Bally hat eine Lederwarenfabrik in der Toskana geschlossen Nach der Entlassung von 55 Arbeitern muss sich das Schweizer Unternehmen nun mit den italienischen Gewerkschaften auseinandersetzen

Letzte Woche hat Bally sein Werk in Lastra a Signa dauerhaft geschlossen. Insgesamt 55 Beschäftigte wurden entlassen, berichteten die Gewerkschaften Uil und Cgil der italienischen Presse. „Angesichts der Krise der Modeindustrie ist dies eine weitere Marke, die nicht nur Verhandlungstische meidet, sondern es auch wagt, 55 Mitarbeiter zu entlassen, ohne mit den Gewerkschaften zu sprechen oder soziale Sicherheitsnetze zu nutzen“, kommentierte Marco Conficconi, Regionalsekretär von Uioltucs. Die Fabrik, die sich in der Via dei Ceramisti im Handwerkerviertel der Gemeinde Florenz befindet, beschäftigte sich hauptsächlich mit der Herstellung von Lederaccessoires und Schuhen. Es stimmt zwar, dass die Krise des Luxussektors viele Marken und Gruppen betrifft, darunter die großen französischen Mischkonzerne Kering und LVMH, aber es ist bemerkenswert, dass Bally vor einem besonders herausfordernden Jahr stand. Vor einem Monat erlitten 65 Schweizer Mitarbeiter am Hauptsitz der Marke in Caslano dasselbe Schicksal wie die Arbeiter des toskanischen Werks.

Die Schließung einer Lederwarenfabrik ist zwar kein Einzelfall, sondern ein weiteres Zeichen der Krise der italienischen Handwerkskunst, doch die Gewerkschaften, an die sich die 55 ehemaligen Arbeitnehmer, die jetzt kurz vor Weihnachten arbeitslos sind, gewandt haben, betonen, dass der Ernst der Lage darin liegt, dass das Unternehmen seinen Beschäftigten keine Lösungen bietet. La Nazione machte deutlich, dass „dies im Zusammenhang mit der allgemeinen Lederwarenkrise die erste Episode dieser Größenordnung ist“. Der Bürgermeister von Lastra, Emanuele Caporaso, griff ein und kontaktierte die Region, um einen Krisentisch einzuleiten. „Diese Situation ist auf eine dramatische Krise in der Modeindustrie zurückzuführen, und es ist wichtig zu verhindern, dass der vom Unternehmen angewandte Ansatz auf andere Unternehmen angewendet wird“, kommentierte der Bürgermeister. UILTUCs Toscana kündigte heute, Dienstag, den 10. Dezember, ein Treffen mit Unternehmensvertretern an, um „die Anwendbarkeit der sozialen Sicherheitsnetze zu prüfen und den Arbeitnehmern Möglichkeiten zur Umsiedlung zu bieten“, sagte Generalsekretär Conficconi.

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