Alle alternativen Dating-Apps, die die Regeln ändern Von künstlicher Intelligenz bis zur Einbindung von Freunden

In den letzten Jahren ist das Interesse an Dating-Apps erheblich zurückgegangen, was sich direkt auf einzelne Unternehmen der Branche auswirkt. Zwischen 2021 und 2024 verlor das US-Unternehmen Match Group, dem Tinder und Hinge gehören, 80% seines Marktwerts, und auch Bumble hat Probleme. Im Gegensatz zu Millennials steht die Generation Z diesen Arten von Technologieplattformen weiterhin generell skeptisch gegenüber. Laut einer Umfrage, die letztes Jahr von der US-Publikation Axios durchgeführt wurde, verwenden fast 80% der US-amerikanischen College-Studenten keine Dating-Apps. Jüngere Menschen zögern, für ein Abonnement zu bezahlen, um auf zusätzliche Funktionen von Apps wie Tinder zuzugreifen. Insbesondere um interessante Leute kennenzulernen, nutzt die Generation Z lieber die Social-Media-Plattformen, mit denen sie am häufigsten zu tun hat, wie Instagram und TikTok. Die schwierige Zeit, in der sich Dating-Apps befinden, ist nicht nur auf den fehlenden Generationenwechsel zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, dass ihre Modelle — abgesehen von einigen Variationen — im Laufe der Jahre im Wesentlichen unverändert geblieben sind. Aus diesem Grund experimentieren einige Unternehmen mit neuen Funktionen und nutzen künstliche Intelligenz, um den Nutzern bessere Vorschläge für potenzielle Treffer zu unterbreiten. Zum Beispiel bietet Sitch — eine App, die im November 2023 in New York eingeführt wurde — ein Modell, bei dem KI eine Reihe von Antworten auf Fragen zu den Werten und Interessen der Nutzer analysiert, um den Auswahlprozess eines potenziellen Partners durch Automatisierung zu erleichtern.

Als Reaktion auf die Müdigkeit beim Dating entstehen neue Plattformen, die sich mehr auf persönliche Treffen und personalisiertes Matchmaking konzentrieren. Zum Beispiel organisiert der Singles Only Social Club, der 2023 gegründet wurde, Veranstaltungen für Menschen, die einen Partner suchen, motiviert durch den Wunsch nach echten Beziehungen. Ursprünglich als Gelegenheitstreffen in Los Angeles gestartet, weiteten sich diese Veranstaltungen schnell auf New York und mehrere andere Großstädte Kaliforniens aus und zogen bis zu 300 Teilnehmer pro Abend an. Aber was ist das Erfolgsgeheimnis? Laut Wired liegt es in der Möglichkeit, Menschen mit gemeinsamen Interessen und Werten in einer entspannten, druckfreien Umgebung zu treffen. Neben Live-Events gewinnen auch Matchmaking-Dienste an Bedeutung und bieten eine strukturiertere Alternative zu herkömmlichen Dating-Apps. My TruBond verlangt beispielsweise von seinen Mitgliedern, dass sie eine Zuverlässigkeitsüberprüfung bestehen und einen Persönlichkeitstest abschließen, bevor sie mit anderen Benutzern verglichen werden. Zusätzlich findet das erste Gespräch per Videoanruf statt, um von Anfang an ein sicheres Erlebnis zu gewährleisten. Ein weiterer immer beliebter werdender Dienst ist Tawkify, der einen persönlichen Matchmaker beauftragt, die Kompatibilität zu analysieren und Termine zu vereinbaren.

Andere Apps versuchen, Freunde und Familie in den Matchmaking-Prozess einzubeziehen. Mit Loop können Benutzer beispielsweise Profile für ihre einzelnen Freunde erstellen und ihnen potenzielle Partner vorschlagen. Das Modell ähnelt einer anderen Plattform namens Arrange, die es Singles ermöglicht, eine dritte Person — einen sogenannten „Scout“ — zu nominieren, um die am besten geeigneten Matches auszuwählen. Ein ähnlicher Ansatz wurde von Cheers verfolgt, das die sozialen Verbindungen und gegenseitigen Freundschaften der Nutzer nutzt, um Spiele vorzuschlagen. Diese Ansätze bieten zwar eine Alternative zum traditionellen Dating-App-Modell, die Ergebnisse sind jedoch aus rein statistischer Sicht nicht unbedingt besser. Matchmaking wird jedoch gerade deshalb immer beliebter, weil es sich im Gegensatz zu Plattformen wie Tinder, Hinge oder Bumble auf einen persönlicheren Ansatz für romantische Verbindungen und die individuellen Bedürfnisse seiner Nutzer konzentriert.

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