
Wie geht es den Einkaufszentren? In Italien könnten sie dramatisch wachsen und die Wirtschaft des Landes wiederbeleben.
In den Vereinigten Staaten sind Einkaufszentren baufällig und sterben aus, während sie in China ultramodern, luxuriös und allgegenwärtig sind. In Italien liegt die Situation irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Laut einer aktuellen Studie von Reno Your Retail Partner im Auftrag von Confimprese entwickelt sich der Markt für Premium-Einkaufszentren und Fachmarktzentren weiter. Von 2019 bis 2024 wird ein Wachstum von 10% prognostiziert. Dies sind nicht mehr die großen, geschlossenen mehrstöckigen Gebäude der 1990er Jahre; die neuen Einkaufszentren befinden sich oft im Freien und bestechen durch moderne Designerarchitektur. In Asien symbolisiert die „Renaissance“ der Einkaufszentren seit Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung in den wichtigsten Hauptstädten des Kontinents, insbesondere in China, wo Luxusmarken nicht nur in Flagship-Stores, sondern auch in Einkaufszentren investiert haben, die über Städte verteilt sind. Aufgrund der Krise im letzten Jahr war bei vielen dieser Gebäude jedoch ein Rückgang des Kundenverkehrs zu verzeichnen; einige wurden sogar verlassen oder abgerissen. Mario Resca, Präsident von Confimprese, hob einen weiteren zu berücksichtigenden Faktor hervor: die vorsichtige Haltung der Verbraucher, die durch eine geringere Kaufkraft und geopolitische Instabilität beeinflusst wird. Diese Situation erfordert, dass sich Einkaufszentren auf innovative Weise präsentieren, um das öffentliche Interesse wiederzugewinnen. Dennoch kann das Marktwachstum Einzelhändlern wertvolle Einblicke in die Richtung bieten, die sie bei der Entwicklung von Vertriebsnetzen einschlagen sollten. Bemerkenswert ist, dass in den letzten drei Jahren in 27% der Geschäfte Veränderungen verschiedener Art stattgefunden haben, darunter Neueröffnungen, strategische Schließungen und Umzüge.
Wie vom 12. Observatorium für Einzelhandelsimmobilien berichtet, verzeichneten traditionelle Einkaufszentren in Italien im gleichen Zeitraum ein bescheidenes Wachstum von 1%, was mit einem deutlichen Rückgang der Leerstandsquote einherging. Diese Daten deuten auf ein erneutes Interesse von Einzelhändlern an der Nutzung physischer Räume hin, was möglicherweise durch neue Strategien zur Kundengewinnung oder durch die Integration digitaler Kanäle beflügelt wurde. Im Gegenteil, die Factory-Outlet-Center verzeichneten in den letzten fünf Jahren einen leichten Rückgang von 0,6 Prozent. Im September 2024 erwiesen sie sich jedoch als entscheidend, um den Konsum im Modeeinzelhandel anzukurbeln, und zwar mit einem Anstieg von 3,1%. Dieses Phänomen kann auf die zunehmende Suche der Verbraucher nach Schnäppchen und Markenprodukten zu ermäßigten Preisen zurückgeführt werden, insbesondere in einem wirtschaftlich unsicheren Kontext. Insbesondere der Modesektor bleibt die dominierende Kraft in der italienischen Einzelhandelslandschaft. Betrachtet man eine repräsentative Stichprobe von 71 Ketten mit 15.800 Geschäften, so macht Mode heute 6.280 Einheiten aus, was 40% der Gesamtzahl entspricht. Damit ist es nicht nur die Kategorie mit dem größten Marktanteil, sondern auch das führende Segment, sowohl was die belegte Fläche als auch den generierten Umsatz angeht. Die Bedeutung des Sektors wird auch durch einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 10% pro Jahr unterstrichen, was auf ein anhaltendes und konstantes Wachstum im Laufe der Zeit hindeutet.
@nakedpentecostalism Indoor malls have been dying for a long time in the US. This was once a thriving place just a few years ago. #lloydcenter #mall #portland #pdx #dying #wasted #realestatecrises #changingtimes #outwiththeold original sound - Naked Pentecostalism
Das derzeitige Modell der Einkaufszentren scheint rückläufig zu sein, aber es ist kein unvermeidliches Schicksal. Der Fall der Sherman Oaks Galleria in Los Angeles, einem der wichtigsten Einkaufszentren der 1980er Jahre, das Anfang der 2000er Jahre einer vollständigen Transformation unterzogen wurde, ist ein Beispiel. Von einem geschlossenen Gebäude aus wurde es zu einem Open-Air-Lifestyle-Zentrum mit Büros, Restaurants, Fitnessstudios und integrierten Multiplex-Kinos umgestaltet. Es gibt immer noch ausreichend Platz für Einkaufszentren, um als vielseitige Gemeinschaftszentren zurückzukehren. Einkaufszentren wurden ursprünglich zu diesem Zweck in den 1980er Jahren im ländlichen Amerika gegründet, wo es an einem dritten Ort mangelte, an dem man sich außerhalb von Zuhause und Arbeit treffen konnte. Das alte Modell, auf das sich Einkaufszentren seit ihrer Gründung verlassen haben, ist jedoch nicht mehr nachhaltig: Laut einer aktuellen Studie von IBIS World sind die Einnahmen von Einkaufszentren in den letzten fünf Jahren um 4% gesunken. Obwohl die Verbraucher nach der Pandemie allmählich in Ladengeschäfte zurückkehren, benötigen die Käufer neue Motivationen, um diese Räume wieder zu nutzen. Der Wandel wird insbesondere von der Generation Z vorangetrieben, die an Online-Einkäufe gewöhnt ist und nun wieder das persönliche Einkaufserlebnis sucht. Laut dem International Council of Shopping Centers schätzen junge Menschen heute beide Einkaufsmethoden gleich und bevorzugen den elektronischen Einzelhandel nicht mehr. Ein Grund dafür scheint das Bedürfnis der Generation Z nach sofortiger Befriedigung zu sein, das nur durch den Besuch eines Ladens erfüllt werden kann. Einkaufszentren wären der ideale Ort, um ein persönliches Einkaufserlebnis mit zusätzlicher und unerwarteter Unterhaltung zu bieten. Nach der Wiederbelebung von Marken wie Ed Hardy und Von Dutch mit der Y2K-Ästhetik könnte Gen-Z tatsächlich die Macht haben, Einkaufszentren wiederzubeleben und sie in einem neuen Licht (vorzugsweise nicht fluoreszierend) zum Blühen zu bringen.








































