
Was ist, wenn Social für Boomer gefährlicher ist als für Generation Z? Ersteres könnte paradoxerweise noch anfälliger für Doomscrolling sein
Viele der Entwickler, die die Feeds der beliebtesten sozialen Netzwerke entworfen haben, haben nicht verheimlicht, dass sie sie so konzipiert haben, dass sie süchtig machen, das heißt, um die Benutzer so lange wie möglich in Verbindung zu halten. Dieselben Algorithmen verschiedener sozialer Netzwerke werden entwickelt, um herauszufinden, was die Nutzer interessiert, um ihnen immer mehr Inhalte dieser Art anzubieten — ohne Unterbrechungen, um ihnen nicht die Möglichkeit zu geben, abgelenkt zu werden. Diese Art des Konsums wird Doomscrolling genannt und nutzt auch ein anderes unbewusstes psychologisches Phänomen aus: den Automatismus. Scrollen ist heute eine so vertraute Aktion, dass es für manche Menschen schwierig wird, aufzuhören. Ein weiterer psychologischer Mechanismus, der beim Scrollen ins Spiel kommt, hat mit der Suche nach Belohnungen zu tun: Zu wissen, dass ein lohnender Inhalt bald gefunden werden könnte, veranlasst die Nutzer, weiter zu scrollen. All diese Techniken tragen bei einigen Personen dazu bei, die informell sogenannte „Internetsucht“ zu schüren. Es wird jedoch angenommen, dass Menschen, die ein problematisches Verhältnis zur Technologie haben, fast ausschließlich Teenager sind, aber das ist nicht immer der Fall. Die Art und Weise, wie soziale Medien gestaltet sind, wirkt sich potenziell auf alle Generationen aus, auch wenn einige anfälliger sind als andere. Die Generation Z beispielsweise, die mit Technologie aufgewachsen ist, hat sich mit der digitalen Dynamik besser vertraut gemacht, sodass sie besser in der Lage ist, sich der Mechanismen bewusst zu werden, die darauf abzielen, die Nutzer so lange wie möglich auf dem Feed zu halten.
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In einigen Fällen sind Menschen, die weniger mit Technologie in Berührung gekommen sind, wie die sogenannten Boomer, tendenziell anfälliger. Obwohl oft viel über die negativen Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit junger Menschen gesagt wird, ist es möglich, dass die Generation Z tatsächlich besser darauf vorbereitet ist, mit den mit ihrer Nutzung verbundenen Risiken umzugehen. Im Gegensatz zu älteren Menschen haben viele junge Menschen einen kritischen Umgang mit sozialen Netzwerken entwickelt und unterschätzen sie nicht mehr wie früher — im Gegensatz zu älteren Erwachsenen. Immer mehr Jugendliche setzen Strategien um, um die Nutzung einzelner Plattformen einzuschränken. Tatsächlich kann etwas unternommen werden, um dem unendlichen Scrollen zu entkommen: Ein Trick, der allen Menschen, die irgendwie von ihrem Smartphone abhängig sind, empfohlen wird, den Bildschirm auf Graustufen zu stellen, weil die hellen Farben der Bildschirme unser Gehirn stimulieren; ein weiterer besteht darin, einen Timer zu verwenden, um die Nutzungsdauer der App zu begrenzen.
Existiert Internetsucht wirklich?
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Die ersten Diskussionen unter Psychologen über die Möglichkeit, dass neue Technologien zur Sucht führen könnten, stammen aus den 1990er Jahren. Seitdem wurde viel über Internetsucht gesprochen, zumal die meisten Menschen anfingen, viel mehr Zeit online und in sozialen Netzwerken zu verbringen. In der wissenschaftlichen Gemeinschaft besteht jedoch kein wirklicher Konsens über die Existenz des Phänomens, und viele argumentieren, dass es noch nicht genügend Beweise gibt, um das Phänomen anderen Verhaltensabhängigkeiten — wie der Spielsucht — zuzuordnen. Skeptikern zufolge wäre es richtiger, von einer Sucht nach bestimmten Inhalten zu sprechen, die früher offline stattfanden und sich später online mit ähnlichen Merkmalen entwickelten. Insbesondere wird davon ausgegangen, dass selten eine Abhängigkeit von Smartphones oder Computern als Tools besteht, sondern eher von Inhalten und Aktivitäten, die über das Internet ausgeführt werden können. Verschiedene Experten neigen dann dazu, Internetmissbrauch als Symptom von Grunderkrankungen wie Zwangsstörungen oder Aufmerksamkeitsstörungen zu interpretieren. Einige glauben, dass die sogenannte „Internetsucht“ tatsächlich auch mit einem generationenübergreifenden Missverständnis darüber zusammenhängt, welche Rolle die Online-Dimension im täglichen Leben spielt. In Italien gibt es etwa hundert öffentliche und private Zentren, die Menschen helfen, die an „Internetabhängigkeit“ leiden. Nach Angaben des Nationalen Gesundheitsinstituts wurden 2023 mindestens 3.600 Menschen in diesen Einrichtungen behandelt.











































