
Was ist der Aura-Trend auf TikTok? Endlich interessiert sich Social Media endlich für Philosophie
Der neue TikTok-Trend, den die Generation Z bevorzugt, hängt mit „Aura“ zusammen. Um zu erklären, worum es geht, müssen wir einen Schritt zurück in die Vergangenheit machen, als wir in DragonBall Charaktere sahen, die ein spezielles Okularinstrument verwendeten, um die Kampfkraft ihrer Feinde zu messen. Laut viralen Videos zu „Aura-Punkten“ ist es möglich, Punkte zu gewinnen oder zu verlieren, basierend auf Lebensentscheidungen, was mit uns passiert und unseren Reaktionen. „Aura“ ist eine Art Ableger von Riz (für diejenigen, die vor 2000 geboren wurden, ist es die Abkürzung für Charisma) und steht für die neue Grenze des Gen-Z-Slangs, ein Wort auf halbem Weg zwischen der Welt der Mystik und Videospielen. Eines der ältesten Memes im Internet bezieht sich auf diesen Begriff, ein Standbild aus einer Episode von DragonBall, in der Piccolo (auch bekannt als Junior) verängstigt ausruft: „Er hat eine sehr starke Aura!“ Wieder einmal nimmt der digitale Humor eine unerwartete Wendung: die spirituelle. Mit einem Hauch von Y2k-Nostalgie, was nie schadet.
@tmlplanet Ho un'aura potentissima! #memerabili #memeperte #perte #stupid #idothat #forza #simpaticissimi #bottiglia #dragonball suono originale - TML
„Wie viele Aura-Punkte habe ich verloren, als mein Chef mich nach Hause geschickt hat, weil ich nicht aufhören konnte zu weinen“, oder „100 Aura-Punkte“ für diejenigen, die es geschafft haben, ein romantisches Date zu bekommen, obwohl sie sich vor ihrem Schwarm blamiert haben. Das „Regelwerk“ — wenn es so genannt werden kann — zur Berechnung des Niveaus unserer Aura ist ziemlich intuitiv: Ein persönlicher Erfolg bedeutet einen Gewinn an „Coolness“, ein Stilversagen einen dramatischen Verlust. Dank relativ einfacher Kriterien hat der Trend auf TikTok in kürzester Zeit Popularität gefunden: Laut dem Wall Street Journal stiegen allein von Mai bis Juni die mit #aurapoints markierten Inhalte auf der Plattform um 378%. Da der Algorithmus der App dazu neigt, ähnliche Inhalte zu bewerben, die online gut abschneiden, ist klar, dass „Aura-Punkte“ nur eine neue Möglichkeit für die Generation Z sind, Rekordzugriffe und Interaktionen zu erzielen. Allerdings scheint der Trend auch an den Rand des Internets zu gehören, der sich mit Esoterik, Philosophie und spirituellen Praktiken befasst — siehe Hopecore, New-Age-Positivismus, Realitätswandel und mehr.
Es gibt auch solche, die „Aura-Punkte“ zu einer philosophischen Angelegenheit machen. Der Gründer des Philosophers' Magazine, Julian Baggini, wurde von The Guardian interviewt und erklärt, dass das Phänomen voll und ganz der Leidenschaft der Generation Z für alternative Glaubenssysteme entspricht. In letzter Zeit, so Baggini, „gibt es im Moment eine Art Zeitgeist, der Karma und Energie umgibt, weshalb von Aura die Rede ist“. In der antiken Geschichte, fügt Ellie Anderson, Assistenzprofessorin für Philosophie im Podcast Overthink, hinzu, war es Aristoteles mit seiner Tugendethik, der eine der ersten Metriken für die Beurteilung des Charakters einer Person entwickelte. Kurz gesagt, Experten zufolge handelt es sich um Jahrtausende der Philosophiegeschichte, nicht nur um ein kurzes Video auf TikTok, das von der Zeit erzählt, als der Hotelkellner nach Ihrer Telefonnummer gefragt hat und Sie geantwortet haben: „Ich habe einen Freund“, nur um herauszufinden, dass er Ihre Zimmernummer meinte.
@madeofmillions It’s not *that* deep, and a lot of the videos are harmless/funny. But in the context of all the other trends happening on social media, we need to question why this line of thinking keeps popping up. - Can people exist without having every experience or personality trait labeled? Are we allowed to be awkward sometimes? Why do we feel uncomfortable when someone is more humanized? What if we were kinder to ourselves and others? #aura #aurapoints #aurapointmeaning #aurapointdidilose #aurapointphotos #aurapointschool #aurapointslideshow #mentalhealth #learnontiktok #madeofmillions24 original sound - Made of Millions
Ob durch die Anzahl der Follower oder Aura-Punkte, das Motiv hinter dem Erfolg in den sozialen Medien ist immer dasselbe. Da sich das Selbstbewusstsein immer noch entwickelt, erkunden Jugendliche und Jugendliche alle möglichen Mittel, um ihren Wert zu quantifizieren, unabhängig davon, ob er dem Grad an Intelligenz, Charisma oder Attraktivität entspricht. Während des Aufstiegs der ersten sozialen Plattformen konnte die Beliebtheit eines Nutzers nur anhand der Anzahl der Verbindungen (zu der Zeit, als sie „Freundschaften“ genannt wurden) oder der Durchschnitt der Likes, die seine Fotos erhielten, berechnet werden, während die Generation Z jetzt, da sie ein fortgeschrittenes Stadium digitaler Beziehungen erreicht hat, unterhaltsamere und weniger wörtliche Methoden verwendet, um „Coolness“ im Internet zu messen. Wenn wir dann noch kein italienisches Wort erfunden haben, um den Begriff zu übersetzen, ohne uncool zu klingen, liegt es vielleicht daran, dass es dem Konzept selbst an „Coolness“ mangelt. Wie viele Aurapunkte bekommst du, wenn du aufhörst, dir Gedanken darüber zu machen, was die Leute über dich denken?










































