Künstliche Intelligenz wird eine ganz neue Generation beeinflussen Es ist die Generation Beta — diejenigen, die ab 2025 geboren wurden —, die in einer „KI-nativen“ Welt aufwachsen wird

In den letzten Jahren hat die Idee stark an Bedeutung gewonnen, dass historische, technologische und kulturelle Veränderungen so schnell voranschreiten, dass sie entscheidende Auswirkungen auf die Bildung von Individuen haben. Dieser Perspektive zufolge würden Menschen, die in einer bestimmten Zeit geboren wurden, eine Reihe gemeinsamer Erfahrungen und Referenzen teilen — vom Zugang zu Technologie über Bildungsmodelle bis hin zur Erfahrung der wichtigsten politischen oder sozialen Ereignisse —, die letztlich ihre Werte, Einstellungen und Weltanschauung beeinflussen würden.

Diese Klassifizierung weist jedoch einige kritische Probleme auf. Zuallererst ist es ein künstliches Konstrukt, das Prozessen, die in Wirklichkeit schrittweise und diskontinuierlich ablaufen, starre zeitliche Grenzen auferlegt. Zum Beispiel könnten diejenigen, die kurz vor dem Übergang zwischen einer Generation und einer anderen geboren wurden, in Bezug auf Erfahrungen und Empfindlichkeiten eher Menschen sein, die nur wenige Monate später geboren wurden, als viel älteren Menschen, mit denen sie stattdessen nach Konventionen gruppiert werden — ein Mechanismus, der zu schlecht bedeutsamen Assoziationen und willkürlichen Trennungen führen könnte.

Darüber hinaus verschleiert eine so starke Fokussierung auf das Geburtsjahr tendenziell andere entscheidende Faktoren bei der Konstruktion der individuellen Identität, darunter den sozioökonomischen Kontext, den Herkunftsort, das Bildungsniveau, das Geschlecht und die familiären Möglichkeiten.

Wenn Generation Beta beginnt

Trotz der vielen kritischen Aspekte erfreut sich diese Art der Lektüre der Gesellschaft — die die Bevölkerung präzise in klar definierte Generationen unterteilt — vor allem im Internet großer Beliebtheit. Insbesondere Generationenbezeichnungen („Generation Z“, „Millennial“, „Boomer“ usw.) haben in jüngster Zeit neue Legitimität gefunden und sich in der öffentlichen Debatte stärker durchgesetzt. Dies liegt daran, dass die technologischen und sozialen Veränderungen nicht nur immer schneller geworden sind, sondern sich auch direkt auf die täglichen Gewohnheiten, Sprachen und Lernprozesse ausgewirkt haben. Infolgedessen können selbst minimale Altersunterschiede zu grundlegend unterschiedlichen Wachstumserfahrungen führen: Zum Beispiel bedeutet die Geburt vor oder nach der Verbreitung des Smartphones, sozialer Netzwerke oder in jüngerer Zeit künstlicher Intelligenz oft, dass Fähigkeiten, Erwartungen und Formen der Sozialisation entwickelt werden, die sich nicht überschneiden.

In diesem Zusammenhang findet die Einführung der neuesten Definitionen statt. Kinder, die 2026 ihr erstes Lebensjahr erreichen, sowie Kinder, die in den folgenden fünfzehn Jahren geboren werden, gehören heute zur sogenannten Generation Beta, von der erwartet wird, dass sie in hochdigitalisierten und automatisierten Umgebungen aufwachsen wird. Ihr vorausgeht die Generation Alpha, zu der auch diejenigen gehören, die zwischen 2010 und Mitte der 2020er Jahre geboren wurden, und davor die bekannte Generation Z.

Wie Generation Beta aussehen wird

@meridithvaliandor Gen Beta and what to expect for this next generation #ai #genbeta original sound - Meridith Valiando Rojas

Es ist noch zu früh, um die Merkmale, die die Generation Beta charakterisieren werden, genau zu skizzieren, aber einige Unterschiede zu den Vorgängern zeichnen sich bereits ab. Eines der wichtigsten Probleme betrifft den Zusammenhang mit einem Ereignis, das die Kindheit vieler Kinder, die Anfang der 2010er Jahre geboren wurden, tief geprägt hat: der globalen Pandemie und dem damit verbundenen Gesundheitsnotstand von 2020. Zukünftige Mitglieder der Generation Beta werden sich nicht direkt an diese Zeit des Lockdowns und der Isolation erinnern. Im Gegenteil, für die Generation Alpha trug diese Erfahrung mehr oder weniger entscheidend dazu bei, die Nutzung digitaler Geräte als Mittel zum Lernen, Unterhalten und Sozialisieren sowie zur Kommunikation zu normalisieren.

Dieser unterschiedliche Ausgangspunkt spiegelt sich auch in den Bezeichnungen wider, mit denen die beiden Generationen oft beschrieben werden. Während Alpha-Kinder lange Zeit als „iPad-Kinder“ identifiziert wurden und mit Tablets und Smartphones als fast natürliche Erweiterungen von Spiel und Bildung aufgewachsen sind, werden Beta-Kinder bereits als „KI-Kinder“ definiert. Der Ausdruck bezieht sich bewusst auf einen Kontext, in dem künstliche Intelligenz für sie nichts Neues darstellt, sondern eine noch strukturiertere und breitere Präsenz in der Gesellschaft: Von der Organisation des Studiums bis hin zu Berufen, von der Produktion von Informationsinhalten bis hin zu Formen der Unterhaltung wird KI mit ziemlicher Sicherheit ein integraler Bestandteil des sozialen Umfelds sein, in dem sie geprägt werden.

Wie der Journalist Lorenzo Salamone auf denselben Seiten feststellt, wird die Generation Beta — die bis 2035 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen sollte — in einem Kontext aufwachsen, in dem künstliche Intelligenz „einheimisch“ sein wird und gleichzeitig kulturelle Referenzen und Werte aufnehmen wird, die unweigerlich sowohl von den Millennials als auch von der Generation Z geerbt wurden. Darüber hinaus wird das Leben in ethnisch und kulturell vielfältigen Gesellschaften für viele von ihnen kein neuer Fortschritt oder eine Veränderung sein, an die man sich erinnern sollte, sondern ein Anfang. Zustand, bis zu dem Punkt was es schwierig macht, sich eine anders organisierte Welt vorzustellen.

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