
Mugler bringt Blumen in seine SS25-Kollektion Dezent, elegant, immer im Mugler-Stil

Nach einem Urlaub in seinem Landhaus in der Region Paris, wo er im Kontakt mit der Erde verbracht hat, mit einer Gartenschere in der einen und einer Blume in der anderen Hand, ist die Inspiration für die ss25-Kollektion von Casey Cadwallader, Creative Director von Mugler, offensichtlich. In den 29 Looks von Muglers ss25, die vor einigen Tagen im Trianon in Pigalle während der Pariser Fashion Week vorgestellt wurden, wird die Welt der Blumen subtil und konzeptionell gewürdigt, in einem leicht apokalyptischen und eher unromantischen Ansatz. Die Komplexität der Blumen wird auf fast beunruhigende, aber immer poetische Weise durch geometrische Silhouetten deutlich, die in der Gegenwart artikuliert und gut verankert sind und gleichzeitig das Erbe des Hauses respektieren. Wurden in letzter Zeit die Kollektionen von Cadwallader alle spektakulär präsentiert und dabei keine Extravaganz gescheut, so ist in dieser Kollektion der Umgang mit Kleidung und deren Präsentation ruhiger und intimer. Auf Plateauschuhen thront das erste Model in einem kurzen schwarzen Blazerkleid, das von einem einzigen Knopf gehalten wird, der einem Blumenknopf ähnelt. Er ist demütig in der Mitte positioniert, um der Blume den Platz zu geben, den sie für ihre Expansion benötigt.
Dann folgt ein Schwarm verschiedener Looks, die alle in dieselbe Richtung gehen: schwarze Jacken mit eng anliegender Taille, Kleider aus leichten und fließenden Stoffen, die auf den Schultern der Models blühen, taillierte Hosen mit breiten Hüften in geometrischen und abstrakten Silhouetten oder sogar ein Plastik-Trenchcoat, um einem apokalyptischen Sturm zu trotzen. Das Thema wird respektiert, geehrt und ist sehr klar. Sieht direkt aus einer grünen und blühenden Realität und macht fast Lust, in eine Kiste mit Begonien einzutauchen, um an der Entstehung der Elemente teilzunehmen, die als Cadwalladers Muse dienten. Stücke, die die Liebe des Schöpfers zur epischen Welt repräsentieren, sind ebenfalls vertreten, wie die eng anliegenden Khakijacken und androgyne Anzüge mit Schnürsenkeln, die uns vage an die Sonntagskleidung wohlhabender Pferdeliebhaber erinnern. Manche Modelle verzichten auf Anspielungen und kommen in ihrer Hommage an die Natur direkt zur Sache, wie etwa die schwarzen Kleider, die mit bunten Blumen bestickt sind, oder Minikleider, die mit einer Art schwarzem Netz verziert sind, das an die feinen Linien erinnert, die subtil die Blütenblätter zieren. In dieser Sammlung gelingt es Cadwallader, dem Blumenthema eine unerwartete Interpretation zu geben, düster, aber ohne in Drama oder Schwere zu verfallen, und vor allem ohne in die Falle der Melancholie zu tappen, eine verlockende Option angesichts des bevorstehenden 50-jährigen Bestehens des Hauses.


















































