallas, Texas, spielt, merkt man sofort, was den heutigen Kaufhäusern fehlt: die Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Kunden. Der Film zeigt viele Treffen zwischen Abteilungsleitern, bei denen kleinste Details besprochen werden, um das Einkaufserlebnis zu verbessern, von den angebotenen Menüs bis hin zur offiziellen Kommunikation. Während japanische und arabische Kaufhäuser und Einkaufszentren weiterhin auf akribische Liebe zum Detail setzen, ist sie in Europa und Amerika verschwunden. In der Vergangenheit bedeutete es, einen Tag in einem Einkaufszentrum zu verbringen, neue Erfahrungen zu machen, sich verwöhnt zu fühlen und sogar neue Leute kennenzulernen, während sich das Betreten eines Einkaufszentrums heute eher wie ein Spaziergang durch ein verlassenes Gebäude anfühlt.













































