TikTok nähert sich dem Verbot in den USA Aber ein Milliardär könnte die Situation lösen

Heute wird der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten mit einem beispiellosen Fall konfrontiert, der die Welt der sozialen Medien in Amerika radikal verändern könnte: dem TikTok-Verbot. Die Social-Media-Plattform des chinesischen Unternehmens ByteDance könnte bald ab dem 19. Januar mit einem möglichen nationalen Verbot rechnen, sofern nicht ein Käufer eingreift, um sie zu einem in den USA ansässigen Unternehmen zu machen und damit die Bedenken der US-Regierung hinsichtlich der Datensicherheit auszuräumen. TikTok hat derzeit etwa 170 Millionen aktive Nutzer pro Monat in den Vereinigten Staaten, mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung, aber immer noch einen kleinen Bruchteil der über 1,5 Milliarden Nutzer der App weltweit. Die weit verbreitete Beliebtheit von TikTok in den USA gibt der Regierung jedoch Anlass zur Sorge, da sie Datenlecks und Sicherheitsrisiken aufgrund des ausländischen Eigentums an der Plattform befürchtet. Dies führte dazu, dass Präsident Biden 2022 den Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act (PAFACA) unterzeichnete, ein Gesetz, das ByteDance effektiv verpflichtet, TikTok bis zum 19. Januar 2025 an ein nichtchinesisches Unternehmen zu verkaufen. Geschieht dies nicht, sieht das Gesetz vor, dass die App in den USA gesperrt wird. Die Verabschiedung des Gesetzes fand im Kongress parteiübergreifende Unterstützung. Die Mehrheit der Mitglieder beider Parteien äußerte sich besorgt über die mögliche Einmischung Chinas in amerikanische Daten. Das Problem ist, dass ByteDance noch keinen Käufer gefunden hat, was die Situation noch komplizierter macht, obwohl der Milliardär Frank McCourt angeboten hat, die App zu kaufen, sie in die USA zu verlagern und sogar ihren Algorithmus zu ändern — ein Plan, der, wie Forbes in seinen neuesten Updates berichtet, enorme finanzielle Investitionen erfordern würde.

Der Hauptvorwurf gegen TikTok lautet, dass die App, da sie ByteDance gehört, der chinesischen Regierung den Zugriff auf sensible Daten amerikanischer Nutzer ermöglichen könnte. Zu diesen Daten gehören GPS-Standorte, Browserverläufe, private Nachrichten und andere persönliche Informationen. Darüber hinaus besteht die Sorge, dass TikTok genutzt werden könnte, um Fehlinformationen zu verbreiten oder die amerikanische öffentliche Meinung zu beeinflussen, insbesondere während Wahlperioden, ähnlich wie Elon Musk es mit X getan hat. Es wurden jedoch keine konkreten Beweise für Spionage- oder Manipulationsaktivitäten vorgelegt, und TikTok und ByteDance haben die Vorwürfe wiederholt bestritten und betont, dass alle US-Benutzerdaten jetzt auf Oracle-Cloud-Servern auf US-amerikanischem Boden gespeichert werden. Diese Rechtfertigungen haben die US-Regierung jedoch nicht überzeugt, die die App derzeit als Bedrohung betrachtet. Das Hauptproblem, das der Oberste Gerichtshof erörtern muss, ist, ob das TikTok-Verbot gegen den ersten Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten verstößt, der die Meinungsfreiheit schützt, da ein Verbot der App als Hindernis für die freie Meinungsäußerung und als gefährlicher Präzedenzfall für die Regulierung anderer digitaler Plattformen interpretiert werden könnte.

Wenn das Verbot genehmigt wird, wird seine Umsetzung alles andere als einfach sein, da das Gesetz die Nutzer weder dazu verpflichten würde, TikTok zu deinstallieren noch die Regierung zu beauftragen, den Zugriff auf die App direkt zu sperren. Stattdessen würde es TikTok durch technische Beschränkungen wie das Verbot des Vertriebs, der Wartung oder Aktualisierung der App und das Verbot der Bereitstellung von Hosting- oder technologischen Infrastrukturdiensten, die für den Betrieb der App erforderlich sind, regulieren. TikTok könnte aus den Apple- und Google-App-Stores entfernt werden, wodurch Nutzer daran gehindert werden, Updates oder neue Versionen der App herunterzuladen, die im Laufe der Zeit von Fehlern und Sicherheitsproblemen geplagt würden und sie fast vollständig unbrauchbar machen würden. Die App könnte auch ihre Dienstleister für die Verteilung von Inhalten, Zahlungen und Werbedienste verlieren, was zu einem „technischen Verfall“ mit längeren Ladezeiten und Problemen beim Hochladen von Videos führen würde.

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Die Auswirkungen aus Sicht der Marketingbranche sind offensichtlich verheerend. In den USA hat der Werbemarkt auf TikTok laut Statista einen Wert von über zehn Milliarden Dollar, und die App hat erheblich zum Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen beigetragen. Darüber hinaus könnte ein TikTok-Verbot in den Vereinigten Staaten globale Auswirkungen haben. Länder wie Indien haben die App bereits 2020 aus Gründen der nationalen Sicherheit verboten. Dadurch entstand jedoch eine „digitale Lücke“, die nur teilweise durch Alternativen wie Instagram Reels und YouTube Shorts gefüllt wurde. Das Verbot könnte die Fragmentierung des Internets beschleunigen und zu dem führen, was Forbes als „Splinternet“ bezeichnet, in dem der Zugang zu digitalen Plattformen je nach Region unterschiedlich ist. Laut Prateek Waghre, einem Experten für Technologiepolitik in Indien, der von Forbes interviewt wurde: „Diese Fragmentierung ist ein Verrat am ursprünglichen Geist des Internets, das als freier und universeller Raum konzipiert wurde“. Der Countdown bis zum 19. Januar hat begonnen, und die App könnte einen Tag vor Donald Trumps Amtseinführung gesperrt werden, da er versprochen hat, die App zu speichern, die seiner Kampagne sehr geholfen hat. Seine Nähe zu Unternehmen wie X und Meta, den Konkurrenten von TikTok, könnte ihn jedoch dazu bringen, die Konkurrenz für sie auszuschalten und die Dominanz der in den USA hergestellten Social-Media-Plattformen zu etablieren.

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