
Warum ist Vietnam das neue Ultra-Luxus-Reiseziel? Tschüss Japan
Wenn es in letzter Zeit so aussieht, als ob jeder in Japan gewesen ist und Thailand derzeit eine Renaissance in den Herzen der Touristen erlebt — mit seinem neuen Status als Zentrum für asiatischen Luxus und der viralen Popularität, die dank der letzten Staffel von The White Lotus gewonnen hat —, ist es interessant festzustellen, wie weit weg vom Rampenlicht Vietnam in den letzten zwölf Monaten still und leise Rekordzahlen verzeichnet hat. Laut Bloomberg galt es einst als zweitrangiges Reiseziel und ist heute mit 17,5 Millionen internationalen Ankünften im Jahr 2024 das am dritthäufigsten besuchte Land in Südostasien. Hinter diesem außergewöhnlichen Ergebnis steckt ein breiterer Trend: Vietnam hat 98% seines Tourismusniveaus vor der Pandemie wiedererlangt und damit Thailand und Singapur deutlich übertroffen, die weiterhin bei 87,5% bzw. 86% liegen. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 haben sich fast vier Millionen internationale Besucher dafür entschieden, Vietnam zu erkunden, was nach Angaben der Vietnam National Authority of Tourism einen Anstieg von 30,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.
Der wichtigste Wendepunkt für den vietnamesischen Tourismus liegt jedoch in seiner wachsenden Fähigkeit, hochwertige und extrem wohlhabende Touristen anzuziehen. Der globale Luxusreisemarkt erreichte 2024 2,18 Billionen US-Dollar und wird laut Prognosen des stellvertretenden Ministers für Kultur, Sport und Tourismus, Ho An Phong, bis 2032 voraussichtlich 3 Billionen US-Dollar überschreiten, wie der Vietnam Investment Review berichtet. In diesem Szenario bietet Vietnam ideale Bedingungen: UNESCO-Natur- und Kulturerbestätten, eine weltweit zunehmend geschätzte Küche und vor allem exklusive Erlebnisse wie die Erkundung der Son Doong-Höhle — eine stark limitierte Tour, die bei jeder Eröffnung innerhalb weniger Stunden ausverkauft ist. Laut Pham Hong Long, Professor und Leiter der Tourismusabteilung der Universität für Sozial- und Geisteswissenschaften in Hanoi, liegt der Schlüssel zur vollen Nutzung dieser Möglichkeiten in der integrierten Entwicklung von Kultur, Gastronomie und personalisierten Erlebnissen. „Traditionelle Werte und Innovation müssen miteinander verschmelzen, um exklusive und identitätsreiche Reiserouten zu schaffen“, erklärte er. Long betonte auch, wie wichtig es ist, die Infrastruktur und die Dienstleistungen — wie Flughäfen, Straßen und Resorts — zu verbessern, um das High-End-Segment weiter anzuziehen.
This is Vietnam:
— Alessandro Palombo (@thealepalombo) December 23, 2024
- Fastest growing economy in SE Asia
- E-Visa: 90-day stays with multiple entry
- 0% tax on foreign-sourced income for non-residents
There is HUGE hidden potential building up here.
7 reasons why the “Land of The Blue Dragons” should be on your radar : pic.twitter.com/XbdbgWMlf6
An Erfolgsgeschichten mangelt es nicht. Bloomberg stellte fest, dass der Zustrom neuer Luxushotels wie das Regent Phu Quoc, Capella Hanoi und das JW Marriott Hotel & Suites Saigon sowie die Erweiterung des Michelin-Reiseführers für das Land im Jahr 2024 dazu beitragen, das Image Vietnams als Luxusdestination zu verbessern. Das Ergebnis ist ein deutlicher Anstieg der Ankünfte aus strategischen Märkten wie Indien, wo allein 2024 eine halbe Million Besucher verzeichnet wurden — ein Anstieg von 297% gegenüber dem Niveau vor der Pandemie. Wie von JingDaily berichtet, meldete Mike Nguyen, Gründer von Ansova Travel, einem Luxusreiseunternehmen mit Sitz in Ho-Chi-Minh-Stadt, 2024 einen Anstieg der internationalen Buchungen um 25% gegenüber dem Vorjahr und erwartet ein weiteres Wachstum von bis zu 30% im Jahr 2025. Neben dem US-Markt erweist sich Indien als besonders vielversprechend. Reisende wählen Orte wie Phu Quoc und Ha Long für exklusive Hochzeiten und maßgeschneiderte Reisen.
Bei Vietnams Tourismusboom geht es nicht nur um Zahlen. Es ist das Ergebnis einer gezielten Strategie der Zentralregierung in Hanoi, die auf einem vereinfachten Zugang über neue elektronische Visa und Direktflüge sowie auf einem starken Ausbau der Luxus-Infrastruktur und der Entwicklung einzigartiger, nachhaltiger Reiseangebote basiert. Mit dieser Entwicklung will Vietnam alle historisch dominanten asiatischen Reiseziele überholen, die derzeit mit Übertourismusproblemen konfrontiert sind — einschließlich der Nachbarländer. Was Vietnam besonders wettbewerbsfähig macht, ist sein immer noch relativ „neues“ Image in den Augen des globalen Tourismus: ein weniger vorhersehbares, weniger überfülltes Reiseziel, das eine attraktive Alternative zu Orten bietet, die sich jetzt möglicherweise überbelichtet fühlen. Im Gegensatz zu bereits überkommerzialisierten Orten — wie von JingDaily hervorgehoben — gelingt es dem Land, ein Gleichgewicht zwischen Modernisierung und kultureller Identität herzustellen und Erlebnisse zu bieten, die von Wellness- und Golftourismus bis hin zu ökologischen und kulturellen Reisen reichen. Es bleibt die Frage, ob das Land in der Lage sein wird, ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen der Versorgung der globalen 1% und der Unterstützung der lokalen Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Orte wie Bali und Thailand begannen ihren touristischen Aufstieg auf die gleiche Weise, nur um zu Oasen für Expats und Massentourismus zu werden.










































