Europas größter Textilbezirk streikt Proteste von Arbeitern einiger chinesischer Unternehmen in Prato

In Prato, dem größten Textilzentrum Europas, aber auch einer Produktionsstätte, die bekanntermaßen von Arbeitsausbeutung heimgesucht wird, begannen gestern Proteste von Arbeitern einiger chinesischer Unternehmen im Bezirk. Laut der Gewerkschaft, die den Streik ausgerufen hat, Sudd Cobas Prato-Firenze, lassen einige Textilunternehmen in Prato die Beschäftigten angeblich mehr als 80 Stunden pro Woche arbeiten, 12 Stunden am Tag, ohne Ruhetage, wobei die Beschäftigten unterm Tisch bezahlt werden und ohne jeglichen Schutz. Die Gewerkschaft behauptet, dass einige Arbeitnehmer aufgefordert wurden, ihr Gehalt für den 13. Monat zurückzuzahlen, andere hätten gefälschte Gehaltsabrechnungen erhalten oder wurden überhaupt nicht bezahlt und dass der Vertrag (der in der Regel eine Teilzeitbeschäftigung vorsieht) nie eingehalten wird. Zu den am Streik beteiligten Unternehmen gehören eine Produktionsstätte für Taschen und Gürtel, eine Bügelfirma, eine Fabrik für kundenspezifische Reißverschlüsse, eine Weberei, ein Bekleidungshersteller, der sich auf in China hergestellte Kleidungsstücke spezialisiert hat, und eine Fast-Fashion-Fabrik.

Die seit gestern streikenden Beschäftigten in Prato haben der Presse ihre Arbeitsbedingungen gemeldet. Viele von ihnen gehören der pakistanischen Gemeinschaft an, die nach den Chinesen zu den größten im Bezirk gehört. Sie sagen, dass sie gezwungen wurden, die Arbeit anzunehmen, weil es noch schwieriger ist, eine stabile Beschäftigung ohne Asylgenehmigung zu finden, und einige sprechen nicht gut Italienisch, sodass sie sich damit abfinden mussten. Im Gespräch mit Fatto Quotidiano gab einer der Arbeiter an, „wie ein Tier“ behandelt worden zu sein und schwitzen zu müssen, nur um die Gehaltsabrechnung zu erhalten, die ihnen geschuldet wurde. Laut Gewerkschaft sind nicht die Inspektionen, die oft zugunsten der Geschäftsinhaber manipuliert werden, das Problem, sondern die Gesetze, die es Managern ermöglichen, sie ohne Schwierigkeiten zu umgehen. Für die Vertreter von Sudd Cobas Prato-Firenze besteht der erste Schritt zur Lösung des Problems darin, die Krise im Bekleidungssektor zu lösen, die sich im vergangenen Jahr aufgrund des Krieges in der Ukraine und im Gazastreifen verschärft hat. Wie der Industriesektor, erinnert uns die Gewerkschaft, leidet auch der Handwerkssektor, was sich nachteilig auf das Label Made in Italy auswirkt, auf das das Land immer so stolz war.

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