Erholt sich China? Vielleicht verlangsamt sich die Luxuskrise

Der Beginn des Jahres der Schlange scheint ein glückverheißendes Zeichen für die Luxuslandschaft in China gewesen zu sein. Jüngsten Berichten des National Bureau of Statistics zufolge verzeichnete Shanghai im Januar einen Anstieg der Preise für neue Eigenheime um 0,4% gegenüber dem Vormonat, das höchste Wachstum unter den 70 Großstädten des Landes. Laut YiCai Global wurden in der ersten Februarhälfte mehr als 7.500 bestehende Häuser verkauft. Bis Ende des Monats werden Prognosen zufolge mehr als 15.000 Einheiten verkauft — ein Aktivitätsniveau, das seit 2022 nicht mehr zu verzeichnen war. Dies ist ein besonders interessantes Signal, wenn man bedenkt, dass das Mondneujahr in der Regel keine Spitzenzeit für Immobilientransaktionen ist. Generell sind seit Jahresbeginn die Prognosen für den Immobiliensektor — der als eine der Hauptursachen für die Luxuskrise des letzten Jahres gilt, da Immobilien laut der People's Bank of China über 70% des Haushaltsvermögens ausmachen — optimistischer geworden. Die Immobilienagentur Centaline Property berichtet, dass der Markt für neue Wohngebäude Mitte Februar monatlich um 63% gewachsen ist. Im übrigen China stagniert die Situation jedoch weiterhin, mit geringfügigen Schwankungen (rund 0,1%) in Peking, Guangzhou und Shenzhen. Berechnungen von Reuters zufolge sind die nationalen Preise für neue Eigenheime weitgehend stabil geblieben, während die Preise für bestehende Häuser in Städten der zweiten und dritten Klasse gegenüber dem Vorjahr um 6,0% bzw. 8,2% gesunken sind. Also, erholt sich China wirklich?

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Ja und nein: Die Zentralregierung in Peking arbeitet daran, den Immobilienmarkt zu stabilisieren und damit verwandte Sektoren, einschließlich Luxusgüter, zu unterstützen. Das grundlegende Problem bleibt jedoch die strukturelle Fragilität des gesamten chinesischen Immobiliensektors. Trotz positiver Anzeichen in Shanghai bleiben die allgemeinen nationalen Aussichten ungewiss. Die Krise unter den großen Bauträgern muss noch gelöst werden, wie das von JingDaily berichtete Rettungspaket in Höhe von 42 Milliarden RMB zeigt, das China Vanke, einer der größten Immobiliengruppen des Landes, gewährt wurde. Der Immobilienmarkt, der lange Zeit eine Säule des Wirtschaftswachstums und des Wohlstands der privaten Haushalte war, erlebt derzeit einen grundlegenden Wandel: Der Diplomat berichtet, dass die Neubautätigkeit im Vergleich zum Niveau vor der Pandemie um mehr als 60% zurückgegangen ist, einer der stärksten Rückgänge weltweit in den letzten dreißig Jahren. Diese Faktoren wirken sich unweigerlich auf den Luxussektor aus, da die Nachfrage nach hochwertigen Gütern eng mit der finanziellen Stabilität der chinesischen Mittel- und Oberschicht zusammenhängt, die Immobilien traditionell als die wichtigste Form der Investition und Vermögenserhaltung betrachteten. Die Verlangsamung der Immobilientransaktionen in vielen Städten der zweiten und dritten Ebene sowie die sinkenden Eigenheimpreise deuten darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung kurzfristig weniger geneigt sein könnte, Geld für Luxusgüter auszugeben, insbesondere wenn ihr wahrgenommener Wohlstand weiter schwindet.

Ein weiterer entscheidender Faktor für eine solide Erholung des Immobilien- (und Luxus-) Marktes ist die Bereitschaft — oder zumindest die Fähigkeit — der jüngeren Generationen, in Immobilien zu investieren. Laut The Diplomat ist der Anteil der chinesischen Bürger im Alter von 25 bis 34 Jahren, die ein Eigenheim besitzen, in den letzten zehn Jahren (2010-2020) von 70 auf 50% gesunken, wobei die Mietpreise in den großen Ballungsräumen fast 30% erreichten. Dieser Trend hat erhebliche Auswirkungen auf den Luxusmarkt, da Eigenheimbesitz traditionell der erste Schritt beim Vermögensaufbau und den anschließenden Ausgaben für hochwertige Güter war. Dieser Wandel ist jedoch nicht unbedingt auf veränderte Einstellungen zurückzuführen, sondern eher auf fehlende finanzielle Ressourcen: Mehr als 70% der neuen Hauskäufer sind für ihre Anzahlung auf die Ersparnisse der Eltern angewiesen, was unterstreicht, dass viele junge Menschen ohne substanzielle Unterstützung durch die Familie vollständig vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen wären. Infolgedessen könnte ihre Kaufkraft für Luxusgüter langfristig strukturell sinken.

Erholt sich der Luxus in China also wirklich? Es kommt darauf an. Wenn wir uns ausschließlich die Erholung der Immobilienverkäufe in Shanghai ansehen, könnte die Antwort ja lauten. Eine breitere Perspektive zeigt jedoch ein komplexeres Bild: Luxus kann ohne eine stabile wirtschaftliche Grundlage nicht gedeihen. Laut JingDaily sollten die ermutigenden Daten aus Shanghai nicht ignoriert werden, obwohl sie vorerst eine Anomalie bleiben. Gleichzeitig deutet die tiefe Korrelation zwischen Immobilien- und Luxusausgaben darauf hin, dass der hochwertige Konsum weiter darunter leiden wird, solange der Sektor fragil bleibt, was kurzfristig weitreichende negative Auswirkungen haben wird. Wenn sich diese Erholung der Immobilienbranche jedoch über Shanghai hinaus auf wichtige Luxusmärkte ausbreitet, dann — und nur dann — können wir mit Zuversicht sagen, dass China eine neue Ära des Luxuskonsums einleitet. Schließlich hat 2025 gerade erst begonnen.

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