Mugler hat einen neuen Creative Director Miguel Castro Freitas wird Casey Cadwallader ab April ersetzen.

Mugler bestätigte die seit Februar kursierenden Gerüchte und ernannte Miguel Castro Freitas offiziell zum neuen Kreativdirektor. Freitas, der leitende Positionen bei Marken wie Sportmax, Dries Van Noten und Dior innehatte, wird die Nachfolge von Casey Cadwallader antreten, dessen Abreise am selben Morgen angekündigt wurde. Cadwallader leitete Mugler in den letzten sieben Jahren und beendete seine Amtszeit mit einem Lookbook für die FW25-Kollektion. Sein Ausstieg markiert eine neue Ära für die Marke, die es dank der breiten Wertschätzung der Kollektionen von Cadwallader geschafft hatte, wieder an Bedeutung zu gewinnen. Den großen Ruhm seiner Vergangenheit, insbesondere in der Haute Couture, hatte das Unternehmen jedoch nicht vollständig wiedererlangt, sondern entschied sich stattdessen dafür, seine Präsenz im Prêt-à-Porter-Bereich wiederherzustellen, der durch Jeans mit schwarzen Einsätzen und figurbetonten Bodys wieder an Bedeutung gewonnen wurde. Cadwallader kam von den Acne Studios zu Mugler und spielte im Laufe der Jahre eine Schlüsselrolle dabei, die Ästhetik der Marke neu zu definieren. Er führte sie erfolgreich durch die schwierigen Zeiten von Covid und brachte sie mit einem völlig neuen Konzept von Konfektionsbekleidung für die Generation Z im Wesentlichen wieder auf die Mode-Landkarte. Sein Abschied deutet darauf hin, dass die Marke nach der Konsolidierung ihres Fundaments versucht, ihre Kollektionen aufzuwerten und neue kreative Gebiete zu erkunden.

Freitas wird seine neue Rolle am 1. April offiziell antreten und im Herbst auf der Paris Fashion Week seine erste Kollektion für die SS26-Saison vorstellen. Daniéle Lahana-Aidenbaum, Global President von Mugler Fashion and Fragrances, äußerte großes Vertrauen in den neuen Kreativdirektor und erklärte: „Miguel verkörpert den Geist von Mugler. Sein tiefes Verständnis der Marken-DNA und seine enorme Kreativität und sein Talent machten ihn zur natürlichen Wahl.“ Es besteht die Hoffnung, dass Freitas in der Lage sein wird, das Modeangebot der Marke über jugendliche Konfektionskleidung hinaus zu erweitern und ein Rebranding durchzuführen, das dem von Nicholas Di Felice in Courrèges erfolgreich umgesetzten ähnelt. Seit 2019 gehört Mugler zu L'Oréal. Ein erheblicher Teil seines Umsatzes stammt aus Bestseller-Parfums wie Angel und Alien. Infolgedessen könnte die Marke in ihren Shows mehr Raum für Theatralik und Fantasie haben, was für Markenbekanntheit sorgt und ihr Image durch virale Runway-Momente aufwertet und gleichzeitig Konfektionskleidung für ihre kommerzielle Kollektion reserviert — ähnlich wie bei Nina Ricci. Der neue Kreativdirektor ist jedenfalls vielversprechend: Nach seinem Abschluss in Damenmode an der Central Saint Martins im Jahr 2004 arbeitete er zuvor mit Julie Verhoeven, Yves Saint Laurent, Givenchy und Lanvin zusammen. Sein Tanzhintergrund verbindet ihn in der Tat mit dem legendären Gründer der Maison, Manfred Thierry Mugler, der 2022 verstarb.

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