Haben soziale Medien ein „Slop“ -Problem? Was es ist und wie man es erkennt

Als Elon Musk im Oktober 2022 X, damals bekannt als Twitter, erwarb, erklärte er, dass eine seiner Hauptprioritäten darin bestehen würde, die Plattform von Bots zu befreien, die zur Verbreitung von Spam erstellt wurden. Mehr als zwei Jahre später sind gefälschte Konten auf der Plattform jedoch weiterhin sehr aktiv. Das Phänomen ist so weit verbreitet, dass zahlreiche Memes in Umlauf gekommen sind, die sich über die Absurdität der auf diese Weise erstellten Beiträge lustig machen. Aber das Phänomen betrifft seit langem auch Facebook, und es ist inzwischen so umfangreich, dass es in letzter Zeit eine breitere Debatte unter denjenigen ausgelöst hat, die typische Webdynamiken analysieren. Experten zufolge besteht das Risiko darin, dass die Online-Dimension, die einst für virtuelle Interaktionen zwischen Menschen konzipiert war, zu einem Ökosystem wird, das hauptsächlich von Bots bevölkert wird, die miteinander interagieren — wobei die Nutzer den Originalinhalt nicht erkennen können, der in der Mitte feststeckt.

Die Diskussion entstand, nachdem eine Reihe absurder Bilder, die mit KI erstellt wurden, die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf sich gezogen hatten, insbesondere auf Facebook und X, und zahlreiche Kommentare und Shares generierten — sowohl von echten Konten als auch von Bots. Diese Bilder sind zwar skurril und scheinbar bedeutungslos, sollen aber eine Vielzahl von Reaktionen hervorrufen, was ihre Chancen erhöht, in den Feeds vieler Nutzer zu erscheinen. Normalerweise enthalten die Beiträge, in denen diese Bilder gehostet werden, im ersten Kommentar einen Link, der zu einem externen Portal führt: Die Absicht derjenigen, die sie verbreiten, besteht darin, die Besuche auf anderen Websites zu erhöhen und Werbeeinnahmen zu generieren. Es handelt sich daher um eine Form von Spam, wenn auch viel heimtückischer, da keine erzwungene Interaktion mit Benutzern erforderlich ist. Dies ist eine Strategie, die die Tendenz bestimmter Plattformen berücksichtigt, Beiträge mit Links in der Überschrift, einschließlich Facebook, zu bestrafen. Als der Guardian über diese Art von Bildern sprach, verwendete er den Begriff Slop („Brei“). Einige Kommentare zu diesen Beiträgen deuten darauf hin, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass die Bilder mit KI erstellt wurden. Was die Interpretation solcher Inhalte, insbesondere für naivere Nutzer, noch schwieriger macht, ist die Tatsache, dass viele der Kommentare und Shares von Bots stammen — auch wenn das nicht immer offensichtlich ist. Um den Kontext zu beschreiben, in dem sich Slop entwickelt, sprach die Seite 404 Media (gegründet von einer Gruppe ehemaliger Vice-Mitarbeiter) von einer „Zombifizierung der sozialen Medien“ — weil echte Nutzer und Bots nun miteinander interagieren, ohne es wirklich zu merken.

All dies hat die Feeds vieler Plattformen zunehmend absurder und chaotischer gemacht. Sogar die Werbung unterscheidet sich oft von dem, was in der Vergangenheit traditionell als Online-Werbung galt. Auf Portalen wie Facebook und X ist es heutzutage recht selten, auf Patenschaften von bekannten Marken oder Influencern mit einer kohärenten Kommunikationsstrategie zu stoßen. Stattdessen tauchen langsam Inhalte auf, die der Slop-Logik folgen — oft unsinnig und von irrealen Nutzern beworben. In diesem Zusammenhang werden Beiträge nicht von Algorithmen nach ihrer Relevanz, Qualität oder Bedeutung ausgewählt, sondern einfach, weil sie — auf dem Papier — das Engagement steigern, obwohl sie an sich absurd sind. Es wird immer offensichtlicher, dass bestimmte Plattformen nicht mehr darauf abzielen, die Feeds ihrer Nutzer zu personalisieren und kohärent zu gestalten. Diese Wahl ist jedoch nicht auf technische Unfähigkeit zurückzuführen, sondern auf spezifische kommerzielle Interessen, die mit Dynamiken wie Doomscrolling zusammenhängen. Es ist nicht verwunderlich, dass Facebook und X zu den Plattformen gehören, auf denen Slop am weitesten verbreitet ist: Beide stehen seit langem im Mittelpunkt der Kritik für ein zunehmend gewinnorientiertes Management, oft auf Kosten der Inhaltsqualität und der Nutzererfahrung. Obwohl beide weniger relevant und frequentiert sind als in der Vergangenheit, haben sie immer noch eine riesige Nutzerbasis weltweit, und die Leichtigkeit, mit der ihr Publikum von Slop-Inhalten abgefangen wird, ist besorgniserregend, da diese sozialen Medien für viele Bevölkerungsgruppen die Hauptnachrichtenquelle sind.

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