Was ist los bei Valentino? Der Umsatz sinkt und die Schulden häufen sich

Wie viele Dinge können in einem Jahr für ein Luxus-Maison schief gehen? Fragen Sie einfach Valentino, das in den letzten 12 Monaten den Tod seines Gründers miterlebt hat, Gerüchte über Unzufriedenheit an der Spitze über die kreative Ausrichtung, einen neuen CEO, der nach weit verbreiteten Spekulationen über Burnout seitens des vorherigen Vorstandsvorsitzenden und, als Krönung des Ganzen, einen starken Umsatzrückgang angekündigt hat. Laut von Reuters überprüften Finanzdokumenten verschlechterte sich Valentinos finanzielle Situation im Laufe des Jahres 2025 weiter. Die römische Maison schloss das Jahr mit einem Umsatz von 1,12 Milliarden € ab, was einem Rückgang von 15% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis schwankte von einem Gewinn von 31 Millionen € im Jahr 2024 auf einen Verlust von 103 Millionen €, und die Nettoverschuldung erreichte nach den Kriterien von IFRS 16 1,13 Milliarden €, gegenüber 1,08 Milliarden € im Vorjahr.

Die Bond-Wette

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Die ohnehin schwierige Situation wird durch die Entscheidung von Valentino, sich zur Refinanzierung seiner Schulden an den Anleihemarkt zu wenden, weiter verschärft. Dabei folgt er einer Strategie, die sich unter den größten Akteuren der Luxusbranche immer mehr durchgesetzt hat. Ende Juni genehmigte der Verwaltungsrat der Maison die Emission von Anleihen — Schuldverschreibungen, mit denen ein Unternehmen Kapital von Anlegern aufnimmt und sich gleichzeitig verpflichtet, Zinsen zu zahlen und den Kapitalbetrag bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Die Anleiheemission im Wert von 450 Millionen € (rund 512 Millionen $) wird voraussichtlich im August abgeschlossen sein. Sie ist der jüngste Versuch der Marke, ihre Finanzstruktur trotz eines zunehmend herausfordernden Umfelds zu stärken.

Die Transaktion wird es der Marke ermöglichen, einen Teil ihrer bestehenden Bankschulden vorzeitig zurückzuzahlen und gleichzeitig neue Ressourcen für Investitionen und Betriebskapitalbedarf bereitzustellen. Die Transaktion wird von den Aktionären Kering und Mayhoola unterstützt, die sich verpflichtet haben, eine potenzielle Kapitalerhöhung von bis zu 250 Mio. € zu zeichnen, falls Valentino Schwierigkeiten hat, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen oder die Finanzierungsbedingungen einzuhalten. Dabei handelt es sich um amortisierende Anleihen, deren Kapitalrückzahlung voraussichtlich zwei Jahre nach der Emission beginnen soll.

Die Aufschlüsselung der Verkäufe von Valentino

Die Zahlen zeichnen ein Bild von einer besonders herausfordernden Zeit für die Maison, die weiterhin die Auswirkungen des globalen Luxusabschwungs sowie die Schwierigkeiten zu spüren bekommt, mit denen ein Großteil der Branche konfrontiert ist, eine Phase des kreativen Wandels und des Managements zu bewältigen. Offiziellen Berichten zufolge betraf der Umsatzrückgang alle geografischen Regionen, wobei Japan und der asiatisch-pazifische Raum besonders stark rückläufig waren — Märkte, die in den letzten Jahren zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Branche gehörten.

Modeschmuck und Düfte erwiesen sich dagegen als widerstandsfähiger, während Lederwaren und Schuhe schwächere Ergebnisse verzeichneten. Konfektionsartikel für Damen, die in der Vergangenheit für die Identität der Maison von zentraler Bedeutung waren, verzeichnete ebenfalls einen Rückgang ihres Anteils am Gesamtumsatz — ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage, insbesondere im Direktvertrieb, nach wie vor fragil ist.

Ist Alessandro Michele das Problem?

@giadabruno7

grazie Roma che mi regali queste emozioni un normalissimo giovedì pomeriggio

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Fast zwei Jahre nach seiner Ankunft ist die Frage, die sich viele Branchenbeobachter immer wieder stellen, unvermeidlich. Ist Alessandro Michele wirklich schuld? Im Moment scheinen die Zahlen nicht zu seinen Gunsten zu sprechen, aber die Schwierigkeiten der Maison vollständig an seine Tür zu stellen, würde Gefahr laufen, eine zu starke Vereinfachung zu sein. Der Abschwung im Luxussegment hat fast alle großen Gruppen der Branche getroffen, und die Transformation einer Marke mit einer so klar definierten Identität braucht unweigerlich Zeit.

Und doch ist es ebenso wahr, dass Micheles Amtszeit noch nicht die kommerziellen Renditen gebracht hat, die viele erwartet hatten. Letztes Jahr, als Riccardo Bellini als neuer CEO bekannt gegeben wurde, bekräftigten Mayhoola und Kering öffentlich ihr Vertrauen in die kreative Ausrichtung, obwohl es erste Gerüchte über eine gewisse interne Unzufriedenheit und Zweifel an der Rezeption der Kollektionen gab. Fast zwölf Monate später enttäuschen die Ergebnisse jedoch weiterhin und die Marke sieht sich mit einer zunehmend prekären finanziellen Situation konfrontiert.

In der Zwischenzeit scheint sich in der eigenen Arbeit des Designers etwas geändert zu haben. Während die frühen Kollektionen das ästhetische Universum, das er bei Gucci aufgebaut hatte, fast vollständig auf Valentino zu übertragen schienen, haben die jüngsten Ausstellungen die Suche nach einem besseren Gleichgewicht zwischen Micheles Bildsprache und den historischen Codes der Maison demonstriert. Die Rückkehr von Heldenprodukten wie dem Rockstud und ein erneuter Fokus auf die bekanntesten Accessoires der Marke deuten auf den Versuch hin, den Dialog mit einer Kundschaft wiederherzustellen, die Valentino seit fast zwanzig Jahren mit einer ganz anderen ästhetischen Welt in Verbindung brachte.

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