Olivier Rousteing ist der neue Kreativdirektor von Rabanne Das Modehaus hat heute Morgen die offizielle Pressemitteilung veröffentlicht

UPDATE 14.07.2026: Nach mehreren Gerüchten in den vergangenen Monaten hat Rabanne heute Morgen Olivier Rousteing als neuen Creative Director der Marke bestätigt, mit einem Debüt bei der Paris Fashion Week im März 2026. Laut offiziellem Pressekommuniqué wird «Rabanne unter Rousteings kreativer Leitung sein Universum durch neue Produktkategorien weiter ausbauen und damit ein vollständiges Ökosystem formen, in dem Mode, Beauty und Innovation in ständigem Dialog stehen». Der folgende Artikel stammt vom 05.06.2026.

Nachdem er vierzehn Jahre lang für Balmain entworfen hat, könnte Olivier Rousteing der nächste Creative Director von Rabanne werden. Wie Glitz berichtet, hat Rousteing seit Mitte des vergangenen Monats damit begonnen, alle Bilder aus seiner Balmain-Ära von seinem Instagram-Profil zu löschen. Noch interessanter ist jedoch, dass Rousteing laut dem Pariser Magazin bereits für Rabanne tätig ist und seine erste Debütkollektion vorbereitet, während Julien Dossena noch im Haus ist. Dieser Übergang ist entscheidend für die aktuelle Phase der Marke. Aber inwiefern?

Rabanne, Puig und die Herausforderung des Wachstums

Die Puig-Gruppe besitzt mehrere bedeutende Marken, darunter Jean-Paul Gaultier, Dries Van Noten und Mugler. Normalerweise verdient die Gruppe ihr Geld mit Parfüms, weshalb viele der historischen Modemarken in ihrem Portfolio stärker auf den Verkauf von Düften als auf Ready-to-wear ausgerichtet sind. Doch seit etwa der Übernahme von Dries Van Noten hat die Gruppe beschlossen, diesen Geschäftsbereich zu stärken – etwa indem Jean-Paul Gaultier mit Duran Lantink wieder einen Creative Director erhielt, der saisonale Kollektionen produziert.

Die mögliche Ernennung Rousteings entspricht genau diesem Bedürfnis, und seine Aufgabe könnte darin bestehen, das Ready-to-wear von Rabanne zu stärken. Die Marke, die heute vor allem für ihre Bestseller-Düfte bekannt ist (die auf dem Instagram-Profil ebenso viel Raum einnehmen wie die Modekollektionen, wenn nicht mehr), befindet sich in einer heiklen finanziellen Phase.

Wie Glitz erläutert, verzeichnete die Modesparte von Puig im Jahr 2024 einen Verlust von 5,21 Millionen Euro – eine Zahl, die die Gruppe dazu veranlasst hat, Ressourcen zu bündeln und neue Strategien zur Wiederbelebung der Marke zu suchen. Die Ankunft eines Designers, der stärker auf kommerzielle Luxuskollektionen ausgerichtet ist, könnte die Wende darstellen, die Rabanne braucht. Derzeit hat die Puig-Gruppe jedoch weder offizielle Mitteilungen veröffentlicht noch auf Anfragen um Stellungnahme reagiert.

Und Julien Dossena?

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Bei alledem dürfen wir Julien Dossena nicht vergessen. Der Kreativdirektor übernahm die Leitung von Rabanne bereits im Jahr 2013 und führte die Marke fast ebenso lange, wie Rousteing Balmain geleitet hat. In diesem guten Jahrzehnt hat sich die Marke stark verändert und sich zweifellos an die zeitgenössische Modesprache angepasst, ohne jedoch auf dem Ready-to-wear-Markt wirklich durchzubrechen – auf den Puig bislang ohnehin nie besonders viel Wert gelegt hat.

Der Stabwechsel bei Rabanne könnte daher sehr vielversprechend sein, da die Marke tatsächlich eine neue Ausrichtung und eine neue Sprache braucht sowie mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen muss. Interessant ist die Situation aber auch im Hinblick auf Dossenas Zukunft. Im Zusammenhang mit den Gerüchten hat beispielsweise MF Fashion spekuliert, dass Dossena zu Alaïa wechseln könnte, das derzeit keinen Creative Director hat, seit Pieter Mulier zu Versace gewechselt ist.

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