Für diejenigen, die in Italien leichtes Cannabis verkaufen und anbauen, gibt es jetzt Probleme Und eine ganze Branche läuft Gefahr, dass ihr Umsatz zunichte gemacht wird.

Das jüngste Sicherheitsdekret, das von der Regierung von Giorgia Meloni verabschiedet wurde, hat ein Verbot des Verkaufs, des Anbaus und sogar des Transports von sogenanntem leichtem Cannabis eingeführt, wodurch praktisch ein ganzer produktiver Sektor illegal wurde. Diese Art von Cannabis zeichnet sich durch einen sehr niedrigen THC-Gehalt aus — die psychoaktive Substanz, die für die berauschende Wirkung von Marihuana verantwortlich ist — und eine höhere Konzentration an CBD, einem Wirkstoff, der für seine entspannende, aber nicht psychoaktive Wirkung bekannt ist. Die neue Maßnahme bereitet einem Sektor, der dank des Gesetzes von 2016 bisher in einem Rahmen relativer Legalität operierte, ernsthafte Schwierigkeiten. Diese Gesetzgebung ermöglichte den Anbau von Cannabis, ohne dass eine Genehmigung erforderlich war, sofern es für den industriellen Gebrauch bestimmt war: unter anderem von der Lebensmittelherstellung bis hin zu Kosmetika. In dem Gesetz wurde der Konsum zu Freizeitzwecken nicht erwähnt, was Spielraum für eine flexiblere Auslegung gelassen hatte und es Hunderten von Unternehmen ermöglichte, leichten Cannabis anzubauen und zu verkaufen, ohne dass Sanktionen verhängt wurden.

Mit dem neuen Dekret hat sich die Regierung stattdessen dafür entschieden, die Auslegung des Gesetzes von 2016 erheblich einzuschränken und damit eine Gesetzeslücke zu schließen. Die erklärte Absicht besteht darin, zu verhindern, dass leichtes Cannabis, auch mit niedrigem THC-Gehalt, vermarktet wird. In zahlreichen Urteilen der italienischen Justiz im Laufe der Jahre wurde jedoch festgestellt, dass diese Produkte gerade aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung nicht unter die Kategorie der Betäubungsmittel fallen. In der Zwischenzeit hatte sich in Italien eine echte Lieferkette im Zusammenhang mit leichtem Cannabis entwickelt, die aus über 3.000 Unternehmen besteht, die jährlich rund 15.000 Arbeitnehmer beschäftigen, sowohl festangestellte als auch saisonale. Der Umsatz der Branche liegt bei rund 500 Millionen Euro pro Jahr, wobei ein erheblicher Teil — etwa 90% des Umsatzes — aus Exporten ins Ausland stammt, wo die Vorschriften oft freizügiger sind.

Was ist falsch an der Maßnahme gegen leichtes Cannabis

Das neue Dekret wurde von vielen selbst aus verfahrenstechnischer Sicht als anomal beurteilt. Wenn ein Produkt für illegal erklärt wird, ist in der Regel eine Übergangsfrist vorgesehen, um die Entsorgung oder, falls erforderlich, die Vernichtung der Bestände zu ermöglichen. In diesem Fall trat das Verbot jedoch sofort und ohne Zeitspanne in Kraft, sodass alle, die bis zum Vortag legale Aktien besaßen, dem Risiko von Beschwerden und Beschlagnahmungen ausgesetzt waren. Um Konsequenzen zu vermeiden, beschlossen viele Hersteller, ihre Aktivitäten einzustellen oder ihre Geschäfte vorübergehend zu schließen. Experten zufolge basiert die Maßnahme auf einer verzerrten Vorstellung von leichtem Cannabis, das in diesem Fall entgegen den Feststellungen von Wissenschaft und Rechtsprechung als Betäubungsmittel angesehen wird. Diese Entscheidung, die als zweckdienlich und schädlich angesehen wird, birgt jedoch die Gefahr, dass ein ganzer Produktionssektor vollständig ausgelöscht wird, was schwerwiegende wirtschaftliche und beschäftigungspolitische Folgen haben wird.

Ein weiteres entscheidendes Element ist die Form der Bestimmung: Die Entscheidung, das Verbot in ein Gesetzesdekret aufzunehmen, ermöglichte eine beschleunigte Verabschiedung, wodurch die Möglichkeit für das Parlament, es zu erörtern oder substanziell zu ändern, eingeschränkt wurde. Diese Methode hat selbst bei Gruppen, die normalerweise der Regierung nahestehen, Bedenken ausgelöst, wie etwa der Coldiretti-Verband, der öffentlich seine Ablehnung des Dekrets zum Ausdruck brachte. Schließlich ist die Wirksamkeit des Verbots nach Ansicht vieler Unternehmer in der Branche höchst umstritten. Da die Novelle den Kauf von CBD-basierten Produkten aus dem Ausland nicht verbietet, können sich italienische Verbraucher einfach an ausländische Anbieter wenden, um weiterhin dieselben Produkte zu beziehen — eine Praxis, die nach den EU-Vorschriften zulässig ist. Darüber hinaus könnte ein Teil der Inlandsnachfrage — die vom legalen Auslandsmarkt nicht gedeckt werden kann — letztlich den illegalen Markt ernähren, was die Situation weiter verschärfen würde.

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