Jetzt gibt es ein Gerät, das Sie physisch daran hindert, soziale Medien zu nutzen. Es heißt Brick

6 Stunden und 33 Minuten. Das ist die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit der Person, die dies in den letzten zwei Wochen geschrieben hat. Die Zahl ist nicht riesig — sie könnte schlimmer sein — aber allein das Lesen löst diese vertraute Mischung aus Angst und Verlegenheit aus, die entsteht, wenn man realisiert, wie viel von einem Leben auf einem Bildschirm versaugt wird. Wenn Sie zur Arbeit neun Stunden vor einem Computer und weitere sechs Stunden auf Ihrem Telefon verbringen (oft überschneiden sich diese Stunden), bedeutet dies, dass fast jede aktive Minute Ihres Tages irgendeine Form von digitaler Interaktion beinhaltet. Ein düsteres Szenario, selbst für jemanden, der im Jahr 2000 geboren wurde und glaubt, ein „normales“ Verhältnis zur Technologie zu haben.

Was ist Brick?

Brick ist eine extreme Reaktion auf ein inzwischen universalisiertes Problem: die physische, mehr als psychologische Unmöglichkeit, die Schriftrollen zu stoppen. Brick ist ein physisches Objekt, eine Art tragbarer „Minisafe“, der über NFC mit Ihrem Telefon kommuniziert und jedes Mal, wenn Sie es verlassen, automatisch den Zugriff auf süchtig machende Apps blockiert. In der Praxis steckt man sein Handy „ins Gefängnis“, anstatt ein Dumbphone zu kaufen oder all seine sozialen Kontakte zu löschen, ohne sich vollständig davon zu trennen: Anrufe, Karten und wichtige Funktionen bleiben aktiv.

Die Idee wurde 2023 von zwei jungen Gründern in den USA, Zach Nasgowitz und TJ Driver, geboren, die, wie von Dazed berichtet, das Gefühl hatten, dass ihr Smartphone „mehr nimmt als es zurückgibt“. Dies führte zur Entwicklung einer minimalen Magnetbox, die in jedem Raum platziert werden kann und eine Verbindung zu einer App herstellt, mit der Sie auswählen können, welche Plattformen blockiert werden sollen, von TikTok, Instagram, X und Discord bis hin zu Gmail.

„Bricking“ funktioniert

@_brooklynroth goodnight!!!!! #brick #screentime #doomscroll @Brick The Subway - Chappell Roan

Laut einer langen Liste von Benutzern, die kürzlich ihre Brick-Bewertungen auf TikTok veröffentlicht haben, funktioniert das Gerät tatsächlich. Wie mehrere Nutzer betonen, hilft Brick nicht nur dabei, kurzfristig Doomscrolling zu vermeiden, sondern erinnert Sie auch allmählich daran, wie sich ein Leben ohne Ihr Telefon anfühlt. Die Schöpferin @runwithemily merkte in ihrer Bewertung an, dass sich ihre Abende dank der konsequenten Verwendung von Brick langsamer anfühlen, was ihr die Möglichkeit gibt, zu kochen, vielleicht etwas zu backen, zu lesen und friedlicher einzuschlafen.

Wie sowohl Laura Sherman in ihrer Dazed-Rezension als auch Nutzer @lexistives darauf hingewiesen haben, ist es der physische Akt, das Telefon „entsperren“ zu müssen, der das Gerät so effektiv macht. Diese winzige Reibung — aufstehen, zum Brick hinübergehen, das Telefon berühren, um es zu entsperren — macht das Scrollen viel weniger unmittelbar und daher weniger automatisch. In gewisser Weise löst es auch einen Micro-Sham-Mechanismus aus, weshalb sich viele Benutzer davon abgehalten fühlen, im Morgengrauen aufzustehen, nur um ihr Telefon zu entsperren und in den sozialen Medien nachzuschauen.

In ihrem Test erklärt Sherman, dass sie am dritten Tag sogar das Haus verlassen hat, ohne ihr Telefon zu „entsperren“. Erst als sie in den Zug stieg, wurde ihr das klar und sie akzeptierte einfach einen ganzen Tag ohne soziale Medien. Als sie nach Hause kam, hatte sie nicht das Bedürfnis, es aufzuschließen. Ihr aktueller Rekord dafür, dass sie ihr Telefon „zugemauert“ hat, liegt bei 25 Stunden und 10 Minuten.

Wie werden wir 2026 soziale Medien nutzen?

Es gibt immer mehr Anzeichen, die auf eine zunehmende Distanzierung von den sozialen Medien in naher Zukunft hindeuten. Creator @carmscrolls spricht in einem Mini-Video-Essay von einem erneuten kollektiven Wunsch, die Dinge zu lockern, zu verlangsamen und den Druck abzuschütteln, ständig präsent zu sein. Es ist ein Gefühl, das bereits auf den neuen digitalen, aber „analogen“ Plattformen Gestalt annimmt, die jetzt auftauchen, wie Rodeo, der App, die vom ehemaligen COO von Hinge entwickelt wurde. Sie wurde entwickelt, um alle Bars/Restaurants/Orte, die Sie online gesehen haben, zu speichern und sie tatsächlich mit Ihren Freunden zu nutzen.

Das Video enthält eine Zeile, die diesen Wandel perfekt zusammenfasst: „Vor fünfzehn Jahren war das Internet eine Möglichkeit, der realen Welt zu entkommen. Jetzt ist die reale Welt eine Möglichkeit, dem Internet zu entkommen.“ Und genau diese umgekehrte Perspektive erklärt, warum so viele Menschen nach ruhigeren Alternativen zu Feeds, endlosen Benachrichtigungen und dem Druck suchen, an allem gleichzeitig teilnehmen oder es wissen zu müssen. Wird 2026 das Jahr sein, das die Menschen endlich zurück in die reale Welt zieht? Wir müssen noch ein paar Wochen warten, um das herauszufinden.

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