Es ist ein Euro-Sommer für chinesische Touristen Aber nicht für diejenigen aus den Vereinigten Staaten

Euro-Sommer hier, Euro-Sommer da. Sobald die heißeren Monate beginnen, werden die sozialen Medien von Touristenwellen überflutet, die für die Sommersaison an den Küsten des alten Kontinents landen (obwohl Europa am Ende immer wie eine dritte Einheit behandelt wird, ein eigenes Land). Nach der heftigen Kritik an amerikanischen Touristen in den letzten Jahren mit sarkastischen Kommentaren in den sozialen Medien, in denen es oft hieß : „Man hört sie, bevor man sie sieht“, berichtete Bloomberg gestern, dass es in diesem Sommer möglicherweise weniger zu hören gibt. Auf der einen Seite überdenken viele Amerikaner ihren Urlaub in Europa aufgrund steigender Kosten; auf der anderen Seite sind es chinesische Touristen, von denen erwartet wird, dass sie die europäische Tourismusbranche in diesem Jahr stützen werden. Laut einer Umfrage der European Travel Commission, die am 10. Juni veröffentlicht wird und die von Bloomberg als Vorschau angesehen wurde, gaben 72% der befragten chinesischen Reisenden an, dass sie planen, diesen Sommer Europa zu besuchen — ein Anstieg von 10 Punkten gegenüber 2024 und der höchste Stand seit der Pandemie. Eine Zahl, die Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändler auf dem ganzen Kontinent erleichtert, die sich in den letzten Jahren mit schwankender Nachfrage und zunehmend volatilen Ausgabegewohnheiten auseinandersetzen mussten.

@sophiepstitt

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Es ist jedoch ein großer Wandel im Gange: Chinesische Touristen werden nicht mehr so ausgeben wie früher. Obwohl sie eher dazu neigen, außerhalb ihres eigenen Landes Geld auszugeben (auch für Einkäufe und Luxusgüter), berichtet Bloomberg, dass nur 29% der Befragten planen, mehr als 200€ pro Tag auszugeben, was einem Rückgang von 44% gegenüber dem letzten Sommer entspricht. Eine bemerkenswerte Verhaltensänderung, wenn man bedenkt, dass Luxuseinkäufe in der Vergangenheit eine der beliebtesten Aktivitäten chinesischer Touristen in Europa waren. Dennoch planen 53% immer noch, einen Teil ihrer Reise dem Einkaufen zu widmen, insbesondere bei Geschäftsreisenden, von denen 36% erwarten, mehr auszugeben. Insgesamt sind chinesische Touristen vorsichtiger als ihre internationalen Kollegen, wie aus der ETC-Umfrage hervorgeht, an der 7.100 Langstreckenreisende aus sieben Märkten (darunter den USA, Brasilien, Kanada, Japan und Südkorea) teilnahmen. Die Ergebnisse zeigten, dass nur 11% der Befragten planen, ihre Ausgaben in Europa zu reduzieren, was im Vergleich zur chinesischen Stichprobe immer noch ein niedrigerer Anteil ist.

In einem Kontext, in dem sich der globale Tourismus mit angezogener Handbremse bewegt — gefangen zwischen wahrgenommener Inflation und einer wachsenden Präferenz für nähere und kostengünstigere Reiseziele — fühlt sich die Rückkehr chinesischer Reisender nach Europa wie ein frischer Wind für einen Sektor an, der sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus ethischen Gründen darum kämpft, seinen Rhythmus vor der Pandemie wiederzuerlangen. Vor 2020 waren chinesische Touristen nach den Amerikanern die zweitgrößte Wirtschaftskraft in Europa, und heute, laut UN Tourism, hat sich China mit Gesamtausgaben von 251 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 den weltweiten Spitzenplatz zurückerobert. Die Daten erzählen jedoch auch eine andere Geschichte: Der größte Teil dieser Ausgaben blieb auf dem asiatischen Kontinent, in Reisezielen wie Thailand, Südkorea und Vietnam. Dies sind die Länder, die einen Tourismusboom unter Luxusreisenden erleben, während Europa im Teufelskreis des Massentourismus zu stecken scheint. Könnte es sein, dass der Zustrom von Tourismus, an den wir vor der Pandemie so gewöhnt waren, jetzt als Zeichen der Rückkehr zur Stabilität missverstanden wird?

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