
Die ewige Sinnlichkeit schlanker Sneaker In kürzester Zeit sind sie zum ultimativen Kult-Accessoire geworden
Nach dem überwältigenden Erfolg von 2023 ging man davon aus, dass der adidas Samba kurzfristig die Marktsättigung erreichen würde. Entgegen den Prognosen haben sie nicht nur ihre Attraktivität beibehalten, sondern auch einen viel breiteren Trend in der Modewelt erwartet. Wenn man sich die Schuhe des vergangenen Jahres ansieht, wird deutlich, dass Sneaker einen Wandel durchmachen, der weit über ein einzelnes Modell hinausgeht: Die Sohlen werden dünner, bis sie fast verschwinden, was einen kulturellen und ästhetischen Wandel widerspiegelt, der die Gesellschaft auf mehreren Ebenen betrifft. Um diesen Trend zu unterstreichen, sticht ein Name hervor: Kanye West, der Anfang des Jahres den SL-01 zu einem Preis von 19,95€ auf den Markt brachte, ein Modell, das eher Socken als echten Schuhen ähnelt. Aber wie sind wir zu diesem Punkt gekommen? Vor nicht allzu langer Zeit war der Sneaker umso erfolgreicher, je voluminöser er war. Er stand auf der Welle von Streetwear und Oversize-Mode. Das war die Ära der Chunky-Sneaker, deren ästhetisches Manifest schnell zum Balenciaga Triple S (2017) wurde.
@cancelgooie theyre fun and make me tall
Pilsplaat - Bonkers
Viele Dinge — eigentlich viel — haben sich seitdem geändert. Es war dieselbe französische Maison, die 2020 das Zen-Modell auf den Markt brachte, einen ultradünnen und lederfreien Schuh, der an Pumas Mostro Perf Leather erinnert. Zu dieser Zeit fiel das Modell jedoch eher unter das breitere Dach hässlicher Sneaker, als dass ein neuer minimalistischer Schuhtrend begann. In der Zwischenzeit kam der Lockdown, der die Leidenschaft der Verbraucher für unaufdringlichen Geschmack, eine Vorliebe für schlanke Silhouetten, leisen Luxus, Basics, eine Faszination für Vintage und das Y2K-Revival mit sich brachte, das den Onitsuka Tiger Mexico 66 wieder begehrenswert machte. Der Balletcore-Trend spielte ebenfalls eine Rolle, der mit diesen Faktoren verflochten war, um dem Schuhmarkt eine neue Richtung zu geben. Einerseits hat die Entwicklung des heutigen Old Money-Stils, oder einfach geflüsterter Luxus, Mokassins wieder ins Rampenlicht gerückt. Andererseits hat der vom klassischen Tanz inspirierte Trend eine unerklärliche Sehnsucht nach Ballerinas ausgelöst (die Suchanfragen auf Pinterest nach „Balletcore“ sind um 1.566% gestiegen, während TikTok-Posts, die sich auf diesen Trend beziehen, derzeit bei 94,8 Millionen liegen). Die Satin-Versionen von Miu Miu sowie die Leder- und Kristalldesigns von Alaïa haben seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2022 einen globalen Trend vorangetrieben, der zur Markteinführung von Hunderten von Dupes geführt hat.
I really need some onitsuka tigers they are too fire
— i hate red 40 (@swooshx2) February 4, 2025
Der Hybrid zwischen diesen beiden Welten, umgeben von einem allgemeinen Klima der Vintage-Wertschätzung, findet natürlich seinen Weg in den Sneaker-Markt, der trotz seiner Volatilität stetig wächst. Laut einem Statista-Bericht wird der globale Marktwert des Sektors bis 2030 voraussichtlich 101,7 Milliarden US-Dollar erreichen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 3,5% entspricht. Nach der Veröffentlichung des Balenciaga Drive im Jahr 2020 und des Paris im Jahr 2022 hat die gesamte Luxusschuhindustrie den Trend aufgegriffen, insbesondere im vergangenen Jahr, mit Modellen, die nur in der Sohle flach sind — aber sicherlich nicht im Preis. Nostalgisch, schlank und elegant: von den Sneakers aus Veloursleder von Dries Van Noten, einem der angesagtesten Produkte von LYST Q2-2024, über Kollaborationen wie New Balance zuerst mit Miu Miu und Issey Miyake später mit der Markteinführung des MT10O für SS2024, Loewes Ballettläufer aus Nylon, bis hin zum Prada Collapse, der laut Lyst einen Anstieg von 291% verzeichnete Demand, erhältlich in Leder, Veloursleder oder Re-Nylon, bis hin zu Alexander McQueens elegantem Flexion im Retro-Stil; und Endlich sind es nackte Schuhe wie die Five Fingers von Vibram.
Der Puma Speedcat, der It-Sneaker der Saison, und die unzähligen Repliken, die den Massenmarkt überfluten, verfestigen den Trend weiter. Von Cos bis Zara dauerte es nicht lange, bis sich andere mit ihren eigenen kostengünstigen Versionen dünner Sneaker positionierten. Wie Kate Moss es einmal ausdrückte: „Nichts schmeckt so gut, wie sich dünn anfühlt“. Was macht diesen Trend immer noch so relevant und beliebt — fast so, als ob Sneakers eine Dosis Ozempic bekommen hätten? Einerseits können sich diese SL-Modelle an zahlreiche Variationen einer essentiellen Ästhetik anpassen, andererseits ist es auch eine Frage der Proportionen. In den letzten Jahren haben sich nicht nur die Schuhe, sondern auch die Mode insgesamt verändert: Während früher übertriebene Sohlen mit Skinny-Jeans kombiniert wurden, sind heute, in einem umgekehrten Paradigma, die Reaktion auf weite und weite Hosen ultraleichte Sneaker. Ist es endlich an der Zeit, sich von Sohlen zu verabschieden?













































