
Was passiert bei Matchmaking-Events für ultrarechte Amerikaner? Die Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, „die Erde wieder zu bevölkern“
Es gibt Liebesgeschichten, die direkt aus einer Rom-Com zu stammen scheinen, und Liebesgeschichten, die zum dystopischen Science-Fiction-Genre gehören. Im Fall der Matchmaking-Events, die vor ein paar Wochen in Austin, Texas, stattfanden, können wir wetten, dass dies die zweite Option ist. Vom 28. bis 29. März fand in einem Hotel der University of Texas eine neue Ausgabe der Natal Conference statt, ein Projekt, das nach Angaben der Organisatoren „kein anderes politisches oder ideologisches Ziel verfolgt als eine Welt, in der unsere Kinder Enkelkinder bekommen können“. Die Veranstaltung , die zuvor von öffentlichen (und politischen) Persönlichkeiten wie Elon Musk befürwortet wurde, zeigt jedoch Verbindungen zur amerikanischen Rechtsextremen, vielleicht gerade weil die gesamte Show auf den Lehren des Natalismus (auch bekannt als Pro-Geburt) basiert, d. h. einer Bewegung, die, um die Kontinuität der menschlichen Spezies zu gewährleisten, der natürlichen Fortpflanzung höchste Priorität einräumen will und sogar so weit geht, die Dynamik von Gesellschaft, um die Frauen davon zu überzeugen die Welt, um wieder so viele Kinder wie möglich zur Welt zu bringen, ohne auch nur vor der Eugenik stehen zu bleiben und das Thema Fortpflanzung generell mit einer beunruhigend wissenschaftlichen Ausrichtung anzugehen. Musk, der angeblich dreizehn Kinder von vier verschiedenen Frauen hat, veröffentlichte 2023 einen Tweet zur Unterstützung der Natal Conference, in dem er erklärte: „Wenn die Geburtenraten weiter sinken, wird die menschliche Zivilisation enden.“
Baier: What's the biggest thing that keeps you up at night?
— Acyn (@Acyn) March 28, 2025
Musk: The birth rate is very low in almost every country. And unless that changes, civilization will disappear. America had the lowest birth rate pic.twitter.com/bBUYrpzH5i
Neben Musk zählt die Natalistenbewegung seit langem auf die Unterstützung einiger der größten Technologieunternehmer in den Vereinigten Staaten, die ihre Popularität gesteigert haben, indem sie sie auf ihren Social-Media-Kanälen bewarben. Unter den Rednern der Konferenz befanden sich einige ungewöhnliche Persönlichkeiten, darunter Personen, die sich laut Wired selbst als „Eugeniker und Förderer der Rassenwissenschaft“ definieren, und der Gründer eines Startups, das IQ-Screening von Embryonen durch In-vitro-Fertilisation anbietet. Der schockierendste Aspekt der Veranstaltung ist wahrscheinlich nicht ihre Verbindung zur rechtsextremen amerikanischen Ideologie, sondern der Preis, den die Teilnehmer zahlen müssen: Für zwei Tage voller Vorträge und Partnervermittlungsveranstaltungen, bei denen man seinen „Seelenverwandten“ finden kann, mit dem man eine Familie gründen kann (für die Mutigen ist es sogar möglich, vor Ort zu heiraten), betrugen die Kosten in diesem Jahr 10.000$ pro Person. Laut Wired ist der Preis in nur zwölf Monaten sprunghaft angestiegen, wobei Tickets aus der vorherigen Ausgabe 90% weniger kosteten.
“No One Is Having Enough Babies.” Kevin Dolan On The Financial Threat Of Population Decline @natalismorg pic.twitter.com/eaLopIOnXv
— Bannon’s WarRoom (@Bannons_WarRoom) March 22, 2025
Die University of Texas stellte klar, dass sie nicht der Natal Conference angegliedert ist und ihre Veranstaltungsorte diskriminierungsfrei für alle Arten von Veranstaltungen anbietet, obwohl die Veranstaltung am 28. März wegen ihrer rassistischen, ableistischen und klassistischen Positionen vielfach kritisiert wurde. In einem Interview mit Jolly Heretic erklärte der Organisator der Veranstaltung, Kevin Dolan, dass Eugenik (eine Theorie, die Praktiken zur Verbesserung der genetischen Qualität einer bestimmten Population untersucht, die von Hitler in Mein Kampf gelobt wurde) und die natalistische Bewegung „sehr eng aufeinander abgestimmt“ sind. Laut The Guardian ist Dolan auch der Inhaltsersteller hinter einem Account, der für DezNat (Deseret Nationalism), eine rechtsextreme amerikanische Mormonenbewegung, wirbt. Wie Fernsehsendungen wie Adolescence zeigen, dringen immer mehr Pseudo-Philosophien, die im Internet geboren wurden (aus Köpfen, die kaum als wissenschaftlich bezeichnet werden können), gewaltsam in den Alltag ein. Angesichts der Tatsache, dass verschiedene Studien zeigen, dass junge Männer und Frauen politisch zunehmend polarisiert sind, muss man sich fragen, ob diese Konferenzen wirklich genug Paare für die Matchmaking-Sitzungen haben — obwohl sie, wie auf der Website der Veranstaltung angegeben, ausverkauft waren.













































