
Könnte die Prada Group Versace erwerben? Nach dem Tapisserie-Debakel hat Capri Holding die legendäre Marke zum Verkauf angeboten.
Zwischen 2024 und 2025 führte der Zusammenbruch des Deals zwischen Tapestry und Capri Holdings zu so erheblichen finanziellen Störungen, auch aufgrund der allgemeinen Luxuskrise, dass die amerikanische Gruppe hinter Michael Kors Berichten zufolge erwägt, eines ihrer wichtigsten Vermögenswerte zu verkaufen: Versace. In den letzten Wochen gab es sogar Spekulationen, dass Donatella Versace von der kreativen Leitung der Marke zurücktreten könnte, aber heute berichtete Il Sole 24Ore von noch schockierenderen Gerüchten: Immer mehr Spekulationen zufolge erwägt die Prada-Gruppe ernsthaft, die Marke zu erwerben. Sollte sich ein solcher Schritt bestätigen, könnte er die Dynamik des Sektors in Italien und weltweit verändern. Der Prada-Gruppe sind solche expansionistischen Ambitionen nicht fremd: Zwischen den 1990er und frühen 2000er Jahren begann die Gruppe, angetrieben durch den weltweiten Erfolg von Prada, renommierte minimalistische Marken wie Helmut Lang und Jil Sander zu erwerben. Damals lief es jedoch nicht gut, und beide Marken wechselten schließlich den Besitzer — aber heute hat die Prada Group eine deutlich stärkere Position als vor zwanzig Jahren, und das Ergebnis könnte tatsächlich anders ausfallen. Aber wäre es für Prada sinnvoll, Versace zu erwerben?
Versace ist seit 2018 im Besitz von Capri Holdings, als das multinationale Luxusunternehmen das italienische Maison für rund 1,83 Milliarden Euro von der Gründerfamilie und dem amerikanischen Investmentfonds Blackstone erwarb. In den Folgejahren arbeitete Capri daran, die Marke weiterzuentwickeln und ihren Umsatz deutlich zu steigern, der 2023 1,1 Milliarden US-Dollar überstieg. Angesichts des jüngsten Rückgangs der weltweiten Nachfrage sind die Verkäufe jedoch ins Stocken geraten. Die Lage verschlimmerte sich nach dem Scheitern der Fusion mit Tapestry, einer in den USA ansässigen Gruppe, der Marken wie Coach und Kate Spade gehören. Sie wurde durch ein Urteil des Bundesgerichts in New York blockiert, in dem der Zusammenschluss als Bedrohung für den Wettbewerb auf dem Luxusmarkt eingestuft wurde. Durch den Zusammenschluss im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar wäre ein Konglomerat mit einem dominanten Marktanteil von 59% in seinem Segment entstanden, eine Marktbeherrschung, die von den Kartellbehörden als inakzeptabel angesehen wurde. Nach dem gescheiterten Geschäft mit Tapestry musste Capri Holdings seine Strategien überdenken und scheint nun seine Geschäftstätigkeit zu rationalisieren, indem es sich auf erschwingliche Luxusmarken konzentriert und die herausfordernde Welt des High-End-Luxus beiseite lässt. Die Nachricht, dass die Gruppe Barclays beauftragt hat, den Markt zu sondieren und das Dossier potenziellen Käufern vorzulegen, wurde als klares Signal interpretiert, dass die Gruppe möglicherweise den Verkauf einer ihrer renommiertesten Marken erwägt.
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Wie von Il Sole 24Ore berichtet, scheint Prada nun einer der glaubwürdigsten Namen für die Übernahme zu sein, da es das Dossier von Versace über Citi, einen der beteiligten Finanzberater, erhalten hat. Gerüchten zufolge evaluiert die Gruppe die Operation derzeit mit ihren Rechts- und Finanzberatern. Dies ist nicht das erste Mal, dass die Gruppe Versace im Auge hat: 2018 erwog sie eine mögliche Übernahme, bevor sie einen Rückzieher machte. Aber heute könnten, wie bereits erwähnt, die Marktbedingungen und die vielversprechenden Wachstumsaussichten der Gruppe die Operation praktikabler machen. Ein wichtiger Verhandlungspunkt wird die Bewertung von Versace sein, die angesichts rückläufiger Umsätze die Akquisition im Vergleich zur Vergangenheit attraktiver machen könnte. Schließlich ist es eine Marke mit absoluter Anerkennung und allem Potenzial, auch in kurzer Zeit wieder zum Wohlstand zurückzukehren. Sollte der Zusammenschluss zustande kommen, würde die Übernahme es der Gruppe ermöglichen, ihr Angebotsspektrum zu erweitern, ihre Präsenz in wichtigen Märkten zu stärken und starke industrielle Synergien zu schaffen. Prada scheint jedoch nicht der einzige potenzielle Käufer zu sein: Gerüchten zufolge könnten sowohl Exor als auch Kering an der Marke interessiert sein. Und wer könnte es ihnen verdenken? Die einzige Gewissheit ist vorerst, dass sich etwas ändern wird.













































