Gibt es eine Lösung für Overtourism? Eine Reihe von Tipps für einen nachhaltigeren Tourismus

Vor nicht allzu langer Zeit protestierten in Barcelona Tausende von Menschen gegen die übermäßige Präsenz von Besuchern in der Stadt und die zunehmende Abhängigkeit der lokalen Wirtschaft vom Massentourismus, der zunehmend als unhaltbares und schädliches Phänomen wahrgenommen wird. Barcelona mit seinen 1,6 Millionen Einwohnern und 30 Millionen jährlichen Touristen ist in der Tat einer der europäischen Orte, an denen sich die meisten Touristenströme konzentrieren: Die Ankunft so vieler Besucher in einem einzigen Gebiet, oft zu bestimmten Jahreszeiten, bringt — neben wirtschaftlichen Möglichkeiten — auch eine Reihe von Problemen mit sich, die in der Tat zu Protesten der Einwohner führen. Im Allgemeinen liegt es in der Verantwortung der lokalen Verwaltungen und Zentralregierungen, Maßnahmen zur Begrenzung der negativen Auswirkungen des Tourismus vorzusehen, aber auch auf individueller Ebene kann man zur Verbesserung der Situation beitragen. In den letzten Jahren — aus einer Vielzahl von Gründen — sind sich Menschen, insbesondere junge Menschen, stärker bewusst geworden, wie wichtig nachhaltiges Reisen ist, nicht nur aus ökologischer Sicht. Das Center for Responsible Travel, eine der wichtigsten internationalen Organisationen, die sich mit diesem Thema befasst, hat auch eine Reihe von Verhaltensweisen zusammengestellt, um je nach Art der Reise verantwortungsbewusster zu werden: Hier sind die wichtigsten Tipps.

Leitfaden für nachhaltigen Tourismus

@unep With tourism numbers rapidly increasing, care must be taken to lessen the negative impacts on the environment. #SustainableTourism practices can help ensure travelers can still visit the top destinations while limiting their impact on local environments and the communities that welcome them. #Tourism4SDGs original sound - UNEP

Für diejenigen, die es können, ist die Entscheidung, außerhalb der Saison zu reisen, die erste Empfehlung, um vom Übertourismus abzuhalten und die Überfüllung der Touristenorte zu vermeiden. Darüber hinaus kostet es in der Regel weniger und trägt dazu bei, die lokale Wirtschaft in Jahreszeiten mit geringerem Touristenzustrom anzukurbeln. Ein weiterer Tipp ist, weniger beliebte Reiseziele zu erkunden — eine Form des Tourismus, die lohnender und entspannender sein kann als andere Arten von Ferien. Die gewählte Transportart macht ebenfalls einen Unterschied: Flugreisen stoßen beispielsweise viele Schadstoffe aus. Daher ist es besser, sich nach Möglichkeit für Ziele zu entscheiden, die mit dem Zug oder dem Auto erreichbar sind. Wenn Sie sich Sorgen über die Umweltauswirkungen Ihrer Reise machen, sind Radurlaube, Wanderungen oder Wandertouren sehr zu empfehlen. Für Ziele, die Fernreisen erfordern, können Flughäfen bevorzugt werden, die sich stärker für Nachhaltigkeit einsetzen. Ein weiterer Aspekt, der die Touristenorte erheblich beeinflusst, ist die Art der gewählten Unterkunft. Keine Sorge: Es gibt gültige, „verantwortungsvollere“ Alternativen zu Airbnb. In vielen Städten auf der ganzen Welt wird dem Dienst vorgeworfen, Kurzzeitvermietungen für Touristen gefördert zu haben, was zu einem Anstieg der Wohnkosten für die Einwohner geführt hat. Je nach Art der geplanten Reise ist es eine gute Idee, in Hotels, traditionellen Bed & Breakfasts, Bauernhöfen oder Campingplätzen zu übernachten: Oft sind sie familiengeführt und nicht an große multinationale Tourismusunternehmen gebunden, was zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft beiträgt.

Ein weiterer Tipp ist, zu versuchen, innerhalb eines bestimmten Touristenorts weniger verbreitete Pfade abseits des Massentourismus zu beschreiten. In diesem Sinne ist es besser, die Planung der Stopps einer Reise zu vermeiden, indem man sich auf traditionelle Online-Führer bezieht, die im Allgemeinen lediglich auf die beliebtesten Attraktionen hinweisen, was zu deren Überfüllung beiträgt. Im Gegenteil, wenn Sie einen Reiseführer kaufen (oder sich einen in der Bibliothek ausleihen), können Sie mehr Nischenattraktionen entdecken — die sich oft als die interessantesten herausstellen. Es gibt auch raffiniertere Reiseführer als die traditionellen, wie die The Passenger-Reihe von Iperborea oder LOST iN City Guides. Schließlich ist unter denjenigen, die sich für die Förderung verantwortungsvollerer Formen des Tourismus entscheiden, der sogenannte „Voluntourismus“ sehr beliebt: Dabei handelt es sich um Programme, die häufig von Verbänden, Agenturen oder Organisationen organisiert werden, die im Bereich des nachhaltigen Tourismus tätig sind und es den Menschen ermöglichen, für kurze Zeit im Ausland zu leben und so zu Umweltschutzprojekten beizutragen, die den lokalen Gemeinschaften zugute kommen.

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