3D hat Big Tech erneut erobert Aber dieses Mal wird keine Brille benötigt

Diejenigen, die um die Jahrtausendwende aufgewachsen sind, werden sich mit Nostalgie an jene Momente im Kino erinnern, als vor Filmbeginn Papiergläser mit einer roten und einer blauen Linse verteilt wurden. Diese einfachen Tools ermöglichten es den Zuschauern, 3D zu erleben, eine Technologie, die eine stereoskopische Ansicht von Bildern ermöglicht. Nach einer langen Phase des Niedergangs und der technologischen Veralterung scheinen Kino und Video heute bereit zu sein, das Potenzial der Dreidimensionalität wiederzuentdecken. Wie von Il Post berichtet, investieren mehrere Unternehmen erneut in 3D und entwickeln neue Lösungen, die ohne Brille oder Headset einen realistischen Effekt bieten können. Dies ist beispielsweise bei den SpatialLabs-Bildschirmen von Acer oder dem aktuellen Samsung Odyssey 3D der Fall, Geräten, die ein immersives dreidimensionales Erlebnis ohne Zubehör versprechen.

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Im Mittelpunkt dieser Technologien steht die Arbeit von Leia, einem kleinen amerikanischen Unternehmen, das vor etwa zehn Jahren in den HP Labs, dem Forschungszentrum der Marke HP, gegründet wurde. Leia entwickelte ein System, das auf einem ausgeklügelten Panel namens Diffractive Lightfield Backlighting (DLB) basiert und mit Kameras kombiniert wurde, die die Augenbewegungen des Benutzers verfolgen. Diese Ebene unter dem Bildschirm projiziert je nach Position der Augen leicht unterschiedliche Bilder in mehrere Richtungen und erzeugt so ein Gefühl von Tiefe, ohne dass eine Brille erforderlich ist. Alles wird durch künstliche Intelligenz verbessert, die Augenbewegungen antizipiert, um eine glatte und natürliche 3D-Illusion aufrechtzuerhalten. Leias Fortschritte passen zu einem breiteren Trend: Immer mehr Unternehmen experimentieren mit fortschrittlichen 3D-Technologien. Auf seiner letzten Entwicklerkonferenz stellte Google Beam vor, eine Technologie zur Simulation der Dreidimensionalität bei Videoanrufen. Es sind keine Headsets oder Brillen erforderlich. Stellen Sie sich einfach vor einen Bildschirm, der mit sechs kleinen Kameras ausgestattet ist. Der Rest passiert in der Cloud, wo ein KI-Modell die Bilder verarbeitet, um einen Effekt zu erzielen, der einem Hologramm ähnelt, bei dem die Person am anderen Ende aus dem Bildschirm zu erscheinen scheint.

Apple hat auch Interesse an diesem Bereich gezeigt und 2023 sein Mixed-Reality-Headset Vision Pro auf den Markt gebracht, das sich auf das Konzept des Spatial Computing konzentriert, was eine realistische Interaktion zwischen digitalen Elementen und der physischen Umgebung bedeutet. Obwohl das Headset kein großer kommerzieller Erfolg war, wurde die entwickelte Technologie in den neuesten iPhone-Modellen angewendet, die jetzt 3D-Funktionen enthalten. Meta hat auch stark in den Sektor investiert und Milliarden von Dollar für seine Reality Labs-Abteilung bereitgestellt, die sich der Entwicklung der Metaverse- und Augmented-Reality-Projekte widmet. 2009 schien die Veröffentlichung von James Camerons Avatar den Beginn einer neuen Ära für das 3D-Kino zu markieren. Die anfängliche Begeisterung wurde jedoch bald durch hohe Kosten, technische Einschränkungen und die Konkurrenz durch neue Technologien wie 4K und Smart-TVs gedämpft, die seitdem den Markt dominieren. Heute, fünfzehn Jahre später, könnte diese Zukunft endlich Realität werden.

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