Soziale Medien werden zum Finanzberater der Generation Z Immer mehr unter 30-Jährige investieren auf der Grundlage von Online-Ratschlägen

Der Einfluss der sozialen Medien auf die zunehmende Aufmerksamkeit bestimmter Themen, einschließlich des Managements der eigenen wirtschaftlichen Ressourcen und der finanziellen Bildung, wird immer deutlicher. Laut einer aktuellen Umfrage des Fintech-Unternehmens Credit Karma, über die das US-Magazin WWD berichtet, suchen mehr als 75% der Jugendlichen der Generation Z in den USA aktiv online nach Finanzberatung. Während dieser Trend früher als Zeichen der Selbstbestimmung und der Bereitschaft angesehen wurde, sich mit komplexen wirtschaftlichen Problemen vertraut zu machen, zeichnen sich heute auch mehrere mit dem Phänomen verbundene Risiken ab. Viele Beobachter fragen sich seit langem, ob — auf diesen Plattformen — all diese Aufmerksamkeit für Geld übertrieben geworden ist. Die von Credit Karma durchgeführte Umfrage ergab, dass 43% der Amerikaner Finanzinformationen ausschließlich in sozialen Netzwerken suchen, wobei der Prozentsatz bei der Generation Z (77%) deutlich höher ist. Die am häufigsten genutzten Plattformen für Finanzberatung sind YouTube (71%), Instagram (50%) und TikTok (49%), gefolgt von X mit 36% und Facebook mit 31%. Andere Kanäle, wie Finanzblogs, Podcasts oder Fintech-Websites, haben paradoxerweise niedrigere Nutzungsraten — zwischen 11 und 25%

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Zu den wichtigsten Finanzthemen, über die sich junge Menschen online informieren möchten, gehören Haushaltsmanagement, Börseninvestitionen und Vermögensaufbau. Ein interessanter Aspekt, der aus der Umfrage hervorging, ist, dass viele unter 30-Jährige nicht nur nach Informationen suchen, sondern die Ratschläge, die sie im Internet finden, auch in die Praxis umsetzen: 60% der Generation Z gaben beispielsweise an, auf der Grundlage von Finanztipps in sozialen Netzwerken investiert zu haben. Einerseits hat die zunehmende Diskussion über Geld dazu beigetragen, das Stigma zu verringern, das dieses Thema umgibt. Andererseits hat die Tendenz, Finanzfragen häufig auf Kanälen zu erörtern, die täglich von Millionen von Menschen genutzt werden, unabhängig vom Fachwissen derjenigen, die die Informationen teilen, auch zu einer Reihe kontraproduktiver Auswirkungen geführt. Eine davon ist die Neigung vieler junger Menschen, Investitionen — manchmal riskante — zu oberflächlich zu tätigen.

Die Gefahren der Finanzberatung in sozialen Medien

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Obwohl 67% der Generation Z und 60% der Millennials angeben, ihre finanzielle Situation dank Online-Ratschlägen verbessert zu haben, waren die Folgen für einige junge Menschen negativ. Die Studie von Credit Karma zeigt, dass 37% der Generation Z und 25% der Millennials angaben, wirtschaftliche Probleme zu haben, nachdem sie den Vorschlägen in den sozialen Medien gefolgt waren. Darüber hinaus gab ein Viertel der jungen Befragten an, Opfer von Betrügereien selbsternannter Finanzexperten geworden zu sein. Courtney Alev, Finanzberaterin bei Credit Karma, erinnerte im Gespräch mit WWD daran, dass „persönliche Finanzen per Definition persönlich sind“: In diesem Bereich gibt es daher keine allgemein guten Ratschläge, da jeder Einzelne ein einzigartiges Finanzprofil hat.

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In diesem Zusammenhang könnte die Rolle der Finanzinstitute in Zukunft noch wichtiger werden, wenn es darum geht, zuverlässige Bildungsressourcen bereitzustellen, die jungen Verbrauchern zugänglich sind. „Soziale Medienplattformen und das Internet im Allgemeinen bieten zwar sofortigen Zugriff auf eine Vielzahl nützlicher Informationen, aber es ist wichtig, dass Verbraucher vor Finanztransaktionen gründlich recherchieren und die online erhaltenen Ratschläge überprüfen“, sagt Alev und betont, wie wichtig es ist, Experten zu konsultieren, wenn man beabsichtigt, Geldanlagen zu tätigen. Viele Wissenschaftler argumentieren sogar, dass Kurse zur finanziellen Bildung in Schulen und Universitäten angeboten werden sollten, damit junge Menschen in einer „geschützten“ und weniger feindlichen Umgebung als im Internet wichtige Fähigkeiten im Umgang mit Geld entwickeln können.

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